Schlaflexikon

REM-Phase

REM-Phase

In der REM-Phase (auch Traumphase) träumen wir besonders viel. Sie ist ein essenzieller Bestandteil unseres Schlafes. Was REM-Schlaf genau bedeutet und wie wichtig er für einen gesunden Schlaf ist, erfährst du in diesem Artikel.

REM-Phase: Frau fliegt mit Schmetterlingen durch ein Zimmer.
Während der REM-Phase träumen wir besonders viel. Bild: iStock

Die REM-Phase ist eine von vier Schlafphasen, die wir jede Nacht durchlaufen. REM steht dabei für Rapid Eye Movement, was auf Deutsch so viel bedeutet wie „schnelle Augenbewegung“. Der Begriff resultiert aus der Beobachtung, dass sich unsere Augen während der Traumphase stark unter den Augenlidern bewegen.

Wie wichtig REM-Schlaf ist, ist in der Wissenschaft mittlerweile zweifelsfrei geklärt. Doch warum ist die REM-Phase so wichtig? Was passiert bei zu wenig REM-Schlaf? Und was kann man tun, wenn die Traumphase regelmäßig ausbleibt? All diese Fragen und mehr klären wir in diesem Artikel.

Die verschiedenen Schlafphasen

Zwar unterteilen Wissenschaftler unseren Schlaf oberflächlich nur in zwei Phasen – nämlich den REM-Schlaf und den Non-REM-Schlaf – eine genauere Betrachtung offenbart allerdings eine detailliertere Aufteilung. Demnach durchlaufen wir während des Schlafs mehrmals einen Schlafzyklus, welcher sich in vier verschiedene Schlafphasen aufspaltet und zwischen 90 und 120 Minuten andauert:

  1. der Einschlafphase (circa fünf Prozent des Schlafzyklus)
  2. der Leichtschlafphase (etwa 45 bis 55 Prozent des Zyklus)
  3. der Tiefschlafphase (ungefähr 15 bis 20 Prozent)
  4. der REM-Phase oder auch Traumphase (rund 20 bis 25 Prozent)

Nach einem Zyklus wachen wir kurz auf, um direkt wieder einzuschlafen und die vier Schlafphasen erneut zu durchlaufen. Vier- bis fünfmal geschieht das in der Nacht. Unser Artikel über Schlafphasen geht noch einmal genauer auf den gesamten Schlafzyklus ein.

Was ist die REM-Phase?

Die REM-Phase wird nicht umsonst auch Traumphase genannt. Hier verarbeiten wir in Träumen unsere Erlebnisse vom Tag und der nahen Vergangenheit. Während die erste REM-Phase noch relativ kurz ist, werden die folgenden Traumphasen in der Nacht immer länger.

Aber nicht nur innerhalb der Nacht verlängert sich unser REM-Schlaf. Auch das Alter spielt bei der Länge des Traumschlafs eine Rolle. So gleiten Neugeborene und Säuglinge fast direkt nach dem Einschlafen in die REM-Phase. Ab dem Kleinkindalter bis zum 19. Lebensjahr bildet sich der obige Schlafzyklus aus, der dann bis zum circa 60. Lebensjahr stabil bleibt. Erst im Alter nehmen die REM-Phasen wieder ab und wir schlafen generell etwas schlechter.

Warum ist die REM-Phase so wichtig?

Unsere täglichen Erlebnisse nachts verarbeiten zu können, ist von wichtiger Bedeutung für unsere psychische Gesundheit. Das erkennt man bereits daran, dass unser Körper verlorene REM-Phasen beispielsweise durch zu wenig Schlaf, in den folgenden Nächten nachholt. Die Traumphasen werden länger.

Auch Menschen, die ein traumatisches Erlebnis zu verarbeiten haben, träumen länger und häufiger. Ein weiteres Bespiel für die Wichtigkeit der REM-Phase. Ein Mangel an REM-Schlaf kann schon nach kurzer Zeit verschiedene Symptome auslösen. Beispielsweise:

  • Konzentrationsstörungen
  • Lernstörungen
  • gestörtes Essverhalten
  • Aggressivität

Allerdings muss dies nicht bei allen Betroffenen von REM-Schlaf-Mangel auftreten. Es gibt genügend Personen, die das Fehlen der REM-Phase gut verkraften, so dass zunächst gar nicht auffällt, das sie unter einem Mangel leiden.

Was ist eine REM-Schlaf-Verhaltensstörung?

Beim REM-Schlaf ist unser Gehirn zwar sehr aktiv und wird stark durchblutet, unsere Muskulatur ist allerdings vollständig entspannt. Bei Menschen mit einer REM-Schlaf-Verhaltensstörung kommt es während einer REM-Phase zu heftigen Träumen, die sie auch körperlich durchleben. Nicht selten kommt es bei Betroffenen zu

  • sprachlichen Äußerungen,
  • Schreien,
  • Wedeln mit den Armen,
  • Boxen,
  • Kratzen,
  • Beißen,
  • Treten oder
  • Schlagen.

