Schlafprobleme

Schlafstörungen: Bei wem Melatonin nicht wirkt

Schlafstörungen: Bei wem Melatonin nicht wirkt

Bei Schlafstörungen greifen viele Menschen gerne zu Melatonin. Dabei kann es durchaus sein, dass das Schlafhormon gar nicht wirkt. Wann Melatonin wirkt und wann du es vielleicht völlig umsonst nimmst, erfährst du in unserem Artikel.

Schlafstörungen: Wecker, Pillen und Schlafmaske vor blauem Hintergrund.
Nicht allen Menschen kann Melatonin bei Schlafstörungen helfen. Bild: iStock

Melatonin gilt als probates Mittel bei Schlafstörungen. Das Hormon kommt in unserem Körper ganz natürlich vor und macht uns schläfrig. Mehr zum Schlafhormon findest du in unserem Artikel über Melatonin.

Allerdings gibt es Melatonin auch in künstlicher Form als Tabletten oder Spray. Eine Einnahme kann dann sinnvoll sein, wenn Menschen unter einem Mangel an Melatonin leiden. Beispielsweise produziert unser Körper im Alter nicht mehr so viel Melatonin, weshalb ältere Menschen auch weniger und schlechter schlafen.

Wem Melatonin bei Schlafstörungen hilft – und wem nicht

Der natürliche Gegenspieler von Melatonin heißt Cortisol. Das sogenannte „Stresshormon“ spielt beim Aufwachen eine Rolle. Es aktiviert unseren Stoffwechsel und startet unseren Kreislauf. Allerdings wird unser Schlaf-Wach-Rhythmus (zirkadiane Rhythmus) von viel mehr beeinflusst, als von diesen beiden Hormonen. Deshalb kann Melatonin nicht per se als Einschlafhilfe genommen werden.

Wissenschaftler raten folgenden Personen zu einer vorsichtigen Nutzung von Melatonin:

  • Personen ab dem 55. Lebensjahr, die ohne erkenntliche Ursache Probleme mit dem Einschlafen haben.
  • Schichtarbeitern, da sie oft im Hellen einschlafen müssen und zu dieser Zeit kein Melatonin vom Körper produziert wird.

Unnötig hingegen wird die Nutzung von Melatonin bei folgenden Personen gesehen:

  • Menschen, die unter Stress leiden.
  • Personen, die unter Schlafstörungen aufgrund von Alkoholkonsum oder falscher Ernährung leiden.
  • Menschen, die noch spät abends Sport treiben.
  • Personen, die aufgrund von Schmerzen nicht schlafen können. Hier sollte die Ursache bekämpft werden.

Vorsicht: Auch wenn Melatonin käuflich frei zu erwerben ist, solltest du es nicht einfach einnehmen, sondern immer erst nach Absprache mit einem Arzt.

Melatonin wird nicht von Krankenkassen übernommen

Am 13. Juni 2022 trat der Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) in Kraft, nachdem Präparate mit Melatonin nicht von den Krankenkassen übernommen werden müssen. Damit müssen auch rezeptpflichtige Medikamente mit Melatonin vom Patienten selbst übernommen werden. Der Grund: Es gibt keine ausreichenden evidenzbasierten Daten, dass Melatonin oral eingenommen einen Effekt bei Schlafstörungen hat.

Ausgenommen sind die Präparate Circadin® und Slenyto®, die bereits in den Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherungen aufgenommen wurde.

Beratung zu Melatonin gibt es in der Apotheke

Seit Oktober 2020 sind Krankenkassen dazu verpflichtet, Beratungen von Apotheken-Mitarbeitern zu vergüten. Durch diesen Schritt wird die Apotheke vor Ort erheblich gestärkt. Solltest du also unsicher beim Kauf eines frei erhältlichen Melatonin-Präparats sein, scheue dich nicht den Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin der Apotheke zu fragen. Sie stehen dir mit Rat und Tat zur Seite.

„Gezielt können jetzt Apothekerinnen und Apotheker Erkrankte mit einer Reihe wichtiger gesundheitsbegleitender Maßnahmen noch besser unterstützen. So zum Beispiel durch Einübung von Inhalationstechniken […]“, sagt Patrick Heinz, Geschäftsführer der Deutschen Gesundheitshilfe DGH e.V. Die Selbstmedikation erlangt in der Bevölkerung einen immer höheren Stellenwert. Neben der Verpflichtung zur Beratung obliegt den Apotheken damit eben auch eine hohe Verantwortung.

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Alexander Scherb

Senior Online-Redakteur bei MeinSchlaf.de