Schlafprobleme

Darum sind Allergie-Symptome nachts schlimmer

Darum sind Allergie-Symptome nachts schlimmer

Heuschnupfentabletten, Nasensprays, Immuntherapien — es gibt viele Möglichkeiten seine Allergie-Symptome tagsüber unter Kontrolle zu halten. Doch abends, wenn wir ins Bett gehen, können sie den Schlaf fast unmöglich machen. Sind unsere Allergien in der Nacht wirklich schlimmer? Diese Frage klären wir in unserem Artikel. 

Allergiesymptome können sich nachts besonders schlimm anfühlen. Bild:iStock

Wenn es dir schwerfällt, nachts ein- und durchzuschlafen und du morgens mit Kopfschmerzen, verstopfter Nase und tränenden Augen aufwachst, dann bist du damit nicht alleine. In einer Studie bewerteten nur 17 % der Patienten mit Allergien ihren Schlaf als erholsam. Etwa die Hälfte aller Studienteilnehmer gab darüber hinaus an, dass ihre Allergien sie nachts aufwecken und das Einschlafen erschweren. Infolgedessen leiden Allergiker häufig unter Schlaflosigkeit, nächtlichem Erwachen und Tagesmüdigkeit.

In den meisten Fällen werden nächtliche Allergien durch eine Ansammlung von Allergenen im Schlafbereich verursacht, zum Beispiel durch Hausstaubmilben im Bett, Schimmelpilzen an den Wänden oder Tierhaare auf der Bettdecke. Ein weiterer und sehr häufiger Auslöser von Allergie-Symptomen sind Pollen. Der Blütenstaub kann durch offene Fenster, die Klimaanlage oder durch geöffnete Türen unbeabsichtigt in die Wohnung gelangen. Darüber hinaus bleiben Pollen an Kleidungsstücken und Haaren haften und werden somit in die eigenen vier Wände (und folglich auch in das Schlafzimmer) getragen. Ein Haustier kann ebenfalls Pollen im Haus verbreiten, insbesondere wenn es im Bett schläft.

Allergien in der Nacht können von Person zu Person unterschiedlich aussehen. Zu den häufigsten nächtlichen Symptomen zählen jedoch:

  • verstopfte Nase und Niesreiz
  • laufende oder juckende Nase
  • Husten oder pfeifendes Atmen
  • gereizter oder trockener Hals
  • Kopfschmerzen beim Aufwachen

Hausstaubmilben zählen zu den häufigsten Allergie-Auslösern

Hausstaubmilben sind einer der verbreitetsten Haushaltsallergene. Die Hausstaubmilbe oder auch Bettmilbe gehört zur Gattung der Spinnentiere und ernährt sich von abgestorbenen Hautzellen. Häufig sind sie in Matratzen, Kissen, Bettdecken und Boxspringbetten zu finden. Aber auch in Teppichen und schweren Vorhängen können die winzigen Lebewesen gedeihen.

Die Allergie wird nicht durch die Milben selbst, sondern durch das Einatmen ihres (im Hausstaub mit enthaltenen) Kotes ausgelöst und kann daher das ganze Jahr über auftreten. Im Freien überleben die Spinnentiere nicht — im Bett liegt die Lebensdauer der Tiere jedoch zwischen 30 und 100 Tage. Die Milben verursachen Symptome wie Juckreiz, Engegefühl in der Brust, Husten, juckende und gerötete Augen, verstopfte Nase und Niesen. Leidest du unter einer Hausstauballergie, gibt es einige Tricks, mit denen du die Bettmilben so reduzieren kannst, dass die allergische Reaktion abgeschwächt wird oder vielleicht sogar verschwindet. Welche das sind, erfährst du in unserem Artikel Bettmilben: So wirst du die Spinnentiere los.

Darum sind Allergien nachts schlimmer

Allergien können sich nachts oftmals schlimmer anfühlen, da man im Schlafzimmer möglicherweise mehr Allergenen ausgesetzt ist. Denn zusätzlich zu den Reizstoffen, mit denen man draußen konfrontiert wird, können die Allergene im Schlafzimmer die typischen Allergie-Symptome noch verschlimmern. Neben Hausstaubmilben in Kissen, Bettdecken oder Matratzen, spielt jedoch mangelnde Hygiene im Schlafzimmer und schmutzige Bettwäsche ebenso eine wichtige Rolle. Darauf deutet nun auch eine britische Untersuchung hin.

Studie: Allergie ist am schlimmsten im Schlafzimmer

Wissenschaftler befragten 2.000 Teilnehmer nach ihren Allergien, der Häufigkeit ihrer Beschwerden und ihrer Hygiene in ihrer Wohnung. Dabei stellen sie fest, dass das Schlafzimmer der Raum ist, in dem am häufigsten allergische Beschwerden auftreten. Der Grund dafür war einfacher als gedacht: 17 Prozent der Teilnehmer gaben an, ihre Bettwäsche nur einmal im Monat zu wechseln, 12 Prozent sogar nur alle acht Wochen. Für Allergiker ist das viel zu selten. Denn gerade in Textilien wie Bettwäsche, aber auch in Teppichböden, Vorhängen oder Kleidungsstücken sammeln sich Hausstaubmilben, Tierhaare und Schimmelpilze millionenfach — insbesondere, wenn sie nicht regelmäßig gesäubert werden. 

Auch interessant: 4 Gründe, auf einen Teppich im Schlafzimmer zu verzichten

Wöchentlicher Wechsel der Bettwäsche kann Allergie-Anfälle vermeiden

Leidest du ständig unter nächtlichen Niesattacken oder ähnlichen Symptomen, könnte ein gründlicher Frühjahrsputz und ein wöchentlicher Wechsel der Bettwäsche Linderung verschaffen. Regelmäßiges Saugen, feuchtes Abwischen der Oberflächen und das Waschen der Vorhänge kann ebenfalls helfen, die Allergie-Anfälle zu verhindern. 

Wenn du sensibel auf Pollen reagierst, halte deine Fenster über Nacht am besten geschlossen, da du den Pollen sonst einen perfekten Zugang zu deiner Wohnung verschaffst. Zwar ist der Pollenflug morgens am stärksten, aber er kann auch nachts Allergien auslösen. Während warme Temperaturen die Pollen in die Luft treiben, führt kühlere Abendluft dazu, dass die Pollen zurückfallen und nachts Oberflächen im Freien bedecken. Außerdem sammelt sich der Blütenstaub tagsüber auf deiner Kleidung und deinem Haar. Lege deine Klamotten daher nicht im Schlafzimmer ab und gehe vor dem Schlafengehen duschen. So können die anhaftenden Pollen weggespült werden. Auch Luftfiltersystemen sind besonders wirksam, um den Allergengehalt in deiner Wohnung zu verbessern. Haustiere sind für Allergiker ebenfalls nicht förderlich — sie sollten dem Schlafzimmer fernbleiben. 

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Nele Jacobs

Online-Volontärin bei MeinSchlaf.de