Schlafprobleme

Nachtschreck: 4 Anzeichen eines Pavor Nocturnus

Nachtschreck: 4 Anzeichen eines Pavor Nocturnus

Der Nachtschreck, auch Pavor Nocturnus oder Nachtangst genannt, ist eine Form der Schlafstörung, die die Betroffenen schnell und verängstigt aus dem Schlaf reißt. Sie tritt häufig bei Kleinkindern auf, doch auch Jugendliche und Erwachsene können betroffen sein. Woran du einen Nachtschreck erkennen kannst, erfährst du hier.

Nachtschreck: Schlaflose Frau liegt im Bett und bedeckt ihr Gesicht mit den Händen.
Der sogenannte Nachtschreck ist eine Schlafstörung, die im ersten Drittel der Nacht, meist ein bis zwei Stunden nach dem Einschlafen, auftritt. Bild: iStock

Was ist ein Nachtschreck?

Der Nachtschreck ist kein Albtraum, sondern wird – wie Schlafwandeln, Reden im Schlaf oder Schlaflähmung – als Parasomnie bezeichnet und stellt ein unerwünschtes Ereignis während des Schlafs dar. Eine Episode eines Pavor Nocturnus, in der die Betroffenen abrupt und verängstigt aus dem Schlaf erwachen, dauert in der Regel einige Sekunden bis 10 Minuten, in seltenen Fällen auch länger. Hauptsächlich sind Kinder und Jugendliche betroffen, gelegentlich tritt die Schlafstörung jedoch auch bei Erwachsenen auf.

Die genauen Ursachen sind bislang noch unbekannt. Verschiedene Faktoren aber, wie Schlafentzug, extreme Müdigkeit, Stress, Störungen des Schlafrhythmus, Fieber, Reisen, Schlafunterbrechungen oder Zeiten emotionaler Anspannung können zum Nachtschreck beitragen. Auch wenn das nächtliche Phänomen beängstigend ist, stellt es normalerweise keinen Grund zur Sorge dar. Sollten die Schlafstörungen jedoch anhalten und in Verbindung mit Schlafwandeln oder anderen Störungen auftreten, dann sollten Sie zum Arzt gehen. Hier sind 4 Anzeichen, an denen Sie einen Nachtschreck erkennen können.

Anzeichen eines Nachtschrecks

1. Taucht im ersten Drittel der Nacht auf

Die Angst-Episoden kommen in der Regel zwei bis drei Stunden nach dem Einschlafen sowie im ersten Drittel oder in der ersten Hälfte der Nacht vor, selten während des Mittagsschlafs. Dabei dauern die meisten nächtlichen Schreckanfälle etwa 10 Minuten, bei manchen Betroffenen können sie aber auch bis zu 30 oder 40 Minuten anhalten. Häufig schlafen die Betroffenen nach einem Nachtschreck schnell wieder ein.

2. Starke Angst

Meistens beginnt der Pavor Nocturnuns damit, dass die Betroffenen hochschrecken und sich im Bett aufsetzen, oft begleitet von Anzeichen einer starken Angst, wie heftigem Weinen, Schreien oder Wimmern. Es folgen eine ausgeprägte Unruhe, intensives Schwitzen und Desorientierung. Dies wird in der Regel von anderen Symptomen begleitet, wie schnellem Herzschlag und erhöhtem Puls, schneller Atmung, Erröten der Haut, Schwitzen, erweiterten Pupillen und Anspannung der Muskeln.

3. Keine Erinnerung an den Traum

Anders als bei einem klassischen Albtraum ist die Erinnerung an den Traum beim Pavor Nocturnus nicht oder kaum vorhanden und die gesamte Episode kann am Morgen vergessen sein. Da die meisten nächtlichen Angstzustände während des NREM-Schlafs (Non-Rapid-Eye-Movement) auftreten – dem Zustand zwischen Wachsein und Tiefschlaf – ist es unwahrscheinlich, dass man während der Episode aufwacht oder sich daran erinnert, was passiert ist. Im Vergleich zu Kindern ist es bei Erwachsenen jedoch wahrscheinlicher, dass sie in jeder Phase des Schlafzyklus von einer Nachtangst geplagt werden können. Daher erinnern sie sich auch eher an Traumfragmente, die sie während des Schreckens hatten.

4. Betroffene sind nicht ansprechbar

Während einer Episode reagiert der Betroffene nicht oder kaum auf Reize von außen. Obwohl die Personen wach zu sein scheinen, wirken sie verwirrt und sind kaum in der Lage, auf Ansprache, Trösten oder Wecken zu reagieren. Möglicherweise erkennen sie sogar ihre Vertrauten nicht. In dieser Phase lassen sich auch die meisten aufgeschreckten Kinder von niemandem anfassen und ihren Eltern gelingt es nur schwer, sie zu beruhigen.

Wer ist von Nachtangst betroffen?

Nachtangst kann Menschen jeden Alters treffen, kommt aber bei Kleinkindern wesentlich häufiger als bei Jugendlichen oder Erwachsenen vor. Typischerweise leiden Kinder – überwiegend Jungen – im Alter von 4 bis 12 Jahren unter Pavor Nocturnus. Besonders verbreitet ist dieses Phänomen bei Kindern vor und während der Einschulzeit. Die spezifischen Hintergründe sind auch hierfür nicht bekannt. Bei Erwachsenen, die in ihrer Kindheit unter dieser Schlafstörung litten, können die Episoden wiederkehren, häufig ausgelöst durch Stress oder Schlafentzug.

Albtraum oder Nachtschreck? So erkennst du den Unterschied

An diesen Anzeichen erkennst du, dass du einen Albtraum hatten: 

  1. Während eines Nachtschrecks wirkt der Betroffene stark verängstigt. Albträume sind zwar beunruhigend, lösen aber weniger intensive Angst aus.
  2. Albträume treten in der Regel später in der Nacht auf, wenn die Träume länger und lebhafter sind (REM-Phase). 
  3. Ein Albtraum dreht sich meistens um die Bedrohungen der eigenen Sicherheit, des Überlebens oder um etwas Beunruhigendes.
  4. Der Betroffene kann sich an den Albtraum erinnern.
  5. Nach dem Aufwachen ist der Betroffene sofort wach und kann sich orientieren.
  6. Der Betroffene hat Schwierigkeit wieder einzuschlafen. 

Quellen: kinderarzt.at, therapie.de, mayoclinic.org, sleepfoundation.org

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Nele Jacobs

Online-Volontärin bei MeinSchlaf.de