Schlafprobleme

Schlafapnoe-Syndrom: Symptome, auf die du achten solltest

Schlafapnoe-Syndrom: Symptome, auf die du achten solltest

Das Schlafapnoe-Syndrom ist eine ernste gesundheitliche Beeinträchtigung, die unbehandelt zu schweren Folgeerkrankungen führen kann. Wir nennen die Symptome einer Schlafapnoe und stellen die Frage, ob sich eine Apnoe bei Männer und Frauen unterscheidet.

Schlafapnoe-Syndrom: Frau mit CPAP-Maske schläft.
Welche Symptome sind typisch beim Schlafapnoe-Syndrom? Wir verraten es dir. Bild: iStock

Schnarchen, Atemaussetzer, Atemstillstand: Die Symptome eines Schlafapnoe-Syndroms sind gerade im Schlaf sehr beängstigend. In diesem Artikel beschreiben wir mögliche Symptome beim Schlafapnoe-Syndrom (auch obstruktive Schlafapnoe genannt) und gehen der Frage nach, ob sich die Symptome einer obstruktive Schlafapnoe bei Männern und Frauen unterscheiden.

Mehr Informationen, unter anderem über Ursachen und Behandlung, kannst du in unserem ausführlichen Artikel zur obstruktiven Schlafapnoe nachlesen.

Wie äußern sich Schlafapnoe-Symptome?

„Typischerweise klagen Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe über eine ausgeprägte Tagesmüdigkeit und Einschlafneigung“, erläutert Nicolas Bauer, Hals-Nasen-Ohrenarzt mit Zusatzqualifikation Schlafdiagnostik. „Die Patienten berichten oft, sich morgens nach dem Aufstehen wie gerädert zu fühlen.“

Doch es gibt noch weitere Hinweise auf ein Schlafapnoe-Syndrom, beispielsweise:

  • Schnarchen
    Nicht jede betroffene Person, die nachts schnarcht, leidet am Schlafapnoe-Syndrom. Folgen nach langem Schnarchen plötzlich Momente der Stille, in denen die Atmung nicht mehr zu hören ist, können jedoch gefährliche Atemaussetzer der Grund für die unerwartete Ruhepause sein. Dann ist eine Schlafapnoe naheliegend.
  • Atemaussetzer
    Die Medizin spricht von einer obstruktiven Schlafapnoe, wenn es in der Nacht zu einer stark verlangsamten Atmung oder gar Atemaussetzern von mindestens zehn Sekunden Länge kommt. Auch bei kürzeren Atemaussetzern solltest du schon hellhörig werden. Ein Atemstillstand ist nie ein gutes Zeichen, egal ob fünf oder zehn Sekunden.
  • Tagesmüdigkeit
    Fühlst du dich tagsüber häufig müde oder drohst gar, bei einer ruhigen Tätigkeit einzunicken beziehungsweise verfällst du tatsächlich in einen Sekundenschlaf? An Tagesmüdigkeit können noch viele weitere Ursachen Schuld tragen. Nicht alles, was dir den Schlaf raubt, ist direkt krankhaft. Höre in dich hinein, ob dir vielleicht irgendwelche Sorgen machst oder Stress hast. Wenn ja, kann auch dies der Auslöser für schlechten Schlaf sein. Wenn nicht, liegt vielleicht ein Apnoe vor.
  • Konzentrationsstörungen
    Wenn dich etwas sehr beschäftigt, sind Konzentrationsstörungen nicht ungewöhnlich. Mit Erledigung des Problems legt sich das oft von selbst. Hast du jedoch ständig das Gefühl, dass dir die „Gedanken entgleiten“ oder du kannst nur schwer bei einer Sache bleiben, könnte das ein weiteres Indiz für eine Schlafapnoe sein.
  • Trockene Atemwege am Morgen
    Wachst du häufig mit trockenen Atemwegen (Kehle, Hals, Nasen-Rachenraum) auf? Dann kann das am Schnarchen liegen, welches mit dem Schlafapnoe-Syndrom einhergeht. Zwar können auch Erkältung, Grippe und Co. für eine verstopfte Nase sorgen und damit zu Schnarchen führen, kannst du allerdings gut atmen und leidest trotzdem morgens an trockenen Atemwegen, liegt das Schnarchen vielleicht an einem Schlafapnoe-Syndrom.
  • Kopfschmerzen
    Für Kopfschmerzen nach dem Aufwachen gibt es viele verschiedene Ursachen, allen voran Verspannungen und Rückenschmerzen. Sie können allerdings, vor allem, wenn sie nahezu immer auftreten, ein Hinweis auf ein Schlafapnoe-Syndrom sein.
  • Schwitzen in der Nacht
    Was vielen Frauen in den Wechseljahren widerfährt, zählt auch zu den Symptomen eines Schlafapnoe-Syndroms. Nächtliche Schweißausbrüche während einer Hitzephase ist natürlich kein Anlass zur Sorge. Sollten die Attacken allerdings bei kühlen Schlafzimmer auftreten, kann auch dies ein Hinweis auf ein Schlafapnoe-Syndrom sein.
  • Nächtlicher Blasendrang
    Häufiges nächtliches Wasserlassen (Nykturie) nervt nicht nur, sondern kann auch auf eine Apnoe hinweisen. Um das auszuschließen, kannst du zunächst deine Trinkgewohnheiten überprüfen. Kurz vor dem Schlafengehen noch viel zu trinken, ist ohnehin nicht ratsam.
  • Abruptes Aufwachen in der Nacht
    Wir alle erwachen mehrmals in der Nacht, meistens ohne uns dessen bewusst zu werden. Wenn du allerdings öfter regelrecht aus dem Schlaf hochschreckst und vielleicht sogar ein Erstickungsgefühl hast, solltest du möglichst bald mit einem Arzt darüber sprechen. Denn dann ist entweder ein Nachtschreck Schuld am Hochschrecken oder das Schlafapnoe-Syndrom.

