Schlafprobleme

Verschlucken im Schlaf: Wie kommt es dazu?

Verschlucken im Schlaf: Wie kommt es dazu?

Ist es dir schon einmal passiert, dass du aus dem Schlaf aufgeschreckt bist, weil du dich verschluckt hast? Dann gehörst du vielleicht zu den wenigen Betroffenen, die unter einem schlafbezogenem abnormen Schlucksyndrom leiden. Wir klären auf, wie es zum Verschlucken im Schlaf kommt.

Verschlucken im Schlaf: Mann wacht hustend aus dem Schlaf auf.
Verschlucken im Schlaf ist ein sehr seltenes Phänomen. Bild: iStock/Kiwis

Wenn man über das Verschlucken im Schlaf spricht, dann denkt man in erster Linie an kleine Kinder und Babys. Bei ihnen passiert es häufiger, dass sie sich im Schlaf verschlucken, weil sie beispielsweise etwas Aufregendes träumen oder auch im Schlaf mal ein Bäuerchen machen.

Doch bei Erwachsenen? Gibt es das wirklich, dass man sich im Schlaf verschluckt? Ja, das gibt es und tritt es häufiger auf, handelt es sich dabei um eine Parasomnie und für die gibt es sogar einen Namen: Schlafbezogenes abnormes Schlucksyndrom. In diesem Artikel nennen wir sämtliche Gründe, warum es zum Verschlucken im Schlaf kommen kann, ob es Hilfe dafür gibt und wenn ja, was man dagegen tun kann.

Schlucken wir im Schlaf?

Da wir uns nicht ans Schlucken im Schlaf erinnern können, ist die Frage in erster Linie: Schlucken wir überhaupt im Schlaf? Ja das tun wir. Je nach Schlafposition bis zu 80 Mal. Der Grund ist schnell erklärt. Auch im Schlaf produzieren wir Speichel. Zwar nicht so viel wie im Wachzustand, aber immerhin noch genug, dass wir öfter einmal schlucken müssen.

Dass wir im Schlaf nicht mehr so viel Speichel produzieren, liegt am Tiefschlaf, währenddessen unsere Körperfunktionen generell heruntergefahren sind, so beispielsweise auch unsere Herzfrequenz und unsere Atmung. Übrigens: Das wir Insekten oder Spinnen im Schlaf essen gehört ins Reich der Mythen. Und das aus einem Grund, der auch für das Verschlucken im Schlaf eine Rolle spielt.

Verschlucken im Schlaf: Wie kommt es dazu?

Das Verschlucken im Schlaf kann ganz unterschiedliche Ursachen haben, da es verschiedene Auslöser geben kann. Dazu gehört beispielsweise:

  • Nächtliches Sodbrennen: Eine erhöhte Produktion von Magensäure kann dazu führen, dass diese zurück in die Speiseröhre läuft. Dies führt wiederum dazu, dass dein Mund mehr Speichel produziert. Meist ist es allerdings so, dass du schon vorher vom Sodbrennen geweckt wirst, bevor es zum Verschlucken im Schlaf kommen kann.
  • Eine verstopfte Nase: Generell atmen wir im Schlaf durch die Nase. Nur, wenn dies nicht möglich ist, nutzen wir den Mund zur Atmung. Abgesehen davon, dass es dadurch zu Schnarchen kommen kann, steigt dann auch die Gefahr auf ein Verschlucken im Schlaf.
  • Zu viel Alkohol: Wer über den Durst trinkt und stark alkoholisiert schlafen geht, riskiert, dass er sich im Schlaf verschluckt. Denn betrunken entspannt sich unsere Muskulatur so stark, dass manche Vorgänge erst sehr spät oder gar nicht bemerkt werden. Beispielsweise nimmt auch das Schnarchen im betrunkenen Zustand zu, weil unserem Körper der normale Reflex fehlt.

Meist ist ein Verschlucken im Schlaf unverkennbar, da man hustend und mit Erstickungsgefühl aus dem Schlaf schreckt (weswegen wir im Schlaf auch keine Insekten verschlucken).

