Schlafprobleme

Schlafwandeln: Ursachen und Behandlung bei Erwachsenen

Schlafwandeln: Ursachen und Behandlung bei Erwachsenen

Schlafwandler begeben sich nicht nur in komische, sondern oft auch in ziemlich gefährliche Situationen. Doch was sind die Ursachen für nächtliches Umherwandern und wie bekommt man es in den Griff?

Schlafwandeln kann dich in gefährliche Situationen bringen
Schlafwandeln kann uns in komische aber eben auch sehr gefährliche Situationen bringen. Bild: Unsplash

Das Tückische am Schlafwandeln? Betroffene bekommen von den nächtlichen Streifzügen nichts mit, da sie keine Erinnerung daran haben. Oft sind es die Menschen mit denen wir zusammenleben, die uns auf das Problem aufmerksam machen. Zum Beispiel der Partner oder die Partnerin, Ehemann oder Ehefrau oder eben der WG-Mitbewohner. Die Situationen, die wir beim Schlafwandeln durchleben, sind oft ziemlich sonderbar. Die einen fangen an zu putzen, die anderen gönnen sich einen kleinen Mitternachtssnack oder stehen einfach nur verwirrt vor dem Bett.

So amüsant das vielleicht auch klingen mag. Schlafwandeln kann auch gefährlich werden. Etwa dann, wenn Türen und Fenster im Schlaf geöffnet werden und der Betroffene oder die Betroffene davon nichts merkt. Um schlimmeres zu verhindern, sollte das Phänomen also nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

Was ist Schlafwandeln?

Obwohl vom Schlafwandeln (auch „Somnambulismus“ genannt) vor allem Kinder betroffen sind, leiden auch viele Erwachsene unter dem Phänomen. Beim Schlafwandeln handelt es sich aus medizinischer Sicht um eine Schlafstörung. Hierbei kommt es zu sich wiederholenden Episoden, von denen der Betroffene oder die Betroffene nichts mitbekommt. Sie verlassen das Bett, irren umher, ohne sich darüber bewusst zu sein. Schlafwandeln mag für Außenstehende oft etwas Amüsantes haben, kann jedoch auch gefährlich werden, wenn der Autoschüssel herumliegt oder der Schlafwandler anfängt den Herd zu benutzen.

Schlafwandeln: Das passiert im Gehirn

So bekannt Schlafwandeln auch ist, tatsächlich ist nur sehr wenig über das Phänomen bekannt. Forscherinnen und Forscher vermuten jedoch, dass eine fehlende Balance zwischen den verschiedenen Gehirnarealen für das Phänomen verantwortlich ist. Oft genügt ein simpler Reiz, z.B. ein lautes Geräusch oder eine volle Blase. Die Betroffenen wachen dann nur halb aus ihrem Tiefschlaf auf. Dabei werde Schaltkreise im Gehirn aktiviert, die bestimmte Bewegungsabläufe steuern. Das Großhirn ruht jedoch. Aus diesem Grund führen Schlafwandlerinnen und Schlafwandler ihre Handlungen unbewusst und unkontrolliert aus.

Wie kommt es zum Schlafwandeln? Das sind die Ursachen

Schlafwandeln sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden, da hinter dem Phänomen tatsächlich eine Reihe von (ernsten) Ursachen stecken, die eine tiefgreifendere Behandlung oder Therapie nach sich ziehen können. Die Gründe für Schlafwandeln im Erwachsenenalter verbergen sich vor allem hinter folgenden Ursachen:

  • Stress
  • seelische Belastung
  • familiäre Vorbelastung
  • Alkohol
  • Kopfschmerzen oder Migräne
  • Fieber
  • Medikamente

„In jedem Fall sollte ein qualifizierter Arzt zurate gezogen werden, der den körperlichen und auch seelischen Ursachen für Schlafwandel auf den Grund geht. Es könnten auch Krankheiten wie eine Epilepsie, Hirnerkrankungen oder eine psychische Krankheit dahinter stecken, die gezielt behandelt werden müssen“, so Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin bei der Barmer, im Interview mit Barmer.de

Schlafwandeln behandeln: Diese Möglichkeiten gibt es

Bevor das Schlafwandeln behandelt werden kann, solltest du mögliche Ursachen unbedingt mit deinem Arzt oder deiner Ärztin abklären und ausschließen. Meist lässt sich das Schlafwandeln schon gut in den Griff bekommen, wenn Stress reduziert und seelische Belastungen aufgearbeitet bzw. geklärt werden. Neben der progressiven Muskelentspannung kannst du beispielsweise auch autogenes Training, Yoga, Atemübungen oder eine verbesserte Schlafhygiene ausprobieren, um das Schlafwandeln in den Griff zu bekommen. Greifen die Ursachen fürs Schlafwandeln tiefer, können psychische Blockaden und Belastungen auch mithilfe einer Psychotherapie gelöst werden. Eine medikamentöse Behandlung gegen Schlafwandeln gibt es nicht.

Schlafwandler aufwecken? Besser nicht!

Schlafwandelt dein Partner oder deine Partnerin, solltest du ihn oder sie auf keinen Fall aufwecken. Gefährlich ist es zwar nicht, der Betroffene oder die Betroffene könnte sich jedoch erschrecken und panisch werden. Auch zu Hilfsmitteln wie einem nassen Lappen solltest du niemals greifen. Hast du es mit einem Schlafwandler zu tun, begleite ihn ohne Hektik und Druck zurück ins Bett.

Autor Profilbild

Isabell Stiller