Schlafprobleme

Wechseljahre und Hitzewallungen nachts: 5 Tipps

Wechseljahre und Hitzewallungen nachts: 5 Tipps

Wenn Hitzewallungen nachts ab einem gewissen Alter auftreten, ist das ein untrügliches Anzeichen für die Wechseljahre. Nächtliche Schweißausbrüche zählen zu den fünf häufigsten Symptomen. Wir sagen dir, woher das Schwitzen kommt und wie du dir nachts helfen kannst.

Wechseljahre: Frau liegt wegen Hitzewallungen nachts wach.
Wechseljahre machen sich häufig durch Hitzewallungen nachts bemerkbar. Bild iStock/Motortion

Mit Beginn der Wechseljahre müssen viele Frauen kämpfen. Hitzewallungen nachts und Libidoverlust sind nur zwei der vielen Wechseljahresbeschwerden. Das Tröstende: Die Menopause macht jeder Frau zu schaffen. Die Frage ist nur, wie sehr? Manche Frauen haben fast gar keine Erscheinungen, andere leiden stark unter den Symptomen.

Neben Muskel- und Gelenkschmerzen können auch Erschöpfung, Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen zu den Symptomen zählen. Hitzewallungen und Nachtschweiß gehören dabei leider zu den häufigsten Beschwerden. Bis zu 90 Prozent aller Frauen haben mit Schweißattacken zu kämpfen. Wichtig: Es handelt sich dabei nicht um Erkrankungen, sondern um Symptome.

Wechseljahre: Woher kommen die Hitzewallungen nachts?

Ursache für Hitzewallungen nachts sind – wie sollte es anders sein – die Hormone. Sie sorgen dafür, dass sich die Blutgefäße plötzlich weiten und dadurch die Durchblutung in den äußeren Körperregionen zunimmt. Das Resultat: Die Haut fängt an sich zu röten, die Hauttemperatur steigt – und die Frau fängt an zu schwitzen. Nachtschweiß tritt auf.

Häufig gehen Hitzewallungen mit Herzklopfen einher. Dies ist eine natürliche Reaktion des Körpers, du musst dir also keine Sorgen machen. Eine Herzerkrankung dürfte nicht vorliegen. Wenn du dir aber Sorgen machst, kann ein Besuch beim Arzt oder der Ärztin auch nicht schaden. Zu Beginn der Menopause können Hitzeschübe und Schweißausbrüche nachts vermehrt auftreten, im Laufe der Zeit lässt der Nachtschweiß aber häufig nach und tritt seltener auf.

Kennst du schon den FÜR SIE Podcast „Crazy Sexy Wechseljahre“? Hier begleitet dich Buchautorin Angela Löhr durch die spannende Zeit der Wechseljahre.

5 Tipps gegen nächtliche Hitzewallungen

Gegen manche Symptome helfen nur Medikamente oder Schmerzmittel, gegen nächtliches Schwitzen können auch ein paar einfache Tipps helfen. Wir haben fünf Tipps für dich gegen Hitzewallungen nachts und eine erhöhte Körpertemperatur.

  1. Iss leicht verdauliche Speisen
    Iss vor dem Zubettgehen nichts Schweres mehr. Das belastet nur den Körper und begünstigt Hitzewallungen nachts. Gut sind Salate und Gemüse. Auch Reis, Haferflocken und Joghurt helfen, nachts nicht zu sehr zu schwitzen. Bei Obst solltest du vorsichtig sein. Es gibt gute Gründe, die gegen das Essen von Obst vor dem Schlafen sprechen.
  2. Meide stark gewürztes Essen
    Schon im normalen Alltag kann scharfes Essen die Blutgefäße weiten und zu nächtlichen Schweißausbrüchen führen. In der Menopause wird Nachtschweiß dann noch einmal verstärkt, weswegen du das Erweitern der Blutgefäße außerhalb des natürlichen Vorgangs vermeiden solltest. Lasse deswegen scharfes und zu stark gewürztes Essen lieber aus. Das kann helfen, Nachtschweiß zu verringern.
  3. Trinke weniger Kaffee und schwarzen Tee
    Abends sollte man sowieso keinen Kaffee, schwarzen oder grünen Tee trinken. Aber auch tagsüber getrunken können diese Getränke in den Wechseljahren dann nachts zu Schweißausbrüchen führen. Die Ursache dafür ist natürlich das Koffein. Es kurbelt deinen Metabolismus an und bringt deinen Stoffwechsel auf Touren. Und das fördert natürlich Schwitzen und Nachtschweiß. Gönn dir dann lieber einen Tee, der dir beim Einschlafen hilft. Unser Artikel nennt dir fünf leckere Teesorten.
  4. Schlafe mit mehreren dünnen Decken
    Bei mehreren dünnen Decken kannst du die Schlaftemperatur nachts aktiv beeinflussen. Dir ist es zu warm und Schweiß macht sich breit? Dann lege ein paar Schichten Decke beiseite. Die Hitzewallung ist vorbei und du fängst wieder an zu frieren? Hol dir die weggelegten Decken zurück.

