Schlafprobleme

Welcher Arzt bei Schlafstörungen helfen kann

Welcher Arzt bei Schlafstörungen helfen kann

Schlafprobleme sind eine echte Gefahr für die Gesundheit. Doch wo genau sucht man bei schlechtem Schlaf Rat? Hausarzt, HNO-Arzt oder doch direkt der Somnologe? Wir sagen dir, welcher Arzt bei Schlafstörungen helfen kann.

Welcher Arzt bei Schlafstörungen: Arzt spricht mit Patienten.
Welcher Arzt bei Schlafstörungen helfen kann, hängt häufig mit den Ursachen zusammen. Bild: AdobeStock/siro46

Laut DAK-Gesundheitsreport schlafen 80 Prozent der Erwerbstätigen schlecht. Jeder zehnte Betroffene leidet sogar an einer schweren Schlafstörung – Insomnie genannt. Diese Zahlen sind beängstigend, denn sie zeigt, dass Schlafstörungen inzwischen vielmehr sind, als eine Randerscheinung. Schlafstörungen haben sich zu einer regelrechten Volkskrankheit entwickelt. Da ist die Frage berechtigt, welcher Arzt bei Schlafstörungen helfen kann?

Allerdings rechnen Ärzte nicht jede Nacht ohne Schlaf direkt zu einer Schlafstörung. Für diese Erkrankung kennt die Medizin ganz bestimmte Regeln, die Diplom-Psychologe Dr. Hans-Günter Weeß einen Absatz weiter unten erklärt. Wichtig: Insomnien, Schlafstörungen und verschiedene Schlafprobleme solltest du nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Wie erkenne ich Schlafprobleme?

Bevor man sich fragt, welcher Arzt bei Schlafstörungen hilft, muss man zunächst wissen: Nicht jedes Schlafproblem ist direkt eine Schlafstörung. „Viele Menschen haben einen fragilen Schlaf. Es ist nicht ungewöhnlich, dass man mal besser, mal schlechter schläft“, beruhigt Hans-Günter Weeß, Leiter des Interdisziplinären Schlafzentrums am Pfalzklinikum Klingenmünster. Nach seiner Schätzung sind rund 20 bis 30 Prozent der Bevölkerung in Deutschland betroffen.

Eine medizinisch diagnostizierbare Schlafstörung liegt laut Hans-Günter Weeß dann vor, „wenn an mindestens drei Nächten in der Woche über einen Zeitraum von insgesamt vier Wochen der Schlaf nachts so gestört ist, dass es auch am Tage zu Einschränkungen kommt“. Diese körperlichen und geistigen Einschränkungen gehen weit über etwas Müdigkeit, wie man sie eben nach einer schlechten Nacht empfindet, hinaus. Betroffene klagen beispielsweise über:

  • Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen
  • Gereiztheit kommen.
  • Exzessive Tagesmüdigkeit
  • Abgeschlagenheit

Auch körperliche Beschwerden sind bei dauerhaft mangelndem Schlaf möglich, etwa

  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Kopfschmerzen
  • Herz-Kreislauf-Probleme
  • Gliederschmerzen

Deswegen kommt es auf die Beschwerden an, welcher Arzt bei Schlafstörungen helfen kann.

Auf den Punkt gebracht: Wenn du mehr als dreimal pro Woche so schlecht schläfst, dass du deshalb tagsüber eins oder mehrere der oben genannten körperliche Probleme hast, solltest du wachsam sein und überlegen, welcher Arzt bei Schlafstörungen helfen kann. Dauert das mehr als einen Monat, solltest du unbedingt einen Arzt aufsuchen. Da man sich hinsichtlich Häufigkeit und Dauer von Schlafproblemen leicht täuschen kann, lohnt es sich, ein Schlaftagebuch zu führen. So kannst du genau nachvollziehen, wann du wie geschlafen hast.

Gelten Schlafschwierigkeiten als Erkrankung?

Die Einschlafschwierigkeiten für sich genommen gelten nicht als Erkrankung und man kann sich wegen ihnen auch nicht krankmelden. Allerdings sind Schlafprobleme nur ein Oberbegriff für eine ganze Reihe von körperlichen Erkrankungen. Mediziner unterscheiden dabei zwischen Störungen beim Einschlafen und Durchschlafstörungen. Zu den Erkrankungen die zu Schwierigkeiten beim Einschlafen führen, gehören beispielsweise:

  • Restless Legs Syndrom
  • Borderline Syndrom
  • Depressionen
  • Panikattacken
  • Parasomnien
  • Generell körperliche Schmerzen (welche durch weitere körperliche Erkrankungen verursacht werden)

Auch die Ursachen für Durchschlafstörungen sind sehr unterschiedlich. Dazu gehören beispielsweise:

  • starkes Schnarchen mit Atemaussetzern (Schlafapnoe)
  • nächtlicher Harndrang (Nykturie)
  • Parkinson
  • Epilepsie
  • Verschiedene hormonelle Erkrankungen (Schilddrüsen-, Nieren- und Krebserkrankungen)

Welcher Arzt bei Schlafstörungen helfen kann

Vermutlich hast du schon von Schlafmedizinern gehört. Das sind Ärzte, die sich mit dem Schlaf auseinandersetzen. Was vielleicht nicht jedem klar ist: Die Schlafmedizin ist keine Facharztausbildung, sondern eine Zusatzbezeichnung. Diese wiederum dürfen nur bestimmte Fachärzte führen. Deswegen beschränkt sich die Frage, welcher Arzt bei Schlafstörungen helfen kann, auch auf einen sehr begrnzten Kreis von Ärzten.

