Schlafprobleme

Albtraumstörung: 3 Anzeichen

Albtraumstörung: 3 Anzeichen

Albtraumstörung, auch als Traumangststörung bekannt, ist eine psychologische Erkrankung, die durch häufige Albträume gekennzeichnet ist.

Albtraumstörung: Eine Albtraumstörung kann zu Schlafentzug, starker Angst und erheblicher Beeinträchtigung der Lebensqualität führen.
Eine Albtraumstörung kann zu Schlafentzug, starker Angst und erheblicher Beeinträchtigung der Lebensqualität führen. Bild: iStock

Was ist eine Albtraumstörung?

Ein Albtraum ist ein beunruhigender Traum, der mit negativen Gefühlen wie Angst oder Furcht verbunden ist und den Schlafenden verschreckt aufwachen lässt. Gelegentliche Albträume sind weit verbreitet und stellen normalerweise keinen Grund zur Sorge dar. Bei manchen Menschen treten sie jedoch häufiger auf, stören den Schlaf, beeinflussen den Tagesablauf oder lösen eine Angst vor dem Einschlafen aus. Sollten diese Merkmale auf dich zutreffen, könnte eine Albtraumstörung (auch Traumangststörung genannt) dahinterstecken.

Bei einer Albtraumstörung handelt es sich um die seltene Form einer Parasomnie, von der etwa 4 Prozent der Erwachsenen betroffen sind. Albträume dieser Art treten in der Regel während des REM-Schlafs (Rapid Eye Movement) auf, wenn die Träume länger und lebhafter sind. Obwohl sie relativ selten vorkommen, können Albtraumstörungen dauerhafte psychische und physische Auswirkungen haben. Solltest du regelmäßig wiederkehrende Albträume haben, lohnt es sich, mit einem Arzt zu sprechen.

Hier sind typische Anzeichen dafür, dass es sich bei deinen Träumen möglicherweise um eine Albtraumstörung handeln könnte.


Anzeichen einer Albtraumstörung:

1. Häufiges Auftreten von Albträumen

Während üble Träume bei jedem Menschen gelegentlich vorkommen, treten sie bei Personen mit einer Albtraumstörung um einiges häufiger auf. Die Dauer und Häufigkeit macht demnach den Unterschied zu herkömmlichen schlechten Träumen aus. Als Faustregel gilt: Bei wiederkehrenden Albträumen, die mindestens einmal pro Woche oder häufiger über einen Zeitraum von einem bis sechs Monaten auftreten, könnte man von einer Störung sprechen. In der Regel leiden Kinder bis zu ihrem 10. Lebensjahr vermehrt unter Albträumen, aber auch Erwachsene sind betroffen. Im späteren Lebensalter berichten zudem Frauen häufiger von Albträumen als Männer. Man geht auch davon aus, dass einfallsreiche, kreative und sensible Menschen mit größerer Wahrscheinlichkeit unter vermehrten Albträumen leiden.

2. Beeinträchtigung der Lebensqualität

Ein Hauptmerkmal der Albtraumstörung ist, dass die Auswirkungen des Albtraums das Nacht- und Tagesleben beeinträchtigen und die Betroffenen Schwierigkeiten haben, alltägliche Aufgaben unbeschwert zu bewältigen. Im Gegensatz zu Schlafängsten, wie dem Nachtschreck, können sich hier die Personen tatsächlich an den Traum erinnern. Nach dem Aufwachen ist der Betroffene sofort wach und orientiert. Aus Angst vor einem weiteren Albtraum haben die Menschen, die an einer Albtraumstörung leiden, häufig Probleme erneut einschlafen. Der daraus folgende Schlafmangel sowie die starke Angst können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen und die Betroffenen daran hindern, alltägliche Aufgaben effizient zu bewältigen. Mit der Zeit kann dies zu einer Schädigung des emotionalen und körperlichen Wohlbefindens führen und Furcht, Konzentrations- oder Gedächtnisprobleme nach sich ziehen.

3. Lebhafte Erinnerung an den Traum

Die Träume einer Albtraumstörung treten normalerweise in der zweiten Hälfte der Nacht während des REM-Schlafes auf. In dieser Schlafphase, die durch schnelle Augenbewegungen und erhöhter Hirnaktivität gekennzeichnet ist, träumen Menschen besonders häufig und lebhaft. Die International
Classification of Sleep Disorder
definiert die Träume der Betroffenen als sehr belastende und dysphorische Träume, in denen das Überleben, die persönliche Sicherheit oder die körperliche Unversehrtheit des Individuums bedroht wird. Klassische Themen von Albträumen beinhalten Bedrohliches, Verfolgung, Verletzung, das Fallen ins Bodenlose oder den Tod nahestehender Personen sowie den eigenen Tod. Die Angstträume einer Albtraumstörung sind dabei mit lebhaften und detaillierten Erinnerung verbunden.

Leidest du an einer Albtraumstörung?

Die American Academy of Sleep Medicine empfiehlt folgende Fragen zum Selbsttest zu Albtraumstörungen:

  1. Wachst du häufig aufgrund eines beunruhigenden Traums aus dem Schlaf auf?
  2. Lösen diese Träume Gefühle wie Angst, Wut, Traurigkeit oder Ekel aus?
  3. Bist du wach und kannst du klar denken, sobald du aufwachst?
  4. Bist du in der Lage, dich klar an Einzelheiten dieser Träume zu erinnern?
  5. Treten diese Träume häufig in der Spätphase deines Schlafes auf, z. B. in den frühen Morgenstunden?
  6. Hast du Schwierigkeiten, nach diesen Träumen wieder einzuschlafen?

Wenn du die folgenden Fragen mit Ja beantwortet hast, solltest du mit einem Arzt sprechen oder einen Schlafmediziner aufsuchen.


Quellen: therapie.de, zdf.de, sleepline.com, apotheken-umschau.de, Handbuch der Schlafmedizin von Thomas Pollmächer, Thomas-Christian Wetter, Claudio L.A. Bassetti, mayoclinic.org, aafp.org

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Nele Jacobs

Online-Volontärin bei MeinSchlaf.de