Schlafprobleme

Eingeschlafene Arme in der Nacht: 3 Ursachen

Eingeschlafene Arme in der Nacht: 3 Ursachen

Bist du schon einmal mitten in der Nacht durch ein seltsames Kribbeln in deinem Arm aufgewacht und plötzlich spürst du deine Hand nicht mehr? Taubheitsgefühle in den Armen und Händen sind keine Seltenheit. Doch was bedeutet es, wenn ein Teil des Körpers „einschläft“ und welche Ursachen können dahinterstecken? Das erfährst du in unserem Artikel. 

Taubheitsgefühle und Ameisenlaufen — eingeschlafene Körperteile sind zwar unangenehm, aber meistens harmlos. Bild: iStock

Jeder kennt das kribbelnd-stechende bis taube Gefühl eingeschlafener Körperteile. Diese Empfindungsstörungen können in der Nacht als sehr unangenehm und beunruhigend wahrgenommen werden — insbesondere, wenn es häufiger vorkommt.

Wie entsteht eine Parästhesie?

Das Gefühl von Nadelstichen oder Kribbeln in den Gliedmaßen wird in der medizinischen Fachsprache auch Parästhesie genannt. Durch eine temporäre Unterbrechung des Blutflusses in den betroffenen Körperteilen, die zu einer Minderversorgung der Nervenzellen mit Sauerstoff und Glucose führt, kommt es zum kurzzeitigen „Einschlafen“ der Nerven. Auch die Sensibilität der Haut kann dabei im betroffenen Bereich herabgesetzt sein. Sobald die Nerven wieder durchblutet werden, kommt es zu dem typischen Kribbeln. Eine Parästhesie tritt typischerweise an Armen, Beinen, Händen sowie Füßen auf.

In den meisten Fällen ist die Ursache für einen eingeschlafenen Arm einfach: Du hast dich auf den Arm gelegt oder anderweitig Druck auf ihn ausgeübt. Das hindert das Blut daran, zu den Nerven zu fließen und es entsteht das typische Kribbeln. Es gibt jedoch auch eine Reihe anderer Ursachen, die dafür verantwortlich sein können, dass deine Extremitäten in der Nacht einschlafen. 

Eingeschlafene Arme in der Nacht: 3 Ursachen

1. Falsche Schlafposition

Die häufigste Ursache einer nächtlichen Parästhesie liegt in einer falschen Schlafposition, die bestimmte Nerven abdrückt und somit die Durchblutung unterbricht. Wenn der Druck auf die Nervenenden nicht schnell genug abgebaut wird, kommt es zu dem bekannten Kribbeln und Taubheitsgefühlen. Solltest du mit diesem Gefühl aufwachen, richte dich neu aus, um den Druck zu lindern. Wenn du am liebsten auf der Seite schläfst, versuche deine Handgelenke und Finger flach und in einer neutralen Position zu halten und vermeide es, deinen Kopf auf die Hand oder den Unterarm zu legen.

Ob auf dem Bauch oder auf der Seite. Welche Schlafposition die beste ist, verraten wir dir in unserem Artikel: Welche Schlafposition ist besonders gesund?

2. Vitaminmangel

Auch ein Vitaminmangel kann hinter den Taubheitsgefühlen stecken. Vitamin-B12 ist maßgeblich für die Gesundheit und die Funktion deiner Nerven verantwortlich. Wenn der B12-Spiegel zu niedrig ist, können die Nervenzellen nicht effektiv arbeiten, was zu Symptomen wie Taubheit oder Kribbeln in den Händen und Füßen führt. Weitere Anzeichen sind Muskelschwäche und verminderter Appetit. Das Vitamin ist in großen Mengen in tierischen Produkten enthalten. Einige der reichhaltigsten Quellen sind Leber, Rindfleisch, Sardinen, Muscheln und Milchprodukte. Zur Risikogruppe eines Vitamin-B12Mangels zählen:

  • Vegetarier (v.a. bei geringem Konsum von Milch und Milchprodukten)
  • Veganer
  • ältere Menschen
  • Patienten mit bestimmten Erkrankungen (u.a. Zöliakie, Morbus Crohn, Alkoholismus, Leberinsuffizienz, AIDS, Krebs)
  • Personen, die Medikamente einnehmen (z.B. Anti-Baby-Pille, Magensäurehemmer, Blutdrucksenker, Cholesterinsenker)

3. Karpaltunnelsyndrom

Bei einem Karpaltunnelsyndrom handelt es sich um eine Einklemmung des Mittelarmnerven (Nervus medianus). Das Syndrom wird häufig durch sich wiederholende Bewegungen, wie das Tippen auf einer Tastatur oder das Bedienen von Maschinen, verursacht. Betroffene Personen verspüren Kribbeln und Taubheitsgefühle in den Armen oder Händen, vorwiegend, während sie schlafen und die Handgelenke abgewinkelt sind. Dadurch wird ein übermäßiger Druck auf diesen Nerv ausgeübt. Das Tragen einer Bandage während des Schlafs oder das Dehnen der Hände und Handgelenke kann helfen, das Karpaltunnelsyndrom zu lindern.

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Nele Jacobs

Online-Volontärin bei MeinSchlaf.de