Schlafprobleme

Verstopfte Nase: Tipps für einen erholsamen Schlaf

Verstopfte Nase: Tipps für einen erholsamen Schlaf

Es gibt kaum etwas Quälenderes als eine verstopfte Nase während des Einschlafens. An erholsamen Schlaf ist dann nicht zu denken. Wir nennen Gründe einer verstopften Nase und geben dir wertvolle Tipps, wie du deine Nase vor dem Schlafengehen freibekommst.

Frau putzt sich die verstopfte Nase im Bett.
Eine verstopfte Nase kann für schlaflose Nächte sorgen. Bild: iStock

Verstopfte Nase beiseite: Wusstest du, dass 80 Prozent der Menschen regelmäßig ein verstopftes Nasenloch haben? Nasenzyklus nennt das die Wissenschaft. Dieser Zyklus beschreibt das wechselseitige Anschwellen der Nasenschleimhäute zur Erholung.

Was im Alltag kaum auffällt, kann abends im Bett unglaublich nervig sein. Dann ist an erholsamen Schlaf nicht zu denken. Doch woher kommt eine verstopfte Nase, wenn man eigentlich gesund ist? Wir haben uns dieses Phänomen angeschaut.

Eine verstopfte Nase durch eine Erkrankung

Eine verstopfte Nase kann vielfältige Ursachen haben. Natürlich sind da in erster Linie zahlreiche Erkrankungen, die dazu führen, dass die Nase in der Nacht zu ist. Diese dürfen wir hier auf jeden Fall nicht außen vor lassen. Deswegen hier einige Erkrankungen, die zu einer verstopften Nase führen.

  • Schnupfen: Jaja, dieser elende Schnupfen. Jedes Jahr im Herbst kommt er und sorgt mit einer verstopften und laufenden Nase, Niesen und Druck auf den Nasennebenhöhlen für leidende Gesichter. Meist ist ein Schnupfen das Hauptsymptom einer Erkältung, eines grippalen Infekts oder einer Coronoavirus-Erkrankung. Medizinisch wird der Schnupfen Rhinitis genannt. Über 200 Viren sind bekannt, die Schnupfen verursachen können, weshalb die Entwicklung eines Impfstoffs bis heute nahezu unmöglich ist. Und wer würde sich schon 200 verschiedene Impfungen antun, um eine verstopfte Nase zu verhindern?
  • Nasenpolypen: Damit sind Schleimhautwucherungen gemeint, die in der Nasennebenhöhle entstehen und bis in die Nasenhöhle wachsen können. Meist entstehen diese Polypen aufgrund einer Entzündung oder einer Infektion der Nase. Sie sorgen neben einer verstopften Nase unter anderem auch für gehäuftes Niesen, dem Verlust des Geruchsinns, einem exzessiven Nasenausfluss und Juckreiz in den Augen. Nasenpolypen können auch für eine Nasennebenhöhlenentzündung verantwortlich sein, wenn sie den Zugang zur Nasennebenhöhle versperren. Mehr über Nasenpolypen erfährst du beim Fachmagazin MSD Manual.
  • Nasennebenhöhlenentzündung: Und wenn wir sie schon angesprochen haben, können wir mit ihr auch direkt weitermachen. Natürlich kann auch eine Nasennebenhöhlenentzündung für eine verstopfte Nase verantwortlich sein. Sinusitis wird sie in der Fachsprache genannt und beschreibt eine Entzündung einer oder mehrerer Nebenhöhlen. Insgesamt hat der Mensch vier Nasennebenhöhlen: Die Stirnhöhlen, die Siebbeinzellen, die Keilbeinhöhle und die Kieferhöhlen. Es wird zwischen akut und chronisch unterschieden. Neben einer verstopften Nase kommt auch noch ein eingeschränkter Geruchssinn und Druckschmerzen im Gesicht hinzu. In schlimmen Fällen treten auch Kopfschmerzen und Fieber auf. Eine Sinusitis wird häufig durch eine Erkältung oder einen grippalen Infekt ausgelöst.
  • Allergien: Zahlreiche Allergien sorgen dafür, dass die Nase nicht nur nachts, sondern die ganze Zeit verstopft ist. Für den Schlaf besonders unangenehm ist die Hausstauballergie, die fast immer von Bettmilben ausgelöst wird. Da das Gesicht beim Schlafen besonders in Kontakt mit den kleinen Spinnentieren kommt, ist die Allergie beim Zubettgehen und nachts besonders intensiv. Bei einer Hausstauballergie hilft es meist schon, das Bett und die Matratze ausgiebig zu reinigen. Bei anderen Allergien müssen meist Medikamente ran. Unser Artikel „Bettmilben: So wirst du die Spinnentiere los“ erklärt, wie du die Plagegeister aus deinem Schlafzimmer vertreibst.
  • Nasenscheidewandverkrümmung: Hierbei handelt es sich um eine Fehlstellung der Nasenscheidewand. Diese Wand trennt unsere beiden Nasengänge voneinander. Während eine leichte Krümmung bei vielen Menschen vorhanden und unproblematisch ist, kann eine starke Nasenscheidewandverkrümmung für eine Verschlechterung der Atmung sorgen und sogar den Geruchssinn beeinträchtigen. In den meisten Fällen hilft nur ein operativer Eingriff, um dieses Problem zu lösen. Die Operation gilt heutzutage als Routineeingriff.

