Schlafprobleme

Reizhusten nachts: Woher er kommt, wie du ihn loswirst

Reizhusten nachts: Woher er kommt, wie du ihn loswirst

Wenn der Reizhusten nachts Überhand nimmt, ist an Schlaf nicht zu denken. Nächtlicher Hustendrang kann viele Gründe haben. Wir nennen die Ursachen und sagen dir, was du gegen Reizhusten in der Nacht tun kannst.

Reizhusten nachts: Junge Frau sitzt im Bett und hustet.
Auf Dauer kann Reizhusten nachts für enorme Beschwerden sorgen. Bild: iStock

Man liegt im Bett und will schlafen, aber das Kratzen im Hals lässt einen nicht. Warum Reizhusten nachts so oft auftritt, ist scheinbar schnell geklärt: Der häufigste Grund ist glücklicherweise die schnöde Erkältung. Zwei Gründe sorgen für Kratzen im Hals. Zum einen läuft durch die horizontale Lage beim Liegen Nasensekret schneller in den Rachen und das löst Reizhusten aus.

Zum anderen ist die Nase oft verstopft, wodurch wir mehr durch den Mund atmen. Das trocknet den Rachenraum aus, was wiederum dazu führt, dass die Hustenrezeptoren gereizt werden. Es kommt zu Hustenattacken. Leider ist eine Erkältung nicht der einzige Grund für nächtlichen Hustenreiz. So kann Reizhusten nachts auch ein Anzeichen für eine ernstere Erkrankung sein.

Welche Ursachen hat Reizhusten nachts?

Dass hauptsächlich eine Erkältung für Reizhusten in der Nacht verantwortlich ist, haben wir schon geklärt. Leider können auch andere Ursachen Schuld am Hustenreiz haben. Dafür muss man zwischen akutem und chronischem Husten unterscheiden. Chronisch wird Husten, wenn er länger als vier Wochen anhält.

Auslöser für akuten Reizhusten nachts können sein:

  • Allergien: Besonders wird Reizhusten nachts durch eine Allergie ausgelöst. Das kann eine Bettmilben-Allergie sein, eine Pollenallergie oder auch eine Hausstaub-Allergie. Der Husten verschwindet dann, wenn man etwas gegen die Auslöser unternimmt. Beispielsweise kann man das Bett absaugen, um Bettmilben zu entfernen. Unser Artikel „Bettmilben: So wirst du die Spinnentiere los“ nennt noch weitere Methoden, mit denen du die Quälgeister aus dem Bett kriegst.
  • Fremdkörper: Sehr selten kann Reizhusten nachts auftreten, wenn ein Fremdkörper oder ein sogenannter Zerumen-Pfropf (Ohrenschmalz) im äußeren Gehörgang festsitzt. Dann wird der Hustenreiz durch die Reizung des Ramus auricularis n. vagi (ein Ohrast, durch den wir registrieren, dass etwas in unserem Ohr ist) ausgelöst.
  • COVID-19: Natürlich muss auch COVID-19 hier erwähnt werden. Anders, als die anderen hier erwähnten Krankheiten entzündet der Erreger unsere Lunge so sehr, dass Lungengewebe abstirbt. Dadurch leiden Betroffene zunächst an Husten und dann an Atemnot bis hin zu akutem Lungenversagen. Mehr dazu findest du auf der Webseite der
  • Bronchitis: Eine Bronchitis ist eine Entzündung der Bronchialschleimhaut. Meist geht eine Bronchitis Hand in Hand mit einer Erkältung. Manchmal kann sie allerdings auch unabhängig von dieser zu Reizhusten nachts führen. Mehr zur Bronchitis erfährst du weiter unten.

Chronischer Reizhusten in der Nacht hat unter anderem folgende Ursachen:

Bleibt der Husten länger als vier Wochen, gilt er als chronisch. Es gibt zahlreiche Gründe für chronischen nächtlichen Reizhusten. Alle Gründe aufzuzählen würde den Rahmen dieses Artikels sprengen, weswegen wir hier nur einige der häufigeren Ursachen aufzählen wollen.

  • Asthma
  • allergisches Asthma
  • chronische Bronchitis
  • COPD (mehr dazu weiter unten)
  • Lungenentzündung
  • Tuberkulose
  • Zerstörung der Lungenbläschen
  • Nebenwirkungen von Medikamenten
  • Lungenkrebs
  • Herzinfarkt oder Herzmuskelentzündung
  • Refluxkrankheit (Sodbrennen)
  • Keuchhusten
  • Mukoviszidose

Wenn du mehr über die einzelnen Erkrankungen erfahren willst, besuche Lungenärzte im Netz. Dort bekommst du Informationen zu fast allen Lungenerkrankungen. Weiteres Material zum Thema Reizhusten nachts findest du auch in unserer Quellenangabe am Ende dieses Artikels.

