Schlafprobleme

Lebendige Träume: 4 Ursachen

Lebendige Träume: 4 Ursachen

Bist du auch schon einmal aus einem Traum aufgewacht und konntest dich so deutlich daran erinnern, dass du dir nicht sicher warst, ob der Traum real war oder nicht? Wir erklären, wie es zu diesen lebendigen Träumen kommt. 

Lebhafte Träume treten während des REM-Schlafs auf. Bild: iStock

Was sind lebendige Träume?

Der REM-Schlaf (Rapid Eye Movement) ist eine der vier Phasen, die wir während unseres Schlafes durchlaufen. Der REM-Schlaf beginnt in der Regel innerhalb von 90 Minuten nach dem Einschlafen und wiederholt sich in einem normalen Schlafzyklus im Abstand von 90 Minuten. Diese Schlaf-Phase ist durch eine Reihe von physiologischen Veränderungen wie Muskelentspannung, erhöhte Augenbewegungen, schnellere Atmung und erhöhter Gehirnaktivität gekennzeichnet. Im Gegensatz zu den anderen Phasen, in denen sich die Gehirnströme verlangsamen, ist das Gehirn im REM-Schlaf hochaktiv. 

Mit fortschreitendem Schlafzyklus verlängern sich die REM-Phasen und die Träume werden lebhafter. Normalerweise vergessen wir die Träume während unserer nächtlichen REM-Zyklen. Manche Trauminhalte fühlen sich jedoch überraschend realistisch an und wir können uns am nächsten Tag genau an sie erinnern. Diese Träume werden als lebendige Träume bezeichnet. Aufgrund ihrer Intensität empfinden wir sie manchmal sogar wie Erinnerungen aus dem wirklichen Leben. Sie können schön, realistisch oder auch beängstigend sein. 

In der Regel sind lebhafte Träume kein Grund zur Besorgnis. Forscher gehen davon aus, dass Träume ein natürlicher Teil der emotionalen Verarbeitung und der Gedächtnisbildung sind. Lebhafte Träume können aus verschiedenen Gründen auftreten.

Was verursacht lebendige Träume?

1. Schlafunterbrechungen

Intensive Träume entstehen in den normalen REM-Zyklen. Wachst du nun während oder direkt nach einer REM-Phase und nicht am Ende eines Schlafzyklus auf, kannst du dich besser und lebhafter an deine Träume erinnern. Träume, die im Gedächtnis haften bleiben und sich nicht direkt von der Realität unterscheiden lassen, können demnach das Ergebnis eines fragmentierten Schlafs sein. Darüber hinaus ergab eine Studie, dass Teilnehmern, denen der REM-Schlaf entzogen wurde, in der folgenden Nacht eine höhere Traumintensität erlebten. 

2. Stress

Stress, Angst, Depressionen sowie traumatische Ereignisse können ebenfalls intensivere und lebhaftere Träume auslösen. Untersuchungen haben ergeben, dass Personen, die in ihrem täglichen Leben Stress und Ängste erleben, häufiger zu intensiven Träumen mit beunruhigenden und verstörenden Inhalten in der Nacht neigen. Diese Träume wiederum können den Schlaf stören und daher Schlaflosigkeit, Ängste und psychische Probleme noch verstärken. Forscher gehen davon aus, dass dies auf die Verarbeitung von Emotionen während des Träumens zurückzuführen ist. 

3. Schwangerschaft

Insbesondere werdende Mütter berichten häufig von lebhaften Träumen während ihrer Schwangerschaft. Die körperlichen und hormonellen Veränderungen können zu Veränderungen im Schlafverhalten (wie Schlaflosigkeit oder Schlafstörungen) und zu solchen in der Gefühlswelt führen. Diese Umstellung kann zu intensiveren Träumen beitragen. Laut einer Studie erleben Frauen im dritten Trimester ihrer Schwangerschaft, im Vergleich zu nicht schwangeren Frauen, häufiger beunruhigende Traumbilder. Darüber hinaus berichten viele Frauen vor allem in den ersten Tagen ihrer Schwangerschaft von lebhafteren Träumen. 

4. Medikamente 

Auch bestimmte Arzneimittel können die Lebendigkeit von Träumen beeinflussen. Zu den Medikamenten gehören viele Antidepressiva, Betablocker, Blutdruckmedikamente, Medikamente gegen die Parkinson-Krankheit und zur Raucherentwöhnung. Übermäßiger Alkohol- oder Drogenkonsum sowie Drogenentzug können ebenfalls lebhafte Träume, häufig in Form von Albträumen, auslösen. 

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Quellen: sleepfoundation.org, gesundheit.gv.at

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Nele Jacobs

Online-Volontärin bei MeinSchlaf.de