Bei den meisten hier aufgezählten Erkrankungen ist die verstopfte Nase ein Symptom von vielen. Die Ursache ist also nicht unbekannt oder liegt im Ungewissen. Zudem kann, muss aber keine Behandlung stattfinden, da das Problem meist mit Abklingen der Erkrankung verschwindet. Die folgenden Ursachen haben meist nur die geschlossene Nase als Symptom.

Andere Ursachen für eine verstopfte Nase

Häufig ist eine verstopfte Nase kein Symptom einer Erkrankung. Möchte man dann erholsam schlafen, muss man akut gegen Atemprobleme vorgehen. Ein Vorteil ist, dass du einer verstopften Nase, der keiner Erkrankung zugrunde liegt, vorbeugen kannst. Ursachen können sein:

  • Zu trockene Schlafzimmerluft: Bei zu trockener Luft trocknen unsere Nasengänge aus und unsere Nase fängt an, vermehrt Nasensekret zu erzeugen, um die Nasengänge feucht zu halten. Und das führt im Verlauf zu einer verstopften Nase. Unser Artikel „Mit warmer Heizung schlafen: Diese Gründe sprechen dagegen“ geht noch einmal genauer auf die Probleme zu trockener Luft ein. Übrigens: Bei trockenen Nasengängen verliert die Nase ihre Abwehrkraft. Schadstoffe und Erreger können leichter in unseren Körper gelangen. Eine trockene Nase kann also durchaus dazu führen, dass du krank wirst.
  • Zu staubige Schlafzimmerluft: Selbst wenn man keine Hausstauballergie hat, kann man unter zu staubiger Luft leiden. Ähnlich wie bei zu trockener Luft, fängt auch bei staubiger Luft die Nase an mehr Sekret zu erzeugen. Einfach, um die Masse an eindringenden Stoffen Herr zu werden. Das führt dann ebenfalls zu einer verstopften Nase.
  • Zu kalte Schlafzimmerluft: Nicht nur unser Schlaf ist ein empfindliches System, der ganze Körper kann schon durch geringe Einflüsse durcheinander gebracht werden. Denn auch zu kalte Schlafzimmerluft kann für eine verstopfte Nase sorgen. Die Nase erwärmt die eingeatmete Luft nämlich auf Körpertemperatur. Je kälter die Luft ist, desto schwerer fällt es unserer Nase, die sie auf die richtige Temperatur zu bringen. Um eine größere Fläche zu bieten, die die Luft erwärmen, schwellen die Nasenschleimhäute an.
  • Rauchen oder Passivrauchen: Der giftige Rauch einer Zigarette lässt die Nasenschleimhäute anschwellen, was wiederum zu einer geschlossenen Nase führt. Und ja, auch Zigarettengeruch an Kleidung, Wäsche und Möbelstücken können zu einer verstopften Nase führen.
  • Schimmel im Schlafzimmer: Vielleicht hast du versteckt an einer Schrankwand einen Schimmelfleck und hast ihn noch nicht bemerkt. Schimmel kann sehr gefährlich werden und sorgt schon bei geringem Aufkommen in der Luft für eine verstopfte Nase. Auch andere Erkältungssymptome wie Husten, ein kratzender Hals und Niesen können Anzeichen für Schimmel sein. Hier gilt es schnell zu handeln. Wie du Schimmel richtig entfernst, erfährst du in unserem Artikel: „Schimmel im Schlafzimmer: So wirst du ihn los“.
  • Verstopfte Nase durch Nasenspray: Ja, das kann passieren. Dieses Phänomen wird der Rebound-Effekt genannt (Rebound für Rückstoß). Der Grund: Die Nasenschleimhäute gewöhnen sich an das Spray und wenn es dann nicht in regelmäßigen Abständen genutzt wird, schwellen die Nasenhäute wieder an. Allein deswegen solltest du ein Nasenspray niemals länger als eine Woche nutzen.

Die optimale Schlafzimmertemperatur liegt zwischen 16 und 19 Grad. In unserem Artikel „Besser schlafen: Das ist die optimale Schlaftemperatur“ erfährst du mehr zu dem Thema.

