Schlafprobleme

Aufschrecken im Schlaf: Diese Ursachen stecken dahinter

Aufschrecken im Schlaf: Diese Ursachen stecken dahinter

Du sitzt kerzengerade im Bett, dein Herz klopft und du bist völlig verschwitzt? Du hattest wohl gerade einen Nachtschreck. Doch was sind die Ursachen für nächtliches Aufschrecken im Schlaf?

Aufschrecken im Schlaf: Mann leidet unter nächtlichem Aufschrecken.
Nächtliches Aufschrecken im Schlaf ist für Betroffene belastend. Bild: iStock

Es gibt Momente, da sitzt man kerzengerade im Bett und fragt sich, was eigentlich passiert ist. Gerade das nächtliche Aufschrecken kann für Betroffene zu einer besonders belastenden und unangenehmen Erfahrung werden. Du bist erst kürzlich aus deinem Schlaf hochgeschreckt, warst schweißgebadet und hast vielleicht auch starkes Herzklopfen an dir bemerkt? Wir klären dich über die Ursachen für nächtliches Aufschrecken auf und sagen dir, was du gegen die Schlafstörung tun kannst.

Was ist ein Nachtschreck?

Bei einem Nachtschreck (Pavor Nocturnus), schrecken die Betroffenen im Schlaf hoch und sind von massiver Angst erfüllt. Diese Schlafstörung tritt meist im ersten Drittel der Nacht während des Tiefschlafes auf. Zwar betrifft diese Form der Störung vor allem Klein- und Schulkinder, doch auch Erwachsene können von dem nächtlichen Hochschrecken betroffen sein.

Welche Symptome treten beim Nachtschreck auf?

Das nächtliche Aufschrecken macht sich bei Betroffenen häufig durch folgende Symptome bemerkbar:

  • Wimmern
  • Keuchen
  • Schreien
  • kalter Schweiß

Begleitet wird nächtliches Aufschrecken meist von einem schnellen Puls und einer beschleunigten Atmung. Oft sitzt die Person kerzengerade im Bett, ist stark desorientiert und kaum zu beruhigen.

Nächtliches Aufschrecken gehört zu den Parasomnien

Das Aufschrecken im Schlaf gehört zu den Erkrankungen, die zu den Parasomnien gezählt werden. Parasomnien gelten als unerwünschte Verhaltensweisen oder auch Störung, die beim Einschlafen, im Schlaf oder beim Aufwachen auftreten. Neben nächtlichem Aufschrecken werden folgende Erkrankungen zu den Parasomnien gezählt:

  • Somnambulismus: Auch als Schlafwandeln bekannt, zählen sämtliche Bewegungen, wie Arm-und Beinbewegungen im Bett, Kopfschütteln und das Murmeln im Schlaf zum Somnambulismus. Betroffene haben meist offene Augen, wodurch Teilhabende im ersten Moment oft nicht erkennen, dass die Personen schlafwandeln. Wie bei vielen schlafbezogenen Verhaltensweisen, leiden vor allem Kinder unter Schlafwandeln. Die Erkrankung kann aber auch bis ins hohe Alter anhalten.
  • REM-Schlaf-Verhaltensstörung: Bei dieser Erkrankung treten bei der betroffenen Person sprachliche Äußerungen und aggressive Bewegungen während der REM-Phase auf. Dieses lebhafte „Ausagieren“ der Träume oder Alträume widerspricht der normalen Unbeweglichkeit während des REM-Schlafs. In jüngster Zeit wurde herausgefunden, dass die REM-Schlaf-Verhaltensstörung ein erster Indikator für degenerative Erkrankungen des Zentralnervensystems (Parkinson-Krankheit, Alzheimer-Demenz und weitere) sein können.
  • Schlafbezogene Beinkrämpfe: Auch bekannt als Restless Legs Syndrom. Bei dieser Erkrankung leiden viele Betroffene während des Einschlafens an Bewegungsdrang und einem Kribbeln in den Beinen, welches sich bis zu einem starken Brennen fortbilden kann. Ausnahmsweise tritt diese Parasomnie nicht bei Kinder auf, sondern äußert sich hauptsächlich bei ansonsten gesunden Personen im mittleren und höheren Alter.
  • Schlafparalyse: Eine Schlafparalyse (auch Schlaflähmung genannt) tritt meist beim Einschlafen auf. Die betroffene Person kann sich bei wachem Verstand weder bewegen noch sprechen. Bei der Schlafparalyse ist der Verstand schon wach, aber die Muskeln schlafen noch. Sie ist in den allermeisten Fällen harmlos, auch wenn sie für die erlebende Person sehr beängstigend sein kann.

