Schlafprobleme

Zucken beim Einschlafen: 5 Gründe für Einschlafzuckungen

Zucken beim Einschlafen: 5 Gründe für Einschlafzuckungen

Du kennst das Phänomen bestimmt: Du bist dabei einzuschlafen und auf einmal zuckt ein Arm oder ein Bein. Woher kommt das Zucken beim Einschlafen? Wir haben uns auf die Suche gemacht und nennen drei Gründe für Einschlafzuckungen.

Zucken beim Einschlafen: Frau schläft mit offenem Mund.
Zucken beim Einschlafen kann ein Symptom einer Erkrankung sein. Bild: adobestock

Ungefähr 70 Prozent der Bevölkerung kennen Zucken beim Einschlafen. Entweder haben sie es in ihrem Leben schon erlebt oder sie erleben es immer noch regelmäßig. Gerade in der Kindheit sind Einschlafzuckungen weit verbreitet.

Meistens sind Zuckungen beim Einschlafen ungefährlich, sie können aber auch Symptome von Krankheiten sein. Oder durch neurologische Ursachen ausgelöst werden. Wir gehen diesem Phänomen auf den Grund

Warum zucken wir beim Einschlafen?

Die hauptsächliche Ursache für Zucken beim Einschlafen (Einschlafmyoklonus) ist, dass unser Nervensystem entspannt und herunterfährt. Dadurch kommt es zur Entladung unserer Muskelspannung. Und während bestimmte Teile unseres Gehirns schon einschlafen, sind andere Areale noch wach.

Das Zucken mag sich unangenehm anfühlen, gefährlich sind solche Einschlafzuckungen in der Regel aber nicht. Es gibt allerdings Ausnahmen. Dann können Einschlafmyoklonien Symptome einer Erkrankung oder Beschwerde sein.

Wann ist Zucken beim Einschlafen gefährlich?

Sorgen sollte man sich dann machen, wenn die Zuckungen zusätzlich mitten in der Nacht im Schlaf einsetzen. Zum einen können solche Schlafzuckungen zu Schlafstörungen und Tagesschläfrigkeit führen, zum anderen kann dies auch auf eine Erkrankung hinweisen.

  1. Stress
    Der naheliegendste Grund für vermehrte oder stärkere Zuckungen beim Einschlafen ist Stress. Psychische Anspannung kann sich in Form von Einschlafzuckungen bemerkbar machen. Dann sind sie deutlich stärker als die üblichen Kontraktionen.
  2. Restless Legs Syndrom
    Zuckungen beim Einschlafen können ein Symptom des Restless Legs Syndroms sein. Häufig ist Eisenmangel Schuld an dem vermehrten Zucken. Dann kann die Einnahme von Eisenpräparaten sinnvoll sein. Dies solltest du aber vorher mit deinem Arzt absprechen.
  3. Schlafapnoe
    Einschlafmyoklonien können auch eine körperliche Alarmreaktion sein. Beispielsweise, wenn die betroffene Person unter einer Schlafapnoe leidet. Sie ist von Atemaussetzern geprägt. Durch die Zuckungen versucht der Körper die einschlafende Person zu warnen. Meist kommt es aber erst im weiteren Verlauf des Schlafs zu Zuckungen und nicht während der Einschlafphase.
  4. Schlafmangel
    Auch Schlafmangel kann bei manchen Menschen für Zucken beim Einschlafen verantwortlich sein. Generell sind diese Einschlafzuckungen harmlos und verschwinden, sobald man ausreichend geschlafen hat. Leidet man allerdings an Schlafstörungen, sollte man einen Arzt aufsuchen.
  5. Medikamente
    Auch verschiedene Medikamente können bei manchen Menschen für verstärktes Zucken im Schlaf sorgen. Darunter fallen Antihistaminika, einige Antidepressiva (Amitriptylin), einige Antibiotika (Penicillin), Bismut, Levodopa und opioide Schmerzmittel.

