Schlafprobleme

Trockener Mund in der Nacht: Ursachen und Hilfe

Trockener Mund in der Nacht: Ursachen und Hilfe

Wachst du häufig mit einem trockenen Mund in der Nacht auf? Oder benötigst du nachts oft kühles Wasser, weil sich deine Zunge klebrig anfühlt und dein Hals schmerzt? Die Symptome eines trockenen Mundes können unangenehm sein und vor allem die Schlafqualität beeinträchtigen. Wir nennen Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten.

Trockener Mund: Frau trinkt ein Glas Wasser.
Nachts mit einem trockenen Mund aufzuwachen, kann sehr unangenehm sein und das Schlucken erschweren. Bild: iStock/Aja Koska

Was ist Mundtrockenheit?

Häufig wird ein trockener Mund gar nicht als eigenständige Beschwerde wahrgenommen, doch besonders nachts ist Mundtrockenheit, in der Fachsprache auch Xerostomie oder Oligostomie genannt, weit verbreitet. Dabei ist es wichtig, das Phänomen zu behandeln, da es sonst zu Problemen der Mundgesundheit, wie z.B. Karies und Entzündungen des Zahnfleisches oder der Mundschleimhaut, führen kann.

Warum ist Speichel wichtig?

Bei einer Oligostomie produzieren die Speicheldrüsen nicht genügend Speichel, um den Mund feucht zu halten. Diese Feuchtigkeit ist jedoch notwendig, denn neben Wasser enthält Speichel auch wichtige Stoffe, die der Körper benötigt, um die Nahrung zu verdauen, die Zähne stark zu halten und um die Säure- und Bakterienkonzentration im Mund zu unterdrücken, die Probleme wie Karies und Zahnschmerzen verursachen. Er wird von den Speicheldrüsen produziert, die sich rund um die Wangen, Lippen, Zunge und in anderen Teilen des Mundes befinden. Die Speicheldrüsen geben ständig kleine Mengen Speichel in den Mund ab, um ihn feucht zu halten. Insgesamt kommt ein Mensch so auf bis zu zwei bis vier Liter Speichel pro Tag.

Kauen und Schlucken wäre ohne Speichelfluss nicht möglich

Wenn wir etwas essen, produziert der Körper besonders viel Speichel. Denn ohne ihn wäre die Nahrung, die wir essen und kauen, zu trocken und könnte das empfindliche Gewebe in der Speiseröhre verletzen. Darüber hinaus trägt Speichel auch dazu bei, kleinere Nahrungspartikel wegzuspülen, das Geschmacksempfinden zu verbessern, die Mundschleimhaut zu befeuchten und Krankheitserreger zu bekämpfen. Neben der Mundschleimhaut sind auch unsere Zähne mit einem dünnen Speichelfilm überzogen. Dieser enthält antimikrobielle Wirkstoffe und Mineralien, die Bakterien abtöten können und beim Wiederaufbau des Zahnschmelzes helfen. Die im Speichel enthaltenen Enzyme unterstützen zudem die Verdauung

Trockener Mund in der Nacht: Symptome

Die Symptome, die einen trockenen Mund in der Nacht begleiten, können von Person zu Person unterschiedlich sein. Zu den häufigsten zählen jedoch:

  • häufiges Wasser trinken in der Nacht
  • häufiges Aufwachen, weil du das Gefühl hast, nicht durch den Mund atmen zu können – da er so trocken ist
  • Halsschmerzen beim Aufwachen
  • trockene, rissige Lippen
  • trockener, kratziger Rachen
  • schlechter Atem am Morgen oder während des Tages
  • Ansammlung von dickflüssigem Speichel am Morgen
  • wunde Zunge

Trockener Mund in der Nacht: Ursachen

Rückgang der Speichelproduktion im Alter

Ein trockener Mund in der Nacht kann, vor allem bei älteren Erwachsenen, sehr häufig vorkommen. Das liegt daran, dass einige Bestandteile des Speichels und der Speichelfluss mit zunehmendem Alter abnehmen. Doch auch bestimmte Gesundheitszustände wie Diabetes, Schlaganfall, Pilzinfektionen im Mund (Soor), Autoimmunerkrankungen wie HIV/AIDS, Chemotherapie, Nikotin-, Alkohol- und Drogenkonsum sowie die Einname bestimmter Medikamente können ebenfalls als Ursache für eine Mundtrockenheit infrage kommen. 

Medikamente, die zu einem trockenen Mund führen

Zu den typischen Medikamenten, die zu einem trockenen Mund in der Nacht führen können, zählen Psychopharmaka, Schmerzmittel und Antihistaminika (Mittel gegen Allergien), Antidepressiva, Magen-Darm-Mittel (gegen Übelkeit und Erbrechen) und einige Schlaf- und Beruhigungsmittel.

Mundatmung und Schnarchen

Auch Schnarchen oder das Atmen mit offenem Mund während des Schlafes kann zur Mundtrockenheit beitragen. Wer in der Nacht zu viel durch den Mund atmet, beispielsweise aufgrund einer Nasenverstopfung, der trocknet seinen Mund damit automatisch noch mehr aus.

Du willst mehr über das Thema Schnarchen erfahren? Unser Artikel Schnarchen: 5 Tipps, die dagegen helfen zeigt, wie du das Schnarchen ganz schnell loswirst.

Behandlung bei Mundtrockenheit nachts

Um die Symptome der nächtlichen Mundtrockenheit zu vermeiden, können einige einfache Hausmittel Linderung bringen:

  1. Einen Luftbefeuchter benutzen
    • Stelle nachts einen Luftbefeuchter oder eine Schale voll Wasser in dein Zimmer, um den Feuchtigkeitsgehalt der Luft zu erhöhen.
  2. Reichlich Flüssigkeit trinken 
    • Trinke mehr Wasser und achte darauf, dass du hydriert bleibst. Stelle auch ein Glas Wasser neben dein Bett, falls du in der Nacht aufwachst und einen trockenen Mund hast. Um die Speichelproduktion vor dem Schlafengehen zu erhöhen, kann es ebenfalls helfen, ein Kaugummi zu kauen oder eine (alkoholfreie) Mundspülung zu verwenden. 
  3. Mit dem Rauchen aufhören
    • Rauchen reduziert die Speichelproduktion und trocknet den Mund noch zusätzlich aus.

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Quellen

Sleep Foundation: Dry Mouth At Night: What Causes It and How to Prevent It
NDR: Mundtrockenheit: Was hilft, wenn der Speichel wegbleibt?
National Health Service: Dry mouth
MSD Manual: Xerostomie

Autor Profilbild

Nele Jacobs

Online-Volontärin bei MeinSchlaf.de