So optimierst du dein Schlafzimmer

Sollte die verstopfte Nase von einer Krankheit herrühren, solltest du als Erstes zum Arzt oder zur Ärztin gehen und dir Medikamente verschreiben lassen. Des Weiteren können Erkältungsbäder oder auch eine Dampfinhalation gegen eine verstopfte Nase helfen. Doch Vorsicht: Nicht bei allen Erkrankungen ist das Inhalieren empfehlenswert. Sprich dich vorher mit deinem Arzt oder deiner Ärztin ab. Weiterhin kann helfen:

  • Sorge für Feuchtigkeit im Schlafzimmer
    Lege ein feuchtes Handtuch über die Heizung oder hänge ein feuchtes Handtuch im Zimmer auf. Auch ein Schälchen mit Wasser kann den Raum genügend befeuchten. Die Luftfeuchtigkeit in einem Raum sollte zwischen 50 und 60 Prozent betragen. Solltest du die Luft einfach nicht feucht bekommen, kann ein elektronischer Luftbefeuchter helfen. Er misst die Luftfeuchtigkeit im Raum und gibt entsprechend Feuchtigkeit an die Umgebung ab.
  • Entferne unnötige Gegenstände
    Für den meisten Staub im Schlafzimmer sorgen Kleidung, Pflanzen und Teppiche. Natürlich ist es für die meisten Menschen nicht möglich, ihre Kleidung in ein anderes Zimmer zu verlegen. Anders sieht es aber mit Pflanzen und Teppichen aus. Wirst du dem Staub im Schlafzimmer nicht Herr, entferne Teppiche und Pflanzen. Sollte auch das nicht reichen, kannst du einen elektrischen Filter in den Raum stellen. Er filtert den Staub (und andere Schadstoff) aus der Luft.
  • Sorge für eine Grundtemperatur
    Ganz einfach – lass das Fenster geschlossen. Vor allem in der Nacht. Mit offenem Fenster zu schlafen ist sowieso ungesund. Sollte es trotzdem nicht warm genug werden, wirst du wohl die Heizung anmachen müssen.
  • Geh auf Schimmelsuche
    Suche dein Schlafzimmer nach Schimmel ab. Wie oben schon erwähnt, gilt es bei Schimmel besonders schnell zu handeln. Wichtig: Das Behandeln von Schimmelflecken geschieht fast immer mit giftigen oder ätzenden Substanzen. Diese verbreiten sich auch in der Luft. Sorge deswegen für eine gute Belüftung und schlafe zumindest in der ersten Nacht nach der Reinigung in einem anderen Zimmer.

Verstopfte Nase: Diese Hausmittel helfen

Natürlich gibt es auch ein paar Hausmittel, die bei verstopfter Nase helfen. Beispielsweise:

1. Nasendusche

Eine Nasendusche kann die Schleimhäute auf Vordermann bringen und die Sekretproduktion anregen. Zudem macht eine Nasendusche die Nase frei und sorgt dafür, dass du durchatmen kannst. Einfach kurz vor dem Schlafengehen anwenden. Achte aber darauf, die richtige Menge Salz hinzuzufügen.

2. Warme Kompressen

Ein warmer Umschlag auf dein Gesicht gelegt, kann die Nasengänge freimachen. Lege dafür einen Waschlappen oder ein kleines Handtuch ins Wasser, wringe es aus und lege es auf dein Gesicht. Das Wasser sollte heiß, aber nicht zu heiß sein.

3. Ätherische Öle

Menthol, Eukalyptus und Co. sorgen mit ihren Dämpfen für eine freie Nase. Die Öle kannst du entweder als Badezusatz in die Badewanne geben oder mit Wasser in eine Schüssel schütten und dann als Dampfinhalation einatmen. Oder du nutzt sie als Kissenspray und beträufelst dein Kopfkissen damit. Was auch noch geht: Hole dir einen Verdampfer für die Wohnung und gebe ein paar Tropfen hinein. Der Verdampfer stößt dann von Zeit zu Zeit das wohltuende Öl in die Luft und macht die verstopfte Nase frei.

4. Viel trinken

Hier gilt die Devise: Viel hilft viel. Wer viel trinkt, gibt seinem Körper genügend Flüssigkeit und dann hat dieser auch genügend Feuchtigkeit für die Nase übrig. Mindestens sechs Gläser sollten es am Tag sein. Direkt vor dem Schlafengehen solltest du aber nichts mehr trinken, da sonst die Gefahr besteht, dass du nachts wach wirst, weil du auf die Toilette musst.

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Quellen:

HNO-Ärzte im Netz: Was ist Schnupfen?
Gesundheitsinformation: Nasennebenhöhlenentzündung.
MSD Manual: Verstopfte und laufende Nase.

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Alexander Scherb

Senior Online-Redakteur bei MeinSchlaf.de