Unterschied: Unproduktiver und produktiver Husten

Um effektiv gegen nächtlichen Reizhusten vorgehen zu können, muss man zwischen trockenem Husten (unproduktiver Husten) und Husten mit Schleim oder Auswurf (produktiver Husten) unterscheiden. Die Behandlung der beiden Hustenarten kann sich erheblich unterscheiden.

Ursachen von trockenem Reizhusten nachts

1. Kehlkopfentzündung

Bei einer Kehlkopfentzündung kann es vor allem nachts zu Hustenattacken kommen. Der Husten einer Kehlkopfentzündung ist ausschließlich trocken. Weitere Symptome können sein:

  • Kratzen im Hals
  • Heiserkeit
  • Beschwerden beim Schlucken

Und bei einer Entzündung des Kehldeckels:

  • Fieber
  • Atembeschwerden und sehr selten sogar Atemnot

Es ist sehr unwahrscheinlich, dass du bei einer Kehlkopfentzündung ausschließlich unter nächtlichem Husten leidest.

2. Entzündung der Luftröhre

Die sogenannte Tracheitis tritt zwar hauptsächlich bei Kinder auf, kann aber auch Erwachsene treffen. Man unterscheidet zwischen einer akuten und einer chronischen Tracheitis. Eine akute Entzündung der Schleimhäute der Luftröhre führt neben Husten ebenfalls zu Heiserkeit, Fieber und einem brennendem Gefühl unter dem Brustbein.

Eine chronische Tracheitis wird meist durch Inhalationsschäden ausgelöst, beispielsweise durch Rauchen oder durch eine Einengung der Luftröhre. Auch eine Erschlaffung der Luftröhre kann für eine Tracheitis verantwortlich sein.

3. Bronchitis

Unter Bronchitis versteht man eine Entzündung der Schleimhäute in den Bronchien (Luftleiter). Auch hier wird zwischen akuter und chronischer Bronchitis unterschieden. Die akute Bronchitis zählt zu den häufigsten Erkrankungen überhaupt. In 50 Prozent der Fälle geht sie mit einer Erkältung einher. Eine akute Bronchitis kennzeichnet sich neben trockenem Husten durch folgende Symptome aus:

Nach einigen Tagen wird der trockene Husten einer Bronchitis zu schleimigem Husten mit Auswurf.

Eine Bronchitis wird chronisch, wenn sie mindestens drei Monate anhält. Ursachen für eine chronische Bronchitis sind Rauchen, Luftschadstoffe, ein Lungenemphysem, Asthma oder eine Nasennebenhöhlenentzündung. Der Husten einer chronischen Bronchitis ist fast immer mit Auswurf von Schleim begleitet. Im Gegensatz zur akuten Bronchitis ist eine chronische Bronchitis nicht ansteckend (es sei denn, es treten zusätzlich Atemwegsinfektionen auf).

Bei einer Bronchitis (egal ob akut oder chronisch) ist es wichtig, einen Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen.

4. Schadstoffe in der Luft

Sollte der Husten ausschließlich nachts und im Schlafzimmer auftreten, kann dies an Schadstoffen in der Luft liegen. Reizhusten nachts kann beispielsweise durch Schimmel im Schlafzimmer ausgelöst werden. Auch Staub oder Abgase können zu nächtlichen Hustenattacken führen.

Bei Allergikern kann es passieren, dass die Allergie-Symptome nachts schlimmer werden. Dies kann unter anderem daran liegen, dass sich beispielsweise Pollen tagsüber in den Haaren absetzen und dann in der Nacht für Beschwerden sorgen. Vor allem bei langen Haaren liegt man so dann nachts quasi in einem Allergieauslöser.

Ursachen von Husten mit Schleim oder anderem Auswurf

Gründe für Husten mit Schleim oder anderem Auswurf können sein:

1. Erkältung

Wie oben schon erwähnt ist die Erkältung der häufigste Grund für Reizhusten nachts. Dabei handelt es sich eigentlich immer um produktiven Husten.

2. Lungenentzündung

Bei einer Lungenentzündung (Pneumonie) entzünden sich die Lungenbläschen und schwellen durch eine vermehrte Durchblutung an. Dadurch kommt es zu Flüssigkeitsansammlungen, die abgehustet werden müssen. Auslöser für eine Lungenentzündung können Viren oder Bakterien sein. Jährlich erkranken rund 400.000 Menschen in Deutschland an einer Lungenentzündung. Häufig geht sie mit einer Grippe einher.

3. Chronische Bronchitis

Hält eine akute Bronchitis länger als vier Wochen an, wird aus ihr eine chronische Bronchitis. Meist ändert sich auch der Husten. Er wird im Verlauf der Bronchitis von trocken zu feucht mit Schleim und Auswurf. Eine chronische Bronchitis darf nicht mit einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung verwechselt werden. Dazu kommen wir nachfolgend.

Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)

Auch chronisch obstruktive Bronchitis genannt. Eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (Englisch: chronic obstructive pulmonary disease COPD) tritt zwar auch tagsüber auf, verstärkt sich in der Nacht aber deutlich.

