Schlaflexikon

Bruxismus

Bruxismus

Nach dem Aufstehen plagen dich Zahn- und Kieferschmerzen? Und Kopfschmerzen hast du manchmal auch noch? Schuld daran könnte Bruxismus sein. Wir nennen dir die Ursachen dieser Parasomnie und sagen, was du dagegen tun kannst.

Junge Frau sitzt im Bett und leidet unter Bruxismus.
Bruxismus führt unter anderem zu Zahn- und Kieferschmerzen. Bild: iStock/fizkes

Wir alle schlafen mal schlecht. Sei es durch den übermäßigen Genuss von Alkohol, oder aufgrund von Völlegefühl und Sodbrennen durch zu viel oder fettiges Essen. Dies alles ist nicht schlimm und kann durchaus mal vorkommen, ohne dass ein Arzt oder eine Ärztin aufgesucht werden muss.

Hast du aber mit Schlafproblemen zu kämpfen und wachst morgens häufig mit Kopfschmerzen, einem schmerzenden Kiefer oder Kiefergelenk auf, dann kann Bruxismus dahinter stecken. Das Zähneknirschen fällt unter die Kategorie der Parasomnien und kann ohne Behandlung auf Dauer zu einem echten Problem werden.

Was ist Bruxismus?

Bei Bruxismus handelt es sich um schmerzhaftes und starkes nächtliches Knirschen der Zähne. Dabei pressen Betroffene ihren Ober- und Unterkiefer in der Nacht unwillkürlich und mit großem Druck aufeinander, ohne etwas davon zu merken. Das laute Knirschen belastet sowohl den Kiefer als auch die gesamte Kaumuskulatur und die Kiefergelenke.

Häufig sind vor allem Kinder von Bruxismus betroffen. Während Kleinkinder noch sehr häufig vom Knirschen im Schlaf betroffen sind, nimmt die Parasomnie im Laufe des Lebens immer weiter ab. Das nächtliche Zähneknirschen verschwindet im Laufe des Lebens. Fast immer tritt das Zähneknirschen mit anderen Parasomnien auf, wie beispielsweise Schlafwandeln oder dem Reden im Schlaf (Somniloquie). Zähneknirschen tritt bei ungefähr 20 Prozent der Bevölkerung, wobei Wachbruxismus häufiger als Schlafbruxismus auftritt.

Bruxismus: Symptome und Beschwerden

Hält das Zähneknirschen in der Nacht über mehrere Monate oder sogar Jahre an, wird der Zahnschmelz von den Zähnen gerieben. Die Folgen sind schwere Zahnschäden sowie Zahnverlust. Und nicht nur das. Bruxismus wird häufig auch von folgenden Symptomen und Beschwerden begleitet:

  • Kopfschmerzen
  • Nackenschmerzen
  • Verspannungen der Kaumuskulatur
  • Tinnitus
  • Schmerzen im Gesicht
  • Kieferknacken
  • Rückenschmerzen
  • Beschwerden oder Schmerzen beim Öffnen des Kiefers
  • Abgeriebene Zähne
  • Kiefergeräusche
  • Schmerzen im Kiefer
  • Zahnbruch/abgebrochene Zähne
  • Risse in den Zähnen
  • Druckempfindlichkeit in der Kieferpartie (vor allem im Unterkiefer)
  • Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD)

Bruxismus: Die häufigsten Ursachen

Solltest du mit nächtlichem Zähneknirschen zu kämpfen haben, ist vor allem ein Besuch beim Arzt oder bei der Ärztin ratsam. Sie können mit dir eine Therapie erarbeiten und dir eine Behandlung empfehlen. Zudem solltest du versuchen, der Ursache auf den Grund zu gehen. Meist lassen sich die Gründe für das Zähneknirschen recht schnell diagnostizieren. Zu den bekanntesten Symptomen für Bruxismus zählen:

  • Stress: Stress gehört zu den häufigsten Ursachen für Einschlafprobleme und Durchschlafprobleme. Und eben auch für nächtliches Zähneknirschen und Zähnepressen. Beruflicher wie privater Stress, Nervosität, Ängste und psychische Erkrankungen sind die Ursachen vieler Beschwerden. Vor allem Nachts. Während wir am Tag den Stress und die Sorgen meist unterdrücken, entlädt sich dieser in der Nacht dann umso heftiger.
  • Zahnfehlstellung: Ist der Zusammenbiss deiner Kiefer nicht optimal, kann dies ebenfalls dazu führen, dass du in der Nacht mit den Zähnen knirscht. Auch nicht passende Kronen oder Füllungen können Probleme verursachen. So oder so: bei Zahnschmerzen ohne ersichtlichen Grund solltest du immer das Gespräch mit deinem Zahnarzt oder deiner Zahnärztin suchen.
  • Alkohol, Koffein, Medikamente: Der übermäßige Konsum von Genussmitteln wie Alkohol oder Zigaretten sowie bestimme Medikamente kommen ebenfalls als Ursache und Auslöser für Bruxismus infrage. Zu den Medikamenten, die Zähneknirschen begünstigen können, zählen unter anderem dopaminhaltige Präparate, Antidepressiva, Antikonvulsiva, Antipsychotika und Antihistaminika.
  • Erkrankungen: Manchmal steckt hinter dem Zähneknirschen auch eine Erkrankung, die es abzuklären gilt. Mögliche Erkrankungen, die mit Bruxismus in Verbindung gebracht werden, sind das Restless-Legs-Syndrom oder die obstruktive Schlafapnoe.

Ist das Zähneknirschen heilbar?

Nein, Bruxismus ist nicht heilbar. Medizin und Wissenschaft können sich noch immer nicht genau erklären, was genau der Auslöser für die Anspannung der Kaumuskulatur ist und wie man die Bereiche im Gehirn behandelt, von denen Schlafbruxismus ausgelöst wird. In kleinen Studien hat sich Botox als wirksames Mittel herausgestellt, das in einer Therapie gespritzt wird. Mehr dazu einen Absatz weiter unten.

Am ehesten Abhilfe schafft eine sogenannte Aufbissschiene, die vor dem Schlafengehen „angezogen“ wird. Solch eine Aufbissschiene ist für zwei Dinge gut:

  1. Verhindert die Schiene, dass Zahnschmelz und Zähne durch die Anspannung im Kiefer Schaden nehmen.
  2. Sind solche Schienen häufig etwas weicher, wodurch dem Knirschen die Kraft des Zudrückens genommen wird. Dadurch verhindert die Aufbissschiene, dass Kopf- und Kieferschmerzen und andere, oben genannte Symptome, entstehen.

Diese speziellen Schienen müssen vom Zahnarzt speziell angefertigt werden. Es ist demnach so oder so sinnvoll, deinen Zahnarzt von deinem Leiden zu berichten.

Was kann man gegen Bruxismus tun?

Manchmal reicht es schon aus, das Zähneknirschen durch Entspannungsübungen des Ober- und Unterkiefers und der Kaumuskulatur (z.B. Atemübungen) oder beruhigende Abendroutinen wieder in den Griff zu bekommen. Hilft das nicht weiter, kann ein Gespräch mit einem Zahnarzt oder einer Zahnärztin dabei helfen, das weitere Vorgehen zu besprechen.

In Studien hat sich auch die Behandlung mit Botox als sehr effektiv herausgestellt. Durch die Injektion von Botulinumtoxin können die Muskeln besonders gezielt und präzise entspannt werden. Der Eingriff sollte jedoch immer von einem Spezialisten durchgeführt werden, da es sonst zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen kann. Sollten hinter deinem Zähneknirschen psychische Probleme stecken, scheue nicht davor zurück, einen Psychologen aufzusuchen.

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Quellen:

Kinder & Jugendärzte im Netz: Nächtliches Zähneknirschen kann morgendliche Kopfschmerzen verursachen.
Gesundheitsinformation: Bruxismus.
Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde: Bruxismus: Zähneknirschen und Zähnepressen.
MSD Manual: Bruxismus.

Autor Profilbild

Isabell Stiller

Online-Redakteurin bei MeinSchlaf.de