Wenn eines dieser Symptome auf dich zutrifft, muss das nicht zwangsläufig bedeuten, dass du zu den Betroffenen zählst. Eine Abklärung bei einem Arzt ist trotzdem anzuraten, besonders, wenn du (oder dein Partner oder Partnerin) mehrere der Anzeichen bei dir beobachtest.

Schlafapnoe-Syndrom: Sind die Symptome bei Frauen anders?

Generell sind die Symptome bei Frauen und Männern gleich, auch sie leiden unter Schnarchen, Atemaussetzer und sogar Atemstillstand. Allerdings unterscheiden sich die Zeiträume, in denen eine Schlafapnoe auftritt, mit dem Geschlecht. Eine Schlafapnoe bei Frauen tritt hauptsächlich

  • zwischen dem 30 und 60 Lebensjahr auf,
  • während der Wechseljahre auf.

Wie beim Mann kann Übergewicht, eine Fehlbildung des Kiefer-Rachenraums, ein gedrungener Körperbau und Alkohol die Symptome verschlimmern.

Wie wird eine Schlafapnoe behandelt?

Geschlechter übergreifend ebenfalls gleich ist die Behandlung eines Schlafapnoe-Syndroms mit der CPAP-Behandlung. CPAP steht für „continuous positive airway pressure“, was sich mit „kontinuierlicher Atemwegsüberdruck“ übersetzen lässt. Bei CPAP sorgt eine Schlafmaske mit Überdruck dafür, dass die Atemwege im Schlaf geöffnet bleiben. Dadurch wird Schnarchen und Atemstillstand verhindert, da die Zunge nicht mehr in den Rachen rutscht.

CPAP wird von vielen Betroffenen als überaus unangenehm empfunden, unter anderem auch, weil viele denken, dass das CPAP-Gerät sehr laut ist. Mittlerweile hat sich die Technik vieler Geräte allerdings deutlich verbessert.

Übrigens: Alkohol begünstigt Schnarchen und Atemstillstände deswegen so stark, weil der Alkohol unsere Muskeln entspannt. Dadurch rutscht die Zunge noch leichter in den Rachen und stört die Atmung, was dann zu starkem Schnarchen und einer Apnoe führen kann.

Schlafapnoe ohne erkennbare Symptome

„Viele Patienten haben oft auch keine Symptome“, warnt HNO-Arzt Nicolas Bauer. „Im Rahmen einer Blutdruckabklärung oder eines 24-Stunden-EKGs zum Beispiel kann dann der Verdacht auf ein Schlafapnoe-Syndrom gestellt werden. Häufig ist der Mund morgens ausgetrocknet und der Hals schmerzt.“

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Dr. med. Nicolas Felix Bauer ist niedergelassener Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde mit Zusatzqualifikation Schlafdiagnostik in Schwabach. Er berät regelmäßig Patientinnen und Patienten mit Schlafstörungen und führt ambulante Polygraphien durch.

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Quelle:

Frauengesundheitsportal: Schlafapnoe (Atemstörungen beim Schlaf).

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