Schlafprobleme

Exploding Head Syndrome: Ursachen, Symptome, Hilfe

Exploding Head Syndrome: Ursachen, Symptome, Hilfe

Das Exploding Head Syndrome ist eine Form der Schlafstörung, bei der die Betroffenen kurz vor dem Einschlafen plötzlich ein lautes Geräusch hören. Unser Artikel geht den Ursachen auf den Grund, nennt Symptome und bietet Hilfe.

Frauen sind in der Regel häufiger vom Exploding Head Syndrome betroffen als Männer. Bild: iStock

Was ist das Exploding Head Syndrome?

Das Exploding Head Syndrome (auf Deutsch auch „Explodierender-Kopf-Syndrom“ oder „Syndrom des explodierenden Kopfes“, kurz EHS) ist ein Phänomen, welches meistens kurz vor dem Einschlafen oder während des Aufwachens auftritt. Die Betroffenen werden von einem lauten Geräusch, ähnlich einem Donnerschlag oder einer Explosion, aufgeschreckt, obwohl keine auffälligen Geräusche in unmittelbarer Nähe zu hören sind.

Eine Episode ist in der Regel kurz und dauert weniger als eine Sekunde. Einige Betroffene können im Laufe der Nacht jedoch mehr als eine Halluzination erleben. Die Störung ist nicht mit körperlichen Schmerzen verbunden, allerdings wachen die Schlafenden häufig mit pochendem Herzen auf und fühlen sich verängstigt.

Exploding Head Syndrome zählt zu den Parasomnien

Das Syndrom zählt zu den parasomnischen Schlafstörungen und tritt typischerweise in der Übergangsphase zwischen Schlaf und Wachsein auf. Parasomnien gelten als unerwünschte Verhaltensweisen, die beim Einschlafen, im Schlaf oder beim Aufwachen auftreten. Zu den häufigsten Parasomnien zählen:

Wie häufig ist das Exploding Head Syndrome und wer erkrankt daran?

Obwohl das EHS seit den 1870er Jahren dokumentiert ist, ist bislang nicht bekannt, wie viele Menschen an dem Syndrom leiden. Das Durchschnittsalter der Betroffenen liegt bei 58 Jahren, es kann jedoch in jedem Alter beginnen. Laut einer Studie von der Washington State University leiden allerdings auch erstaunlich viele junge Menschen unter den Phantomgeräuschen. Darüber hinaus geht man davon aus, dass Frauen möglicherweise häufiger betroffen sind als Männer

Andere Schlafprobleme erhöhen Wahrscheinlichkeit von EHS

Das Syndrom des explodierenden Kopfes tritt häufiger bei Menschen auf, die ebenfalls unter einer Schlaflähmung leiden. Bei der Schlaflähmung sind die willkürlichen Muskelbewegungen entweder zu Beginn des Schlafs oder nach dem Aufwachen aus dem Schlaf für eine gewisse Zeit gehemmt. Die betroffene Person kann sich dann für eine kurze Zeit weder bewegen noch sprechen. Auch eine Vorgeschichte mit Schlaflosigkeit oder erhöhtem Stress kann die Wahrscheinlichkeit erhöhen, eine solche Episode zu erleben.

Was eine Schlaflähmung genau ist, woher sie kommt und was sich dagegen tun lässt, erklären wir in unserem Artikel: Schlafparalyse: Ursachen und Hintergründe.

Clusterkopfschmerzen als Auslöser für das EHS?

Kopfschmerzpatienten leiden ebenfalls häufig unter Schlafstörungen. Sogenannte Clusterkopfschmerzen sind teilweise so stark, dass sie die betroffenen Personen aus dem Schlaf reißen können. Von Clusterkopfschmerzen spricht man, da sich diese Kopfschmerzart in einer bestimmten Zeit häuft (engl. cluster = Gruppe, Häufung). Der Schmerz konzentriert sich dabei auf den Bereich hinter den Augen, der Stirn und den Schläfen.

Da das Exploding Head Syndrome nicht selten von auftretenden Lichtblitzen, plötzlichem Stechen im Kopf oder Muskelzuckungen begleitet wird, wird das Phänomen häufig mit Clusterkopfschmerzen oder Migräne verwechselt. Clusterkopfschmerzen können zwar ebenfalls nachts und sehr plötzlich auftreten, gehen jedoch mit starken Schmerzen einher und halten in der Regel länger an als das EHS.

