Schlaflexikon

Bruxismus

Bruxismus

Nach dem Aufstehen plagen dich Zahnschmerzen? Dahinter könnte Bruxismus stecken. Wir verraten dir, was hinter der Krankheit steckt und was du dagegen tun kannst.

Nach dem Aufstehen plagen dich Zahnschmerzen? Dahinter könnte Bruxismus stecken. Wir verraten dir, was hinter der Krankheit steckt und was du dagegen tun kannst.
Bruxismus führt zu Zahnschmerzen und Zahnabrieb. Bild: iStock

Haben wir eine schlechte Nacht hinter uns, wachen wir am nächsten Morgen meistens auch völlig gerädert auf. Bei einigen Menschen kommt neben Müdigkeit und Antriebslosigkeit oft aber noch ein drittes Problem hinzu: Zahnschmerzen.

Was ist Bruxismus?

Die Zahnschmerzen hängen mit nächtlichem Zähneknirschen (Bruxismus) zusammen. Hierbei pressen Betroffene ihre Zähne in der Nacht unwillkürlich und mit großem Druck aufeinander. Ohne etwas davon zu merken. Das ist nicht nur akustisch ganz schön unangenehm für den Menschen, mit dem du das Bett teilst, auf Dauer schädigt das Knirschen auch deine Zähne.

Bruxismus: Symptome und Beschwerden

Hält das Zähneknirschen in der Nacht über mehrere Monate oder sogar Jahre an, wird der Zahnschmelz von den Zähnen gerieben. Die Folgen sind schwere Zahnschäden sowie Zahnverlust. Und nicht nur das. Bruxismus wird häufig auch von folgenden Symptomen und Beschwerden begleitet:

  • Kopfschmerzen
  • Verspannungen im Nacken
  • Verspannungen der Kiefermuskulatur
  • Tinnitus
  • Schmerzen im Gesicht
  • Kieferknacken
  • Rückenschmerzen
  • Beschwerden oder Schmerzen beim Öffnen des Kiefers
  • Abgeriebene Zähne
  • Kiefergeräusche
  • Kieferschmerzen
  • Zahnbruch/abgebrochene Zähne
  • Risse in den Zähnen
  • Druckempfindlichkeit in der Kieferpartie
  • Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD)

Bruxismus: Die typischsten Ursachen

Um Bruxismus in den Griff zu bekommen und dem nächtlichen Zähneknirschen ein Ende zu setzen, solltest du unbedingt der Ursache auf den Grund gehen. Meist lässt sich die Ursache für das Zähneknirschen gut selbst herausfinden. Solltest du jedoch Zweifel haben, empfehlen wir dir, mit deinem Arzt oder deiner Ärztin – besser noch mit einem Kieferorthopäden/Zahnarzt – über das Problem zu sprechen. Zu den bekanntesten Symptomen für Bruxismus zählen:

  • Stress: Zu den wohl häufigsten Ursachen für nächtliches Zähneknirschen und Zähnepressen zählen beruflicher wie privater Stress, Nervosität, Ängste und psychische Erkrankungen. Während wir am Tag den Stress und die Sorgen meistens „wegdrücken“, entlädt sich dieser in der Nacht dann umso heftiger.
  • Zahnfehlstellung: Ist der Zusammenbiss deiner Kiefer nicht optimal, kann dies ebenfalls dazu führen, dass du in der Nacht mit den Zähnen knirscht. Auch nicht passende Kronen oder Füllungen können Probleme verursachen. So oder so: bei Zahnschmerzen ohne ersichtlichen Grund solltest du immer das Gespräch mit deinem Zahnarzt oder deiner Zahnärztin suchen.
  • Alkohol, Koffein, Medikamente: Der übermäßige Konsum von Genussmitteln wie Alkohol oder Zigaretten sowie bestimme Medikamente kommen ebenfalls als Ursache und Auslöser für Bruxismus infrage. Zu den Medikamenten, die Zähneknirschen begünstigen können, zählen unter anderem Dopamin-haltige Präparate, Antidepressiva, Antikonvulsiva, Antipsychotika und Antihistaminika.
  • Erkrankungen: Manchmal steckt hinter dem Zähneknirschen auch eine Erkrankung, die es abzuklären gilt. Mögliche Erkrankungen, die mit Bruxismus in Verbindung gebracht werden, sind das Restless-Legs-Syndrom oder die obstruktive Schlafapnoe.

Was kann man gegen Bruxismus tun?

Oft reicht es schon aus, das Zähneknirschen durch Entspannungsübungen (z.B. Atemübungen) oder beruhigende Abendrituale wieder in den Griff zu bekommen. Hilft das nicht weiter, kann ein Gespräch mit einem Zahnarzt oder einer Zahnärztin dabei helfen, das weitere Vorgehen zu besprechen. In Studien hat sich auch die Behandlung mit Botox als sehr effektiv herausgestellt. Durch die Injektion von Botulinumtoxin können die Muskeln besonders gezielt und präzise entspannt werden. Der Eingriff sollte jedoch immer von einem Spezialisten durchgeführt werden, da es sonst zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen kann. Sollten hinter deinem Zähneknirschen psychische Probleme stecken, scheue nicht davor zurück, einen Psychologen aufzusuchen.

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Isabell Stiller