Schlafprobleme

Studie beweist schwere Folgen von Schlafmangel

Studie beweist schwere Folgen von Schlafmangel

Zu wenig Schlaf ist nicht gut. Wie gravierend die Folgen von Schlafmangel auf lange Sicht ausfallen, ist allerdings kaum jemandem von uns bewusst. Eine neue Studie macht nun Zusammenhänge mit ernsten Erkrankungen deutlich, vor denen Experten schon lange warnen.

Bei Schlafmangel droht Demenz

Menschen im Alter von mehr als 50 Jahren setzen sich einer höheren Gefahr aus, an Demenz zu erkranken, wenn sie weniger als sechs Stunden schlafen.

Diesen Zusammenhang belegt eine Langzeitstudie mit 7959 Teilnehmern am University College London unter der Leitung von Dr. Séverine Sabia. Gegenüber den Menschen aus der Vergleichsgruppe, die im Schnitt sieben Stunden schliefen, erhöhte sich das Demenzrisiko um 30 Prozent. Nachlesen kannst du die Studie im Wissenschaftsmagazin nature.

Wieviel Schlaf ist zu wenig?

„Es herrscht Einigkeit unter Expertinnen und Experten, dass weniger als sechs Stunden Schlaf pro 24 Stunden über einen längeren Zeitraum der Gesundheit abträglich ist“, bestätigt Joachim Maurer, Leiter der Sektion für Schlafmedizin am Universitätsklinikum Mannheim, die Untergrenze der gesunden Schlafdauer. Diese bezieht sich auf die Gesamtschlafzeit, denn „ein Mittagsschlaf wird zum Nachtschlaf dazu gezählt“, so Maurer.

Wenn du also nachts zu wenig Schlaf abbekommst, kannst du dies mit einem Nickerchen tagsüber etwas kompensieren. Du solltest allerdings darauf achten, dass du nicht zu lange auf dem Sofa schlummerst. Denn dann wirkt der Powernap eher kontraproduktiv. Lies dazu auch: „Mittagsschlaf auf Chefanweisung“ und Powernap.

Welche Folgen von Schlafmangel drohen noch?

Wer dauerhaft zu wenig schläft, senkt sogar seine Lebenserwartung. „Letztlich leben wir schlechter und kürzer“, bringt Schlafmediziner Joachim Maurer die drohenden Folgen von Schlafmangel auf den Punkt.

Da wir den Schlaf für die körperliche, geistige und seelische Erholung benötigten, würden wir als Mensch insgesamt leiden. Maurer: „Wir sind körperlich nicht mehr leistungsfähig, unkonzentriert und schläfrig, sind anfälliger für eine Vielzahl von Erkrankungen und Wunden heilen langsamer, haben ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes, und unsere Stimmung wird schlechter bis hin zu depressiven Erscheinungen.“

Prof. Dr. med. Joachim Maurer leitet die Sektion Schlafmedizin am Universitätsklinikum Mannheim und ist Vorsitzender des Verbandes der Somnologen Baden-Württemberg. Sein Schwerpunkt ist die Behandlung von Patienten mit schlafbezogenen Atmungsstörungen, die mit den Standardtherapien nicht erfolgreich behandelt werden können. Er ist ein Hauptautor des Buches “Praxis der Schlafmedizin und gehört zu den Top-Ärzten der Focus-Liste für die Themen „Schlafmedizin“, „Schlafchirurgie“ und „Sinusitis“. 

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