Schlafprobleme

Schlaftrunkenheit: Symptome, Ursachen, Abhilfe

Schlaftrunkenheit: Symptome, Ursachen, Abhilfe

Von Schlaftrunkenheit spricht man, wenn man sich beim Aufwachen oder kurz nach dem Aufwachen desorientiert und verwirrt verhält. Wir erklären die Ursachen und nennen typische Symptome, die auf die Schlafstörung hinweisen.

Schlaftrunkenheit tritt am häufigsten in der Kindheit auf und wird mit zunehmendem Alter seltener. Bild:iStock

Was ist Schlaftrunkenheit?

Jeder hat es schon einmal erlebt: Man wird aus dem Schlaf gerissen und fühlt sich benommen und orientierungslos. Mit dem, was die Wissenschaft als „Schlaftrunkenheit“ bezeichnet, hat dieser Zustand allerdings wenig zu tun. Schlaftrunkenheit ist eine Aufwachstörung, die auftritt, wenn das Gehirn zwischen Schlafen und einem leichteren, mit Wachsein vermischtem Schlafstadium wechselt. Das Gehirn der Betroffenen schafft in solchen Fällen den Übergang zum Wachsein nicht. In anderen Worten: Der Körper ist zwar wach, kann aufstehen, gehen und sprechen, die Wahrnehmung und Verarbeitung von äußeren Reizen ist aber stark eingeschränkt. 

Schlaftrunkenheit gehört zu den Parasomnien

Schlaftrunkenheit (engl. confusional arousal) ist eine Schlafstörung, die während des Non-REM-Schlafs auftritt und zu den Parasomnien gehört. Eine Parasomnie ist eine auffällige Verhaltensweise, die wir ausführen, während wir schlafen oder gerade aufwachen. Die Störung geht einher mit Desorientierung, einem Mangel an Reaktionen auf Umweltreize und der Schwierigkeit, die Betroffenen zu wecken.

Weitere häufige Formen einer Parasomnie sind:

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Die Episoden können von wenigen Minuten bis zu einer Stunde dauern. Schlaftrunkenheit kann Menschen aller Altersgruppen betreffen, kommt aber bei Kindern häufiger vor als bei Erwachsenen. Nach dem fünften Lebensjahr treten sie allerdings seltener auf. Im Erwachsenenalter leiden etwa 3 bis 4 Prozent unter diesen Verwirrtheitszuständen. Die Betroffenen können sich in der Regel am nächsten Morgen kaum oder gar nicht an die Ereignisse erinnern, die während der Schlaftrunkenheit stattgefunden haben. Obwohl die Episoden relativ harmlos sind, können sich Angehörige, die Zeugen der Vorfälle wurden, beunruhigt fühlen. Doch nur in seltenen Fällen verhalten sich Erwachsene unangemessen oder sogar aggressiv. Bei den meisten betroffenen Personen sind diese extremen Verwirrungserscheinungen allerdings ungewöhnlich. 

Was sind die Symptome von Schlaftrunkenheit?

Schlaftrunkenheit tritt am häufigsten nach spontanem Erwachen oder Erwecken aus dem Tiefschlaf vor. Selten während oder nach kurzen Nickerchen, da die meisten Menschen in dieser Zeit nicht in den Tiefschlaf gelangen können. Zu den Hauptsymptomen der Schlafstörung gehören: 

  1. Benommenheit und Orientierungsstörungen
  2. schwere Erweckbarkeit
  3. unkontrolliertes und konfuses Verhalten
  4. Einschränkungen der kognitiven und motorischen Leistungsfähigkeit
  5. unverständliches oder verlangsamtes Sprechen
  6. gläserner Blick

Schlaftrunkenheit bei Kleinkindern

Schlaftrunkenheit kann in jedem Alter auftreten, kommt aber vor allem bei Kindern unter 5 Jahren vor. Das Kind setzt sich typischerweise im Bett auf und macht den Eindruck wach zu sein, ist aber motorisch verwirrt und führt eventuell unsinnige Handlungen aus. Während einer Episode reagiert das Kind weder auf Befehle noch auf Aufweckversuche der Eltern. Am nächsten Morgen kann sich das Kind in der Regel nicht mehr an das Ereignis erinnern. Die Anfälle sind von kurzer Dauer und völlig harmlos. Eltern sollten jedoch aufpassen, dass sich das Kind während der Episode nicht verletzt.

Was sind die Ursachen von Schlaftrunkenheit?

Menschen, die unter Schlaftrunkenheit leiden, sind, ähnlich wie beim Schlafwandeln, noch nicht richtig wach. Man geht davon aus, dass die betroffenen Personen während des Tiefschlafs unterbrochen werden, was dazu führt, dass einige Teile des Gehirns wach bleiben, während andere schlafen.

Die Tiefschlafphase ist für unseren Körper die erholsamste Zeit des Tages. Während dieser Schlafphase regeneriert er. Die Körpertemperatur geht dabei auf den niedrigsten Stand, der Blutdruck sinkt und Puls und Atmung verlangsamen sich. Auch das Gehirn ist im kompletten Entspannungsmodus. Wird eine Person nun aus dem Tiefschlaf gerissen, treten für eine gewisse Zeit Orientierungsstörungen, Benommenheit und konfuse Verhaltensweisen auf.

 Die Schlafstörung kann durch eine Reihe anderer Umstände ausgelöst werden, die den Schlaf beeinträchtigen und die Person aus dem Tiefschlaf aufwecken lassen. Dazu gehören:

  • Forciertes Aufwachen
  • Drogenmissbrauch oder übermäßiger Alkoholkonsum
  • Einnahme bestimmter Medikamente
  • übermäßiger Schlaf und Hypersomnolenz
  • allgemeiner Schlafmangel oder Stress
  • Störungen des zirkadianen Schlafrhythmus
  • Ein auslösendes Ereignis, z. B. ein helles Licht, ein Telefon, das während des Schlafs klingelt, oder das Bedürfnis, auf die Toilette zu gehen

Die Arousal-Störungen kann jedoch auch auftreten, wenn die betroffene Person bereits an einer Schlafstörung wie Schlafapnoe, Restless-Legs-Syndrom oder Schlaflosigkeit leidet. 

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Wie behandelt man die Schlafstörung?

Bei manchen Menschen können ein regelmäßiger Schlafrhythmus und gesunde Schlafgewohnheiten die Wahrscheinlichkeit von Schlaftrunkenheit verringern. Unser Tipp: Lege eine feste Schlaf- und Aufwachzeit fest und versuche jede Nacht mindestens sieben Stunden zu schlafen. Vermeide alkoholische und koffeinhaltige Getränke, insbesondere kurz vor dem Schlafengehen. Es kann ebenfalls helfen, dein Schlafzimmer ruhig, kühl und dunkel zu halten. Schalte elektronische Geräte wie Handy und Computer mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen aus. Sollten diese Maßnahmen nicht ausreichen, wird empfohlen, einen Arzt oder Schlafforscher aufzusuchen. Für einige Betroffene können Medikamente die Symptome lindern. 

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Quellen:

Sleepfoundation: Confusional Arousals and Sleep Drunkenness
Stanfordhealthcare: Confusional Arousals
kindergesundheit-info: Von Albträumen, Nachtschreck und Schlafwandlern