Schlafprobleme

Ständig Durst in der Nacht: 4 Ursachen 

Ständig Durst in der Nacht: 4 Ursachen 

In der Nacht gelegentlich aufzuwachen und Durst zu verspüren, ist vollkommen normal. Wer jedoch unter ständigem Durst leidet, sollte die Ursache dafür abklären lassen. In einigen Fällen kann ein übermäßiges Durstgefühl auch ein Anzeichen für verschiedene Erkrankungen sein. Welche das sind, erklären wir in diesem Artikel.

Ein übermäßiges Durstgefühl kann ein typisches Anzeichen für Diabetes sein. Bild: iStock

Durst ist ein Signal unseres Körpers, welches uns zur Aufnahme von Flüssigkeit führen soll. Dieses Zeichen ist überlebenswichtig, da der menschliche Körper zu 70 Prozent aus Wasser besteht und sämtliche Funktionen unserer Zellen auf die Nutzung von Wasser ausgerichtet sind. 

Schon eine leichte Dehydrierung kann Kopfschmerzen, trockene Haut, extremen Durst und niedrigen Blutdruck verursachen. Wenn das Durstgefühl in der Nacht gelegentlich auftritt, bedeutet dies meist keinen Anlass zu Sorge. Sollte es aber über einen längeren Zeitraum immer wieder auftauchen, können ernste Erkrankungen dahinterstecken. Hier sind drei mögliche Gründe, warum du mitten in der Nacht durstig aufwachst. 

Ständig Durst in der Nacht: 4 Ursachen 

1. Dehydration 

Ein Mangel an Flüssigkeit ist einer der häufigsten Gründe, warum du in der Nacht durstig aufwachst. Hast du am Vortag zu wenig getrunken oder zu salzig gegessen, ist dein benötigter Flüssigkeitsbedarf nicht gedeckt und es kann zu vermehrtem Durst kommen. Eine Dehydrierung kann jedoch auch durch übermäßiges Schwitzen, Erbrechen oder Durchfall sowie durch Medikamente (z.B. Antidepressiva) verursacht werden.

Während wir schlafen nehmen wir über Stunden keine Flüssigkeit auf, weswegen es insbesondere in der Nacht zu einem vermehrtem Durstgefühl kommen kann. Besonders wichtig ist es, auf die Wasseraufnahme zu achten, wenn es sich um Kinder oder ältere Menschen handelt, da deren Durstempfinden möglicherweise kein genaues Maß für ihren Flüssigkeitshaushalt ist.

Unsere Ernährung spielt für unseren Schlaf eine fundamentale Rolle. In unserem Artikel „Einschlafprobleme? Meide diese 12 Lebensmittel“ kannst du nachlesen, auf welche Nahrungsmittel du vor dem Schlafengehen lieber verzichten solltest.

2. Diabetes

Tritt übermäßiger Durst über einen längeren Zeitraum auf, kann eine zuckerbedingte gesteigerte Urinproduktion beim Diabetes mellitus dahinterstecken. Typ-2-Diabetes ist eine Krankheit, bei der der Körper nicht genug von dem Hormon Insulin herstellt oder das Insulin nicht so verwendet, wie er es sollte. Dieses benötigen wir jedoch, um die Aufnahme von Glukose aus den Blutbahnen in die Zellen zu fördern, wo der Zucker zur Energiegewinnung dient. Ist der Körper allerdings nicht in der Lage, den Zucker zu verarbeiten, steigt folglich der Blutzuckerspiegel an. Durch vermehrtes Wasserlassen versucht der Körper den Zucker wieder loszuwerden. Dies führt zu einem Flüssigkeitsmangel, der sich durch vermehrten Durst und trockene Haut äußert. 

Kommen zu deinem nächtlichen Durst auch Symptome wie vermehrtes Wasserlassen, Schwindel oder Schwäche hinzu, solltest du daher unbedingt einen Arzt aufsuchen. 

3. Mundatmung

Ein weiterer Grund für ein gesteigertes Durstgefühl in der Nacht ist das Schnarchen oder die Atmung durch den Mund. Wer in der Nacht häufig mit offenem Mund schläft, der verliert auf natürliche Weise vermehrt Flüssigkeit und Elektrolyte. Denn während wir schlafen, reduzieren unsere Speicheldrüsen ihre Speichelproduktion, um Energie zu sparen. Atmen wir nun zusätzlich durch den Mund, verdunstet die Feuchtigkeit in unserem Mund und es entsteht eine leichte Dehydrierung. Die Folge: Wir wachen durstig auf. Nächtliche Mundtrockenheit kann, vor allem bei älteren Erwachsenen, sehr häufig vorkommen. Das liegt daran, dass einige Bestandteile des Speichels mit zunehmendem Alter abnehmen

Bestimmte Gesundheitszustände wie Diabetes, Schlaganfall, Pilzinfektionen im Mund (Soor), Autoimmunerkrankungen wie HIV/AIDS, Chemotherapie, Nikotin-, Alkohol- und Drogenkonsum sowie die Einname bestimmter Medikamente können eine sogenannte Oligostomie (Mundtrockenheit) ebenfalls verursachen. 

Möchtest du mehr über nächtliche Mundtrockenheit erfahren? In unserem Artikel: Trockener Mund in der Nacht: 3 Tipps, die helfen verraten wir dir, was du dagegen tun kannst. 

4. Trockene Luft

Auch in einem Raum mit trockener Luft zu schlafen, erhöht die Wahrscheinlichkeit, in der Nacht durstig aufzuwachen. Trockene Luft ist vor allem im Winter ein Problem, da die Heizungen auf Hochtouren laufen und die Raumluft austrocknen. Die Heizungsluft entzieht den Nasengängen und dem Mund Feuchtigkeit und lässt die Schleimhäute und Atemwege austrocknen. Das wiederum führt zu häufigem Aufwachen aufgrund von starken Durstgefühlen, Halsschmerzen oder einer verstopften Nase. 

Vermeide daher zu starkes Heizen im Schlafzimmer. Hier sollte die Raumtemperatur 18 Grad nicht überschreiten. Durch regelmäßiges Stoßlüften schaffst du zudem ein ideales Raumklima.

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Nele Jacobs

Online-Volontärin bei MeinSchlaf.de