Aufschrecken im Schlaf: Meist sind Kinder betroffen

Viele nächtliche Verhaltensweisen, wie etwa Albträume oder Schlafwandeln tritt Aufschrecken in der Nacht hauptsächlich bei Kindern auf. Die Störung beginnt meist im Alter von vier bis zwölf Jahren und hört in der Regel im Jugendalter wieder auf.

Als Ursache für nächtliches Aufschrecken bei Kindern kommen beispielsweise unverarbeitete Probleme und Ängste sowie Stress, Fieber und Schlafentzug infrage. Schätzungsweise 20 Prozent aller Kinder in Deutschland schrecken regelmäßig in der Nacht auf.

Die Ursachen für Pavor Nocturnus

Bei Erwachsenen beginnt die Schlafstörung meist im Alter zwischen 20 und 30 Jahren. Oft hält der Pavor Nocturnus auch über einen längeren Zeitraum an. Ursachen im Erwachsenenalter sind vor allem psychischer Natur. „Wer Probleme und Stress des Tages nicht abschließen kann, nimmt sie mit in den Schlaf“, so Jürgen Zulley, Psychologe und Schlafforscher, in einem Interview mit hna.de.

Ursachen für nächtliches Aufschrecken im Schlaf

  • Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
  • Immer wiederkehrende Albträume
  • Generalisierte Angststörung
  • Bestimmte Persönlichkeitsstörungen
  • Depressionen
  • Stress
  • Überforderung
  • Belastende Lebensumstände

Unser Artikel „Nachtschreck: 3 Anzeichen eines Pavor Nocturnus“ gibt dir Hinweise, woran du erkennen kannst, dass du unter Aufschrecken in der Nacht leidest.

Was hilft gegen nächtliches Aufschrecken im Schlaf?

Um einen Nachtschreck in den Griff zu bekommen, gilt es erst einmal die Ursache zu finden. Bist du zurzeit gestresst oder hast mit überfordernden Lebensumständen zu kämpfen? Dann könnte sich hier auch die Ursache für das nächtliche Aufschrecken verbergen.

Liegen die Probleme tiefer, kann eine Psychotherapie bei der Bewältigung der Schlafstörung helfen. Auch entspannende Rituale, Atemübungen, autogenes Training, progressive Muskelentspannung sowie Yoga oder Meditation können dabei helfen, Stress abzubauen und körperliche Verspannungen zu lösen. Das nächtliche Aufschrecken verflüchtigt sich dann meist von selbst wieder.

Kurz und knapp

Was ist ein Nachtschreck?

Bei einem Nachtschreck (Pavor Nocturnus) schrecken die Betroffenen im Schlaf hoch und sind von massiver Angst erfüllt. Begleitet wird nächtliches Aufschrecken meist von kaltem Schweiß, einem schnellen Puls und einer beschleunigten Atmung. Oft sitzt die Person kerzengerade im Bett, ist stark desorientiert und kaum zu beruhigen.

Welche Symptome treten beim Nachtschreck auf?

Nächtliches Aufschrecken kann sich mit vielen verschiedenen Symptomen äußern. Besonders häufig ist: Wimmern, Keuchen, Schreien und kalter Schweiß. Hinzu kommt ein erhöhter Puls und eine schnelle Atmung.

Nächtliches Aufschrecken gehört zu den Parasomnien

Neben Somnambulismus (Schlafwandeln), der REM-Schlaf-Verhaltensstörung und dem Restless Legs Syndrom gehört Pavor Nocturnus zu den vier häufigsten Parasomnien.

Aufschrecken im Schlaf: Meist sind Kinder betroffen

Etwa 20 Prozent aller Kinder in Deutschland leiden unter nächtlichem Aufschrecken. Die Schlafstörung beginnt meist während des vierten Lebensjahrs und verschwindet mit der Pubertät wieder.

Aufschrecken im Schlaf: Das sind die Ursachen

Als Ursache für nächtliches Aufschrecken kommen beispielsweise unverarbeitete Probleme und Ängste sowie Stress, Fieber und Schlafentzug infrage. Oft hält der Pavor Nocturnus auch über einen längeren Zeitraum an. Ursachen im Erwachsenenalter sind vor allem psychischer Natur.

Was hilft dagegen?

Zunächst muss die Ursache gefunden werden. Eine Psychotherapie kann helfen. Aber auch entspannende Rituale, Atemübungen, autogenes Training, progressive Muskelentspannung sowie Yoga oder Meditation können bei dieser Störung helfen.

Quellen:

Techniker Krankenkasse: Schlaf­stö­rungen – wenn die Nacht zum Albtraum wird.
Hessische/Niedersächsische Allgemeine: Stress: Nächtliches Aufschrecken kann Anzeichen sein.
MSD Manual: Parasomnien.

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Isabell Stiller

Online-Redakteurin bei MeinSchlaf.de