Schlafapnoe und Verschlucken im Schlaf

Auch eine Schlafapnoe kann die Schuld am einem Verschlucken während des Schlafens tragen. Bei einer Schlafapnoe kommt es zu starkem Schnarchen mit teilweise minutenlangen Atemaussetzern. Die Gründe für eine Schlafapnoe können sein:

  • Verengte Atemwege
  • Das zurückfallen der Zunge in den Rachen
  • Starkes Übergewicht (Adipositas)
  • Angeschwollene Nasenschleimhäute

Eine unbehandelte Schlafapnoe kann schwerwiegende Folgen haben, wie das erhöhte Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfällen und eben dem Verschlucken im Schlaf. Alles über diese Erkrankung erfährst du in unserem Artikel über die Schlafapnoe.

Schlafbezogenes abnormes Schlucksyndrom

Das schlafbezogene abnorme Schlucksyndrom (SAS) bezeichnet das vermehrte Schlucken von Speichel, dem Verschlucken im Schlaf und anschließendem Husten. Symptome eines SAS sind:

  1. Plötzliches und erschrecktes Aufwachen
  2. Erstickungsgefühle beim Aufwachen
  3. Einschlafstörungen
  4. Durchschlafprobleme

Meist macht sich das schlafbezogene abnorme Schlucksyndrom schon beim Einschlafen bemerkbar. Vielen läuft schon beim Einschlafen entweder der Speichel aus dem Mund oder in den Rachen und sie verschlucken sich. Aus diesem Grund kann es auch zu Durchschlafproblemen kommen, da Betroffene es nicht schaffen wieder einzuschlafen, nachdem sie einmal wachgeworden sind.

Wie bei vielen Parasomnien, sind die Ursachen für eine SAS nicht abschließend geklärt. Teilweise ist eine Fehlentwicklung des Nasen-Rachenbereichs für das Verschlucken im Schlaf verantwortlich. Deshalb ist ein Untersuchung beim Hals-Nasen-Ohrenarzt empfehlenswert.

Kann ich einem Verschlucken vorbeugen?

Das kommt darauf an. Tritt das nächtliche Verschlucken häufig nacht einem feucht-fröhlichen Abend auf, ist es ratsam, den Alkoholkonsum zu reduzieren. Beim Verschlucken durch Sodbrennen solltest du auf deine Ernährung achten und abends nichts Fettiges oder schweres mehr zu dir nehmen. Lebensmittel wie Pizza, Pommes und Burger fördern das Sodbrennen in der Nacht.

Bei einer verstopften Nase gilt es natürlich diese zu bekämpfen. Dann wird es auch nicht mehr dazu kommen, dass man sich im Schlaf verschluckt. Das Gleiche gilt für die Schlafapnoe. So kann eine CPAP-Maske beispielsweise helfen, dass die Zunge nicht mehr in den Rachen fällt, wie es bei Rückenschläfern passiert. Bei ihnen kann auch ein spezielles Kissen für Rückenschläfer helfen, da es verhindert, dass man sich im Schlaf auf den Rücken dreht.

Da die meisten Schlafapnoe-Betroffenen an Übergewicht leiden, hilft hier in erster Linie abnehmen. Bekämpfst du die Ursachen einer Schlafapnoe, verschwindet meist auch das Verschlucken im Schlaf.

Schlafbezogenes abnormes Schlucksyndrom: Medikamente helfen

Eine wirkliche Heilung vom schlafbezogenen abnormen Schlucksyndrom gibt es, wie oben schon erwähnt, nicht. Neben einem Besuch beim HNO-Arzt können allerdings auch Medikamente helfen, die den Speichelfluss reduzieren, was dann dazu führt, dass das Verschlucken im Schlaf nachlässt. Am besten redest du dafür mit deinem Arzt oder deiner Ärztin.

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Quellen:

MSD Manual: Schlafapnoe.
Kindergesundheit-Info: Von Albträumen, Nachtschreck und Schlafwandlern.

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Alexander Scherb

Senior Online-Redakteur bei MeinSchlaf.de