    Achte allerdings auf das Gewicht der Decken. Sie sollten nicht zu schwer sein, damit du dich nachts im Schlaf noch normal bewegen kannst. Es sei denn, du möchtest das Gefühl einer Gewichtsdecke haben. Achte auch darauf, dass du möglichst atmungsaktive Bettdecken hast, die den Nachtschweiß im Notfall schnell nach außen hin abgeben. So kannst du Hitzewallungen nachts aktiv bekämpfen.
  5. Morgens eine Wechseldusche
    Wie soll eine Wechseldusche am Morgen bei Hitzewallungen in der Nacht helfen? Ganz einfach: Das Wechseln der Wassertemperatur erhöht die Elastizität deiner Blutgefäße, wodurch sie sich besser dehnen und das Blut besser durchfließen kann. Dadurch kann Wärme zügig abtransportiert werden und die Beschwerden lassen schneller nach.

    Eine Wechseldusche sollte immer mit warmem Wasser begonnen und mit kaltem Wasser beendet werden. Am besten sind drei Durchgänge. Ist dir eine Wechseldusche zu unangenehm, helfen auch Wechsel-Fußbäder gegen die Beschwerden. Beende die Durchgänge auch hier mit einem kalten Fußbad. Übrigens: Eine Wechseldusche hilft nicht nur bei Hitzewallungen nachts. Auch das Immunsystem wird gestärkt. Das beugt Erkrankungen vor. Und nebenbei hilft sie auch noch bei Schlafstörungen.

Generell hilft auch eine verbesserte Schlafhygiene, um die nächtlichen Hitzewallungen zu minimieren.

Was passiert in der Menopause mit dem Körper?

Zwischen 300 und 500 Eizellen reifen im Laufe des Lebens im Körper einer Frau heran. Mit Beginn der Menopause (mit durchschnittlich 51 Jahren) verringern die Eierstöcke ihre Hormonproduktion. Östrogen und Progesteron werden immer weniger, dafür steigt das männlichen Sexualhormon Testosteron im Körper an.

Diese Ursachen sorgen nicht nur dafür, dass Frauen im Alter immer häufiger schnarchen, Forschende gehen auch davon aus, das diese Umstellung der Hormone durch das Erhöhen der Körpertemperatur auch für die nächtlichen Hitzewallungen verantwortlich ist. Zwar lassen die Hitzewallungen (und andere Wechseljahresbeschwerden) mit dem Ende der Menopause nach, die Hormonumstellung (und damit die Ursache für einen veränderten Schlaf) ist aber dauerhaft. Mehr dazu findest du in unserem Artikel: „Menopause: So verändert sich der Schlaf in den Wechseljahren“.

Können die Wechseljahre gestoppt werden?

So sehr sich das vielleicht die ein oder andere Frau wünscht, aber die Menopause und die damit einhergehenden Wechseljahresbeschwerden können weder gestoppt noch rückgängig gemacht werden. Es gibt verschiedene Tipps und Tricks, wie man die Symptome der Wechseljahre und auch die Hitzewallungen bekämpfen kann. Das ändert aber nichts an der Veränderung im Körper. Einfach gesagt: Sollten wir es irgendwann schaffen, die Menopause zu stoppen, können wir wahrscheinlich auch das Altern generell aufhalten.

Können Medikamente helfen?

Ja, es gibt Medikamente, die in der Menopause bei Nachtschweiß, Hitzewallungen nachts und anderen Beschwerden helfen können. Manche vom Arzt verschriebenen Medikamente enthalten dabei die Hormone (beispielsweise Östrogen), die Frauen in der Menopause verlieren. Dieses Eingreifen in den natürlichen Hormonhaushalt empfinden einige Frauen als unangenehm.

Deswegen greifen viele Frauen zu rezeptfreien, pflanzlichen Medikamenten. Beliebte Mittel gegen Hitzeschübe und Schweiß sind vor allem Traubensilberkerze und Rhapontikrhabarber. Willst du die Hitzewallungen nachts damit bekämpfen, gibt es aber etwas zu beachten: Bisher ist die Wirksamkeit dieser Mittel nicht belegt. Dafür aber das Risiko auf Nebenwirkungen. Du solltest Medikamente also nur als letztes Mittel in Betracht ziehen oder vom Arzt verschreiben lassen.

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Quellen:

MSD Manual: Menopause.
Gesundheitsinformation: Wechseljahrsbeschwerden.
Stiftung Warentest: Beschwerden in den Wechseljahren.

Autor Profilbild

Alexander Scherb

Senior Online-Redakteur bei MeinSchlaf.de