„Die Zusatzbezeichnung Schlafmedizin können Fachärzte für HNO-Heilkunde, Innere Medizin, Neurologie, Psychiatrie, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, Allgemeinmedizin und Kinderheilkunde erwerben“, erläutert Joachim Maurer, Leiter der Sektion für Schlafmedizin am Universitätsklinikum Mannheim. „Zum Schlafmediziner sollte man, wenn man entweder ohne Grund nicht schlafen kann, trotz ausreichendem oder viel Schlaf am Tage schläfrig und müde ist oder nachts aufhört zu atmen beziehungsweise laut und unregelmäßig schnarcht.“ Schlafmediziner arbeiten meist in einem Schlaflabor.

Damit deutet Joachim Maurer bereits an, wie vielschichtig die Problematik ist. Insgesamt gibt es 80 verschiedene Arten von Schlafproblemen. Dies erklärt die unterschiedlichen Fachrichtungen, die sich mit Schlafmedizin befassen.

Schlafmittel sind nicht immer die Lösung

Der DAK-Gesundheitsreport zeigt auch eines: Häufig wird sich bei einer Störung des Schlafs mit Schlafmitteln selbst behandelt. Das kann schwere körperliche und psychische Folgen haben. Denn der unsachgemäße Gebrauch von Schlafmitteln – selbst den frei erhältlichen – kann im schlimmsten Fall zur Abhängigkeit und schweren organischen Schäden führen. Deswegen solltest du Schlafmittel nie ohne das Einverständnis deines behandelnden Arztes oder behandelnden Ärztin zu dir nehmen.

Brauche ich einen Schlafmediziner?

Zunächst einmal nicht. Wenn du deinem Hausarzt vertraust, ist er deine erste Anlaufstelle. Durch viele Fragen wird er oder sie sich deinem speziellen Problem annähern – und das auch ganz ohne zwangsläufig die Zusatzbezeichnung Schlafmedizin zu führen. „Es kann der Arzt helfen, der sich das Problem genau anhört“, gibt sich Holger Hein, Vorsitzender der Norddeutschen Vereinigung für Schlafmedizin (NVSM), überzeugt. Ärzte, die sich mit der Thematik auseinandersetzen und engagiert nach einer Lösung suchen, finden in der Regel auch eine. Die kann auch so aussehen, dass sie ihre Patienten an Spezialisten verweisen. „Die Ärzte müssen sich untereinander austauschen“, betont Holger Hein.

„Schlafapnoe ist zum Beispiel eigentlich ein Fall für HNO-Ärzte und Pneumologen“, so Holger Hein weiter. „Aber auch Neurologen befassen sich damit“, obwohl dies nicht gerade direkt in ihr Fachgebiet fällt. Welcher Arzt bei Schlafstörungen helfen kann entscheidet sich auch dann, wenn er für eine Behandlung intensiv Ursachenforschung betreibt und wenn sich der Patient gut aufgehoben fühlt. Hein: „Letztlich hängt es auch von der Chemie zwischen Arzt und Patient ab.“ Die muss für eine Behandlung stimmen.

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Häufig gestellte Fragen

Woran erkenne ich eine Störung des Schlafs?

Am ehesten erkennst du es daran, dass du gereizt bist und unter Konzentrationsstörungen leidest. Auch eine exzessive Tagesmüdigkeit und Abgeschlagenheit können Anzeichen von Schlafproblemen sein. Des Weiteren leiden viele Betroffenen auch unter einem schwachen Immunsystem und sind schnell krank.

Welcher Arzt bei Schlafstörungen zuständig ist

Zuständig ist der Arzt, der sich mit dem Schlafproblem auseinandersetzt. Dies kann ein ausgewiesener Schlafmediziner sein, aber auch einfach der Hausarzt. Bei starkem Schnarchen lohnt sich ein Besuch beim Somnologen oder HNO-Arzt.

Und welcher Arzt bei Schlafstörungen des Babys?

Welcher Arzt bei Schlafstörungen des Kindes verantwortlich ist: In erster Linie ist das der Kinderarzt, der den Säugling bereits kennt und normalerweise behandelt. Bei schweren Schlafstörungen empfiehlt sich zusätzlich der Besuch bei einem Kinderarzt mit Zusatzbezeichnung Schlafmedizin.

Diplom-Psychologe Dr. Hans-Günter Weeß ist als Somnologe im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM), leitet die Akademie für Schlafmedizin (AfS) sowie das Interdisziplinäre Schlafzentrum des Pfalzklinikums, doziert an der Hochschule und ist Autor zahlreicher Fachbücher, u. a. von „Schlaf wirkt Wunder“.

Prof. Dr. med. Joachim Maurer leitet die Sektion Schlafmedizin am Universitätsklinikum Mannheim und ist Vorsitzender des Verbandes der Somnologen Baden-Württemberg. Sein Schwerpunkt ist die Behandlung von Patienten mit schlafbezogenen Atmungsstörungen, die mit den Standardtherapien nicht erfolgreich behandelt werden können. Er ist ein Hauptautor des Buches “Praxis der Schlafmedizin und gehört zu den Top-Ärzten der Focus-Liste für die Themen „Schlafmedizin“, „Schlafchirurgie“ und „Sinusitis“. 

Dr. med. Holger Hein ist Internist, Pneumologe und Schlafmediziner mit einer Facharztpraxis in Reinbek und Schlaflabor in Geesthacht. Er ist Vorsitzender der Norddeutschen Vereinigung für Schlafmedizin, Leiter der Hilfsmittelkommission der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin, und CME-Mitherausgeber der Zeitschrift SOMNOLOGIE.

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Quellen:

Neurologen und Psychiater im Netz: Ursachen von Schlafstörungen.
Gesundheitsinformation: Schlafprobleme und Schlafstörungen (Insomnie).
Patienteninformation: Schlafstörung – Ursache? Was hilft?

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