Myoklonien als Symptom von Erkrankungen

Der Begriff Myoklonie ist die medizinische Fachbezeichnung für Zuckungen der Muskeln unseres Körpers im Schlaf. Neben den oben genannten Myoklonien, können auch schwere Erkrankungen für Einschlafmyoklonien sorgen darunter fallen:

  • Lebererkrankungen
  • Niereninsuffizienz
  • Demenz
  • Huntington-Krankheit
  • Parkinson-Krankheit
  • Alzheimer-Krankheit
  • Creutzfeldt-Jakob-Krankheit
  • Stoffwechselstörungen

Auffällig ist, dass Zuckungen beim Einschlafen häufig bei Erkrankungen des Gehirns auftreten. Teilweise liegt dies daran, dass die entsprechenden Bereiche im Gehirn geschädigt sind, die für die Kontraktion der Muskeln im Körper verantwortlich sind. Bei anderen Erkrankungen sorgen fehlende oder überproduzierte Nährstoffe für die Muskelzuckungen (beispielsweise beim Restless Legs Syndrom).

Auch verschiedene Mängel können für Muskelzuckungen verantwortlich sein. So tritt das Zucken beim Einschlafen vermehrt auf, wenn die betroffene Person unter Magnesiummangel leidet. Das Gleiche gilt für einen Mangel an Kalzium oder Natrium.

Wie werden Myoklonien durch Erkrankungen behandelt?

Menschen, die unter Myoklonien in der Einschlafphase aufgrund eine der Erkrankungen leiden, müssen meist starke Medikamente nehmen. Dabei ist das Zucken beim Einschlafen eine Begleiterscheinung der Krankheit und wird oftmals nicht zusätzlich behandelt. In manchen Fällen lindern die Präparate, die bei einer Parkinson-Erkrankung eingenommen werden, auch Einschlafmyoklonien.

Bei anderen Fällen, wie einer Nierenerkrankung oder bei Leberversagen, werden gezielt Medikamente gegen Myoklonien verschrieben. Meist handelt es sich dabei Antileptika oder Beruhigungsmittel.

Welche Muskeln sind von Einschlafzuckungen betroffen?

Generell können alle Muskeln oder gar ganze Muskelgruppen von Zuckungen im Schlaf betroffen sein. Myoklonien können vom Augenlid bis zu den Beinen auftreten und sind auf keinen bestimmten Muskel beschränkt. Bei den normalen Einschlafzuckungen bewegen sich hauptsächlich Arme und Beine.

Allerdings treten die Einschlafzuckungen der verschiedenen Muskeln bei den unterschiedlichen Erkrankungen unterschiedlich stark oder häufig auf. Beispielsweise treten Muskelzuckungen bei Stoffwechselstörungen vermehrt im Gesicht, in den Oberarmen und in den Oberschenkeln auf.

So kannst du Zuckungen beim Einschlafen vorbeugen

Generell sind Einschlafzuckungen nicht gefährlich, weswegen auch nichts gegen sie unternommen werden muss. Sollten Einschlafmyoklonien aber tatsächlich vermehrt und verstärkt auftreten, können folgende Tipps hilfreich sein – zusammen mit einem Besuch beim Arzt!

  • Weniger rauchen oder am besten ganz aufhören
  • Kurz vor dem Schlafengehen keinen Sport treiben
  • Weniger Koffein zu sich nehmen
  • Eine gesunde und ausgewogene Ernährung
  • Weniger Alkohol trinken
  • Meditations- oder Entspannungsübungen

Sollten all diese Punkte zu keiner Besserung führen, sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden. Notfalls kann auch der Einsatz von Schlafmitteln oder Melatonin-Tabletten für Abhilfe sorgen. Dies sollte allerdings nur der allerletzte Ausweg bleiben.

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Quellen:

Kindergsundheit-Info: Mein Kind zuckt beim Einschlafen. Kann das auf eine Erkrankung hinweisen?
MSD Manual: Parasomnien.

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Alexander Scherb

Senior Online-Redakteur bei MeinSchlaf.de