Eine COPD ist keine Erkrankung, die plötzlich auftritt, sondern langsam über Jahre hinweg entwickelt. Meist ist Rauchen der Grund für eine COPD. Zwischen 80 und 90 Prozent aller Erkrankungen sind auf Rauchen zurückzuführen.

Was ist eine COPD?

Bei der chronisch obstruktive Lungenerkrankung ist eine Verengung der Atemwege. Sie tritt entweder mit oder ohne Lungenemphysem (Zerstörung und Überdehnung der Lungenbläschen) auf.

Welche Symptome treten bei COPD auf?

Im normalen Alltag benötigen wir nur circa zehn Prozent des Volumens unserer Lunge. Wenn wir uns nicht stark anstrengen – beispielsweise durch Sport oder schwere Arbeit – benötigen wir also nur ein Bruchteil der Lungenkapazität. Dadurch kann sich die Funktion der Lunge über Jahre hinweg verschlechtern, ohne dass wir es merken und einen Arzt oder Ärztin aufsuchen. Meist treten die ersten Symptome einer COPD erst dann auf, wenn ein Großteil dieses Volumens verlorengegangen ist. Symptome können sein:

  • Auswurf
  • täglicher Husten über einen längeren Zeitraum
  • Atemnot bei körperlicher Belastung (und später auch Atemnot im Ruhezustand)
  • verstärkte Beschwerden bei Grippe oder Erkältung
  • Geräusche beim Atmen wie Brummen oder Pfeifen

Welche Ursachen hat eine COPD?

Eine COPD kann entstehen, wenn unsere Atemwege häufig Schadstoffen wie Tabakrauch, Gasen oder Staub ausgesetzt sind. Dann entzünden sich zum einen die Bronchien und zum anderen überblähen sich die Lungenbläschen. Dadurch werden die Flimmerhärchen der Lunge zerstört.

Normalerweise sind die Flimmerhärchen beweglich und transportieren Staub und Krankheitskeime aus der Lunge. Sind die Härchen allerdings (wie bei einer COPD) zerstört, können sie diese Selbstreinigung nicht mehr vornehmen. Die Bronchien verstopfen. Dadurch kann weniger Sauerstoff aufgenommen werden.

Reizhusten nachts: Das hilft

Zuallererst einmal solltest du bei ernsthaften Erkrankungen deinen Arzt oder deine Ärztin aufsuchen. Die meisten Lungenerkrankungen können gut behandelt werden, wenn man sie rechtzeitig entdeckt. Abseits dessen kannst du selbst auch etwas tun, um dein Leiden zu lindern. Darunter fällt:

  • Sorge für ein gutes Raumklima. Vielleicht ist die Luft im Schlafzimmer zu trocken? Im besten Fall liegt die Luftfeuchtigkeit zwischen 50 und 70 Prozent. Die meisten Temperaturmesser besitzen ebenfalls eine Funktion, die die Luftfeuchtigkeit misst. Ein Schälchen mit Wasser kann helfen, die Luftfeuchtigkeit im Zimmer zu erhöhen.
  • Achte auf eine erhöhte Schlafposition. Das erleichtert nicht nur das Atmen, sondern lässt auch Schleim besser abfließen. Auch Magensäure kann nicht mehr so leicht in die Speiseröhre zurückfließen.
  • Nutze verschiedene Hausmittel gegen den Hustenreiz. Beispielsweise ist Honig ein wirksames Mittel gegen Reizhusten in der Nacht. Tees können nicht nur beim Einschlafen helfen, sie sind auch bei Husten wirksam. Beispielsweise Tees mit Thymian, Efeu oder Primel.
  • Inhaliere vor dem Schlafengehen salzigen Wasserdampf. Auch das kann Reizhusten nachts lindern, indem er deine Atemwege befeuchtet. Auch ein Dampfbad mit Kamille sorgt für Linderung.
  • Natürlich Medikamente. Sollten all die Tipps gegen deinen Reizhusten nachts nicht helfen, greife auf Medikamente zurück. Doch bevor du zur Selbstmedikation greifst, suche unbedingt einen Arzt oder eine Ärztin auf. Er kann dir die richtigen Medikamente verschreiben.

Unser Artikel „Husten in der Nacht: 3 Tipps, die helfen“ nennt weitere Hilfen gegen den nächtlichen Hustenreiz.

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Quellen:

MSD Manual: Husten bei Erwachsenen.
Informationsdienst Wissenschaft: Welt-COPD-Tag 2021: Rauchen ist die Hauptursache für COPD.
Patienteninformation: COPD – dauerhaft enge Atemwege.
Gesundheitsinformation: Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD).
Lungenärzte im Netz: Husten: Krankheitsbild & Ursachen.
Charité: Modell als Grundlage neuer therapeutischer Ansätze.

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Alexander Scherb

Senior Online-Redakteur bei MeinSchlaf.de