Was sind die Symptome des Exploding Head Syndroms?

An diesen Anzeichen erkennst du die Schlafstörung: 

  1. Die Episoden sind durch plötzliche imaginäre Geräusche oder Halluzinationen gekennzeichnet, die an eine laute Explosion, an einen Schuss oder an einen Donnerschlag erinnern. Manchmal werden die Geräusche auch von Lichtblitzen begleitet. 
  2. Gefühle von intensiver Erregung und möglicherweise Angst oder Panik nach diesen Episoden. Betroffene wachen mit Schweißausbrüchen, schnellem Herzschlag oder Störungen der Atmung auf und haben häufig Schwierigkeiten, wieder einzuschlafen.
  3. Bei EHS treten keine körperlichen Schmerzen auf.

Was sind die Ursachen des Exploding Head Syndrome?

Zwar tritt das Phänomen oftmals in Verbindung mit anderen Schlafstörungen wie der Schlafparalyse (Schlaflähmung) auf, die genauen Ursachen des EHS sind derzeit jedoch noch nicht endgültig erforscht. Die meisten veröffentlichten medizinischen Berichte zu diesem Thema stützen sich nur auf einige wenige Patient*innen. Zu den aktuellen Theorien, die zu dem Syndrom beitragen können, zählen jedoch: 

  • Eine kurzzeitige Erhöhung der Aktivität der sensorischen Neuronen im Gehirn.
  • Eine Beschädigung oder Fehlfunktion der Innenohrstrukturen.
  • Eine Aura, die vor einer Migräne auftritt.
  • Ein hohes Maß an Stress und extremer Müdigkeit. 

Welche Therapien und Behandlungen gibt es für das Exploding Head Syndrome?

EHS gilt als harmlose Krankheit, die keine Gefahr für die Gesundheit darstellt. Sie ist in den meisten Fällen nicht mit zusätzlichen Erkrankungen verbunden und kann, mit der richtigen Behandlung und etwas Zeit, vollständig verschwinden.

Wenn eine Grunderkrankung wie eine Schlaflähmung oder chronische Migräne als Ursache vermutet wird, könnte eine direkte Behandlung dieser Störung Linderung bringen. Vielen betroffenen Personen helfen schon einfache Änderungen der Schlafhygiene:

  • Sorge dafür, dass dein Schlafzimmer ein ruhiger, dunkler Raum ist.
  • Halte dich an feste Aufsteh- und Zubettgehzeiten
  • Optimiere deine Schlafumgebung: Frische, kühle Luft hat eine schlaffördernde Wirkung
  • Meide zu üppige und fette Speisen sowie Koffein und Alkohol vor dem Schlafen.
  • Trage bequeme Schlafkleidung, in der du nicht schwitzt.
  • Vermeide unnötige Aufregung vor dem zu Bett gehen
  • Verzichte 30 Minuten vor dem Einschlafen auf elektronischen Geräte wie Handy, Laptop und Co.

Wenn du mehr über dieses Thema erfahren willst, lies unseren Artikel über Schlafhygiene.

Stress ist häufiger Auslöser für Schlafprobleme

Auch psychische Belastungen, Angst und Stress im Alltag sind häufige Auslöser für Schlafprobleme. Gibt es Anhaltspunkte dafür, dass das Phänomen des Exploding Head Syndrome in Verbindung mit Stress oder Ängsten steht, können Entspannungstechniken wie Mediation, Yoga oder Spaziergänge in den Alltag integriert werden.

Autogenes Training kann den betroffenen Personen helfen, zur Ruhe zu kommen, Ängste abzubauen und leichter in den Schlaf zu finden. In unserem Artikel Autogenes Training zum Einschlafen findest du 3 einfache Übungen zum Nachmachen.

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Quellen:
American Academy of Sleep Medicine: Exploding-Head-Syndrom
The Guardian: What is exploding head syndrome?
Journal of Sleep Research: Exploding head syndrome is common in college students
MSD Manual: Parasomnien

Autor Profilbild

Nele Jacobs

Online-Volontärin bei MeinSchlaf.de