Schlafprobleme

Halluzinationen in der Nacht: 3 mögliche Ursachen 

Halluzinationen in der Nacht: 3 mögliche Ursachen 

Halluzinationen sind Sinneserfahrungen, die nicht mit der Realität übereinstimmen. Dazu gehören das Sehen, Hören, Fühlen oder sogar das Riechen von Dingen, die sich real anfühlen, es aber nicht sind. Schlafbezogene Halluzinationen treten speziell beim Einschlafen oder Aufwachen auf. Welche Ursachen dahinterstecken können, erfährst du in unserem Artikel. 

Frau hält sich den Kopf
Schlafbezogene Halluzinationen können beängstigend sein, sind aber meistens harmlos. Bild:iStock

Was sind schlafbezogene Halluzinationen?

Halluzinationen, die in der Nacht auftreten, sind eingebildete, oft intensive visuelle oder sensorische Ereignisse, die beim Einschlafen oder Aufwachen entstehen. Diese Sinnestäuschungen können realistische Bilder von Objekten, Bewegungsempfindungen (wie Laufen oder Fallen) oder das Gefühl, dass sich eine weitere Person im Raum befindet, hervorrufen. 

Einige Beispiele sind: 

  • Tür- oder Telefonklingeln hören, obwohl es nicht geklingelt hat.
  • Das Hören einzelner Worte (wie den eigenen Vornamen), obwohl niemand etwas gesagt hat.
  • Personen sehen oder spüren, obwohl sie nicht da sind.
  • Vermeintliche Berührungen, obwohl niemand im Raum ist.

Diese Bilder und Empfindungen können bisweilen minutenlang präsent bleiben. Sie verschwinden in der Regel jedoch, sobald man das Licht einschaltet. Erst dann werden sich die betroffenen Personen darüber bewusst, dass das gerade Erlebte nicht wirklich passiert ist. Schlafbezogene Halluzinationen zählen zu den Schlafstörungen und werden als Parasomnie kategorisiert. Hierbei führen wir im Schlaf oder Halbschlaf Handlungen aus, die wir weder planen noch wollen und an die wir uns nach dem Aufwachen auch nicht mehr erinnern. Mehr zu dem Thema erfährst du in unserem Artikel.

Fachleute unterscheiden zwischen 

  • hypnagoge Halluzinationen, die beim Einschlafen auftreten und
  • hypnopompe Halluzinationen, die beim Aufwachen vorkommen.

Wie unterscheiden sich Halluzinationen von Albträumen?

Schlafbezogene Halluzinationen unterscheiden sich von Albträumen dadurch, dass Träume in der Regel während der REM-Schlafphase (der Traumphase) auftreten und Halluzinationen stattfinden, wenn der Betroffene wach ist oder sich im Übergang zwischen den Schlaf- und Wachphasen befindet. Die beschriebenen Sinnestäuschungen bestehen aus einfachen Bildern, aus Geräuschen oder Empfindungen, bei Albträume hingegen handelt es sich um komplexere Träume mit einem (scheinbar) konkreten Handlungsablauf. Die betroffene Person kann einen Albtraum als sehr belastend empfinden und Schwierigkeiten haben, wieder einzuschlafen. Schlafbezogenen Halluzinationen werden demgegenüber in der Regel schnell wieder vergessen und lösen normalerweise keine starken Emotionen aus. 

Leidest du häufiger unter Albträumen? In unserem Artikel 3 Anzeichen einer Albtraumstörung erfährst du, ob es sich bei deinen Träumen möglicherweise um eine Schlafstörung handeln könnte.

Sind Halluzinationen in der Nacht gefährlich?

Im Allgemeinen deuten Halluzinationen, die ausschließlich im Schlaf oder Halbschlaf erscheinen, nicht auf eine zugrundeliegende psychische oder physische Krankheit hin und geben keinerlei Anlass zur Sorge. Sie betreffen jedoch Menschen mit bestimmten Schlafstörungen durchaus häufiger. In einigen Fällen treten Halluzinationen sogar gleichzeitig mit einer Schlaflähmung auf. Dabei handelt es sich um ein Phänomen, bei dem sich eine Person zwar wach fühlt, aber nicht in der Lage ist, ihren Körper zu bewegen. Dies fühlt sich für den Schlafenden sehr beängstigend an und ähnelt einem Albtraum. 

Forscher haben noch nicht endgültig geklärt, was hypnopompöse und hypnagoge Halluzinationen auslösen. Im Allgemeinen sind sie harmlos und kein Symptom einer psychischen Erkrankung. Allerdings belasten sie häufiger Menschen mit Angstzuständen, Depression oder einer bipolaren Störung. Wenn die Halluzinationen dich zu sehr erschrecken oder häufig deinen Schlaf stören, solltest du jedoch einen Facharzt aufsuchen.

3 mögliche Ursachen von Halluzinationen in der Nacht

Weitere mögliche Ursachen sind:

  • Übermüdung oder starker Schlafmangel
    • Halluzinationen gehören zu den häufigsten Symptomen von starkem Schlafentzug oder Schlafmangel. „Starker” Schlafentzug bedeutet, dass die betroffene Person in einer Nacht nur wenige Stunden geschlafen hat oder mehrere Tage ohne Schlaf auskommen musste. Bei den meisten dieser Vorfälle handelt es sich um visuelle Sinnestäuschungen.
  • Narkolepsie
    • Etwa die Hälfte der an Narkolepsie Erkrankten erleiden schlafbezogene Halluzinationen. Narkolepsie (umgangssprachlich auch Schlafkrankheit) ist eine neurologische Störung, bei der die erkrankten Personen unter einer übermäßigen und unkontrollierbaren Tagesmüdigkeit leiden. Sie können jederzeit und bei jeder Art von Aktivität plötzlich einschlafen. Möchtest du mehr erfahren? Unser Artikel über Narkolepsie nennt Ursachen, Symptome und Therapiemöglichkeiten der Schlafkrankheit.
  • Missbrauch von Halluzinogenen
    • Menschen, die halluzinogene Drogen wie beispielsweise LSD einnehmen, können schlafbezogene Halluzinationen erleben. Aber auch der Konsum von Alkohol, Antidepressiva sowie bestimmten Medikamenten macht derartige Sinnestäuschungen wahrscheinlicher.

Gleich weiterlesen: Nachtschreck oder Albtraum? So erkennst du den Unterschied

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Nele Jacobs

Online-Volontärin bei MeinSchlaf.de