Eine REM-Schlaf-Verhaltensstörung gilt mittlerweile als einer der Auslöser zahlreicher Erkrankungen im Alter, darunter:

Die REM-Schlaf-Verhaltensstörung gilt als Parasomnie, also als eine Verhaltensauffälligkeit die im Schlaf-Wach-Übergang oder während des Schlafes auftreten. In unserem Artikel über Parasomnie erfährst du mehr über die verschiedenen Formen.

Was löst eine Störung des REM-Schlafs aus?

Etwa vier Prozent der deutschen Bevölkerung leidet unter einer dauerhaften Schlafstörung und damit auch an einer Störung der REM-Phase. Die Auslöser einer Schlafstörung sind vielfältig. Beispielsweise:

  1. Stress
  2. Depressionen
  3. Schlafapnoe
  4. Restless-Legs-Syndrom
  5. Narkolepsie

Auch Alkoholkonsum kann REM-Schlafstörungen begünstigen. Mehr dazu findest du in unserem Artikel: „Schlafstörungen: Wie Alkohol den Schlaf gefährden kann“. Auch klassische Schlafmittel können den REM-Schlaf stören, da sie häufig dafür sorgen, dass genau die Hirnstromaktivitäten unterdrückt werden, die für eine REM-Phase benötigt werden.

Was kann ich bei einer (REM-)Schlafstörung tun?

Das kommt auf die Dauer der Schlafstörung an. Tritt sie nur hin und wieder oder über einen kurzen Zeitraum auf, helfen oftmals folgende Tipps:

  • Vermeide schwer verdauliches Essen kurz bevor du ins Bett gehst.
  • Treibe regelmäßig Sport, aber nicht kurz vor dem Zubettgehen.
  • Halte dich an regelmäßige Schlaf- und Aufstehzeiten.
  • Achte auf die Temperatur im Schlafzimmer (am besten zwischen 16 und 18 Grad).
  • Lege dir Routinen zu, wie regelmäßiges Baden oder Lesen vor dem Zubettgehen.
  • Halte Handy, Fernseher oder Ähnliches aus dem Schlafzimmer.

Halten die Schlafstörungen aber länger an, solltest du einen Arzt aufsuchen. Medikamente können zwar kurzfristig helfen, sollten aber aus den oben genannten Gründen nicht dauerhaft eingenommen werden.

Kurz und knapp

Die verschiedenen Schlafphasen

Unser Schlaf besteht aus vier verschiedenen Schlafphasen: Der Einschlafphase, der Leichtschlafphase, der Tiefschlafphase und der REM-Phase oder auch Traumphase.

Was ist die REM-Phase?

Die REM-Phase ist die Zeit, in der unser Gehirn durch Träume den vergangenen Tag verarbeitet. Der Begriff REM bedeutet Rapid Eye Movement und bezeichnet die schnellen Bewegungen unserer Augen in der Traumphase.

Warum ist die REM-Phase so wichtig?

Fehlender REM-Schlaf kann sich unter anderem mit Konzentrationsstörungen, Aggressivität und Lernstörungen bemerkbar machen.

Was ist eine REM-Schlaf-Verhaltensstörung?

Bei der REM-Schlaf-Verhaltensstörung bewegt die betroffene Person zum Teil stark ihre Gliedmaßen oder spricht im Schlaf. Die Störung verhindert eine Erholung unseres Körpers während des Schlafs.

Was löst eine Störung des REM-Schlafs aus?

Dafür kann es viele Gründe geben. Stress und Depressionen stehen genauso im Verdacht den REM-Schlaf zu stören wie Narkolepsie, Schlafapnoe oder das Restless-Legs-Syndrom.

Was kann ich bei einer (REM-)Schlafstörung tun?

Bei einer kurzen Schlafstörung helfen oft Veränderungen in der Lebensweise, wie etwa gesund Essen, Sport, eine „Zubettgeh-Routine“ oder die richtige Zimmertemperatur. Bei einer dauerhaften Schlafstörung solltest du ärztliche Hilfe aufsuchen.

Quellen:

Gesundheitsinformation: Was ist „normaler“ Schlaf?
Informationsdienst Wissenschaft: Naht ein Fortschritt in der Depressionsbehandlung?
Deutsche Gesellschaft für Neurologie: 80% aller Betroffenen mit einer REM-Schlaf-Verhaltensstörung entwickeln eine Parkinson-Krankheit.
Max-Planck-Institut für Psychiatrie: Schlafstörungen.

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Alexander Scherb

Online-Redakteur bei MeinSchlaf.de