Schlafprobleme

Aggressiv im Schlaf: 3 Anzeichen des Schenck-Syndroms

Aggressiv im Schlaf: 3 Anzeichen des Schenck-Syndroms

Treten, Schlagen, Stoßen oder Aufspringen aus dem Bett: Das Schenck-Syndrom umfasst ungewöhnliche Handlungen oder Verhaltensweisen, die während der Traumphase auftreten. Was es damit auf sich hat und woran man die Schlafstörung erkennen kann, erfährst du hier. 

Unter dem Schenck-Syndrom leiden in erster Linie Männer. Bild: iStock

Das Schenck-Syndrom wird auch als aggressiver Schlaf oder REM-Schlaf-Verhaltensstörung bzw. in englischer Sprache als „REM sleep behaviour disorder“ (abgekürzt RBD) bezeichnet. Die Erkrankung wurde 1986 erstmals beschrieben und geht auf den amerikanischen Somnologen und Psychiater Carlos H. Schenck zurück. Es handelt sich dabei um eine sehr seltene Parasomnie. Nur eine von 200 000 Personen erkrankt daran. Bei einer Parasomnie führen wir im Schlaf oder Halbschlaf Handlungen aus, die wir weder planen noch wollen und an die wir uns nach dem Aufwachen auch nicht mehr erinnern.

In unserem Artikel über Parasomnie erfährst du mehr über die verschiedenen Formen.

Die Schlafstörung tritt meist im Alter von 40 bis 70 Jahren auf, nur sehr selten sind Personen unter 40 Jahren betroffen. Männer leiden dabei wesentlich häufiger unter dem Schenck-Syndrom als Frauen. Die genaue Ursache von RBD ist noch nicht endgültig erforscht, aber sie kann zusammen mit degenerativen neurologischen Erkrankungen wie der Parkinson-Krankheit, der Multisystematrophie (MSA) und der Lewy-Körper-Demenz auftreten. Bei 45 % der Betroffenen besteht zudem ein Zusammenhang mit dem Entzug von Alkohol oder Hypnotika sowie der Einnahme von bestimmten Antidepressiva. 

Wie äußert sich das Schenck-Syndrom?

Das Schenck-Syndrom ist an den REM-Schlaf gebunden und tritt hauptsächlich in der zweiten Nachthälfte auf. Der REM-Schlaf ist eine der vier Phasen, die wir während des Schlafs durchlaufen. Sie beginnt in der Regel 90 Minuten nach dem Einschlafen und ist die Phase, in der wir am intensivsten träumen. 

Darüber hinaus finden während des REM-Schlafs eine Reihe von physiologischen Veränderungen wie Muskelentspannung, erhöhte Augenbewegungen, schnellere Atmung und erhöhte Gehirnaktivität statt. Im Gegensatz zu den anderen Phasen, in denen sich die Gehirnströme verlangsamen, ist das Gehirn im REM-Schlaf hochaktiv und seine elektrische Aktivität ähnelt der im Wachzustand. Die Muskeln im Körper treten daher in eine vorübergehende Lähmung. Diese schützt den Schläfer davor, als Reaktion auf die Träume zu handeln. 

Bei einer Person mit RBD ist diese Lähmung jedoch unvollständig oder fehlt sogar ganz, sodass die Person ihre Träume „auslebt“ — manchmal auf dramatische oder gewalttätige Weise. Verletzungen sind eine häufige Folge. Untersuchungen zeigen, dass fast ein Drittel der betroffenen Personen sich selbst – und 64 Prozent ihre Schlafpartner – während einer Episode verletzen. 

Eine Person mit RBD kann im Schlaf die folgenden Verhaltensweisen zeigen:

  1. Bewegungen wie Treten, Schlagen, mit den Armen Fuchteln oder Aufspringen aus dem Bett als Reaktion auf lebendige oder gewalttätige Träume, z. B. wenn man gejagt wird oder sich gegen einen Angriff verteidigt
  2. Geräusche, wie Sprechen, Lachen, Schreien, emotionales Aufschreien oder sogar Fluchen
  3. Die Fähigkeit, sich an den Traum zu erinnern, wenn man während der Episode aufwacht. Die betroffene Person hat jedoch keine Erinnerung daran, dass sie sich bewegt hat.

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Nele Jacobs

Online-Volontärin bei MeinSchlaf.de