Schlaflexikon

Schlafphasen

Schlafphasen

Unser Schlaf besteht aus fünf Schlafphasen, die sich während der Nacht wiederholen. Doch was genau passiert da? Erklären wir hier.

Der Schlaf unterteilt sich in fünf Schlafphasen. Doch was passiert eigentlich dabei im Körper?
Der Schlaf unterteilt sich in fünf Schlafphasen. Doch was passiert eigentlich dabei im Körper? Bild: Unsplash

Während du scheinbar untätig im Bett liegst und einfach nur schläfst, passiert eine ganze Menge in deinem Körper. Aber was genau? Welche Schlafphasen gibt es? Wie lange dauern sie und welche Bedeutung haben sie? 

In fünf Schlafphasen durch die Nacht

Die Schlafforschung unterscheidet fünf Schlafphasen, die sich anhand der Messung elektrischer Aktivitäten im Gehirn sichtbar machen lassen. Bildlich vorstellen kannst du dir deinen Schlaf wie eine Art Treppe. Jede Treppenstufe entspricht dabei einem Schlafstadium: Von der oberflächlichen und störempfindlichen Einschlafphase steigst du zunächst in den Leichtschlaf und dann in den Tiefschlaf hinab, um dann wieder in den leichteren REM-Schlaf und von dort wieder in den Leichtschlaf zu gelangen, sodass das Ganze wieder von vorne losgehen kann. 

Eine solche Abfolge nennt man einen Schlafzyklus, der etwa 90 Minuten dauert. Jede Nacht durchlebst du vier bis sechs solcher Schlafzyklen. Dabei passiert in jeder Schlafphase etwas anderes – ganz automatisch und wie von selbst. Innerhalb der Schlafphasen schläfst du übrigens unterschiedlich tief – und auch unterschiedlich erholsam.

Einschlafphase (5 bis 10 Prozent) 

In diesen ersten Minuten des Einschlafens entspannt sich dein Organismus und fährt seine Funktionen wie Puls und Atmung herunter. Du schläfst in dieser Phase noch sehr oberflächlich. „Der Prozess des Einschlafens ist der erste Schritt zu einem erholsamen Schlaf. Wir lösen uns von unserem Wach-Bewusstsein, lassen uns in eine Welt fallen, von der wir nichts wissen. Unabdingbare Voraussetzung hierfür ist eine hinreichende geistige und körperliche Entspannung“, erklärt Christoph Lauer, Vorsitzender der Bayerischen Gesellschaft für Schlafmedizin.

Leichtschlafphase (45 bis 55 Prozent)

„Nach einer kurzen Phase instabilen Schlafes wechseln wir in den stabilen Leichtschlaf, der etwa 50 Prozent unseres Nachtschlafs umfasst“, so Christoph Lauer. In dieser Schlafphase ist deine Hirnaktivität niedrig, befindet sich dein Bewusstsein auf sehr niedrigem Niveau, sind deine Muskeln entspannt.

Tiefschlafphase (15 bis 25 Prozent)

Nur in dieser Phase schläfst du tief und fest und kannst nur schwer geweckt werden. Dadurch erholst du dich am besten. „Die Tiefschlafphase löst die Leichtschlafphase ab, deren Anteil von Nacht zu Nacht stark schwanken kann“, klärt Schlafexperte Christoph Lauer auf.

REM-Phase (20 bis 25 Prozent)

REM steht für „rapid eye movement“ (deutsch: schnelle Augenbewegungen), da sich deine Augen in dieser Phase schnell bewegen. „Mit der Beendigung der REM-Phase ist der erste Schlafzyklus nach insgesamt etwa eineinhalb Stunden abgeschlossen“, fasst Christoph Lauer zusammen.

In welcher Schlafphase träumt man?

Wir träumen zwar auch in anderen Schlafphasen, in der REM-Phase träumst du jedoch besonders intensiv und zudem am längsten. Dein Schlaf ist in der REM-Phase wieder leichter, sodass du aus dieser Schlafphase trotz Träumen wieder relativ schnell aufgeweckt werden kannst. In dieser Traumphase werden nicht nur Informationen, sondern insbesondere auch emotionale Sinneseindrücke verarbeitet. 

Deine Muskulatur ist in dieser Phase komplett entspannt und fast vollständig regungslos. Dabei handelt es sich um einen natürlichen Schutzmechanismus deines Körpers, damit du die geträumten Bewegungen nicht tatsächlich ausführst. Schließlich könntest du dich so verletzen. 

Durch das Träumen beschleunigt sich deine Hirnfrequenz in dieser Phase deutlich. Zusätzlich nimmt auch deine Herzfrequenz zu, und du atmest nicht mehr langsam und tief wie noch in der Tiefschlafphase, sondern schnell und flach. 

Welche Phasen sind von Schlafstörungen besonders betroffen? 

Innerhalb der einzelnen Schlafphasen bist du oft wenige Minuten wach. Durchschnittlich passiert das bei Erwachsenen 10 bis 30 Mal. Im Normalfall schläfst du innerhalb von zwei bis drei Minuten wieder ein. Morgens kannst du dich nicht einmal mehr daran erinnern. Anders sieht es aus, wenn du nicht mehr sofort einschläfst. Dann gerät dein Schlafrhythmus durcheinander, die fünf Schlafphasen folgen nicht mehr ungestört aufeinander. 

Häufig ist dabei vor allem die erste Schlafphase, die Einschlafphase, übermäßig lang. Hinzu kommt ein häufiges, längeres Aufwachen in der Nacht, das den Schlafzyklus durchbricht. Das Ergebnis: Du fühlst dich am nächsten Morgen sowohl physisch als auch psychisch erschöpft – vor allem dann, wenn durch die Schlafstörung die wichtige Tiefschlafphase gestört wird.

„Besonders die abendliche Einschlaf- und nächtliche Wiedereinschlafphasen bergen ein hohes Potential für Schlafstörungen. Hier behindern meist ein ,Gedankenjagen‘, ein ,nicht Abschalten können‘, die Angst vor einer (erneuten) schlechten Nacht, aber auch körperliche Missempfindungen, wie zum Beispiel Schmerzen oder eine unbequeme Schlafhaltung das (erneute) Auftreten von Schlaf, da die geistige und körperliche Entspannung fehlen“, macht Schlafexperte Christoph Lauer deutlich.

Prof. Dr. Christoph Lauer war lange Jahre Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums (Zentrum für psychische Gesundheit, Klinikum Ingolstadt). Seit 2019 ist er Vorsitzender der Bayerischen Gesellschaft für Schlafmedizin.

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