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Wolfsstunde: Deshalb wirst du ab 2 Uhr nachts wach

Wolfsstunde: Deshalb wirst du ab 2 Uhr nachts wach

Du wirst häufig nachts zwischen zwei und drei Uhr wach? Mit diesem Phänomen bist du nicht alleine. Wolfsstunde wird es genannt und betrifft vor allem ältere Menschen. Wir erklären, woher die Wolfsstunde kommt und was du gegen sie tun kannst.

Wolfststunde: Eine junge Frau liegt nachts wach im Bett.
Die Wolfsstunde macht so manchem zu schaffen. Bild: adobestock

Nachts wachwerden ist eigentlich nichts Ungewöhnliches. Wir alle werden viele Male in der Nacht wach. Nur erinnern wir uns nicht daran. Anders sieht es in der Wolfsstunde aus. Wer zwischen zwei und drei Uhr nachts aufwacht, kommt schnell mal ins Grübeln – und hat dann Probleme, wieder einzuschlafen.

Wissenschaftler glauben, der Begriff „Wolfsstunde“ kommt schon aus der Antike und beschreibt die Zeit, in der nur noch die Wölfe wach sind. Doch warum wachen auch Menschen zu dieser Zeit vermehrt auf und liegen dann wach?

Wolfsstunde: Ungünstiges Zusammenspiel mehrere Faktoren

Dass wir ausgerechnet zu so später Stunde aufwachen und ins Grübeln kommen, hängt mit mehreren Faktoren zusammen.

  1. Unser Schlafrhythmus hat dann meist die „erste Runde“ gedreht. Das heißt, du hast alle Schlafphasen durchlaufen und dein Körper beginnt mit einem neuen Zyklus. Zwischen den beiden Zyklen wachst du kurz auf, wovon du aber normalerweise nichts merkst. Übrigens: Wenn du mehr über deinen Schlafrhythmus wissen willst, lies dir unseren Lexikoneintrag über Chronotypen durch.
  2. Deine Hormone sind im Ungleichgewicht. Zwischen zwei und drei Uhr nachts, läuft unser Schlafhormon Melatonin auf Hochtouren. Gleichzeitig ist das Feel-Good-Hormon Serotonin auf einem Tiefstand. Zusätzlich ist auch die Wirkung des Anti-Stress-Hormons Cortisol quasi auf null. Aufgrund dieses Ungleichgewichts der Hormone, wachst du dann meist mit getrübter Stimmung auf. Nun bist du wach und fängst an zu grübeln.

Was tun gegen die Wolfsstunde?

Während der Wolfsstunde wachliegen und über seine Probleme nachgrübeln (Probleme, die am nächsten Tag wahrscheinlich gar nicht mehr so finster aussehen) ist wirklich keine schöne Beschäftigung. Glücklicherweise gibt es ein paar Tricks, wie du es schaffen kannst, schnell wieder einzuschlafen:

  • Schaue nicht auf die Uhr: Schon der erste Schritt nach dem Wachwerden, kann der fatalste sein. Denn nun fängst du schon an zu grübeln, wie viel Schlaf dir noch zur Verfügung steht, bevor du aufstehen musst. Meist beginnt das Gedankenkarussell genau damit.
  • Stehe kurz auf: Sich kurz die Beine vertreten, vielleicht kurz auf die Toilette gehen und ganz wichtig: das Bett abkühlen lassen. Oftmals kann kurzes Aufstehen im Handumdrehen dafür sorgen, dass du sehr schnell wieder einschläfst, wenn du dich dann wieder hinlegst. Das Aufstehen muss nicht lange andauern. Wenige Minuten reichen, um deinen Körper wieder runterzufahren.
  • Bringe dich auf andere Gedanken: Beispielsweise mit einem Podcast oder Hörbuch. Das kannst du im Bett hören und musst dafür auch kein Licht anmachen. Diese Geschichten können dich auf andere Gedanken bringen und du schläfst wieder ein.

Solltest du gar nicht mehr einschlafen können, hör auf es zu versuchen. Steh dann lieber auf und beschäftige dich mit etwas anderem. Auch ein gutes Buch lesen, kann dir helfen auf andere Gedanken zu kommen.

So beugst du Aufwachen vor

Ab und zu wird wohl jeder einmal zur Wolfsstunde wach. Sollte das nächtliche Aufwachen bei dir allerdings zur Regelmäßigkeit werden, solltest du was dagegen tun. Hier ein paar Tipps, wie du es schaffen kannst, wieder durchzuschlafen.

  1. Treibe regelmäßig Sport. Das tut deinem Körper gut. Auch das Licht, was du zu der zeit aufnimmst, hilft dir.
  2. Halte das Schlafzimmer auf einer Temperatur zwischen 16 und 19 Grad. Schlafforscher fanden heraus, dass dies die optimale Schlaftemperatur für uns ist.
  3. Lege vor dem Schlafen eine To-Do-Liste für die kommenden Tage an. Das hilft dir, deine Gedanken zu ordnen und sie halten dich nicht wach, wenn du zur Wolfsstunde aufwachen solltest.
  4. Trinke keinen Alkohol vor dem Schlafengehen. Unser Artikel „Schlafstörung: Wie Alkohol den Schlaf gefährden kann“ nennt noch weitere Gründe, die gegen Alkohol sprechen.
  5. Gehe zu regelmäßigen Zeiten ins Bett. Unser Körper liebt Routinen. Ein fester Zeitpunkt zum Zubettgehen hilft dir, ruhiger und fester zu schlafen. Unser Artikel über Schlafhygiene gibt dir weitere Tipps für einen ruhigen und erholsamen Schlaf.

All diese Tipps und Tricks ersetzen keinen Arzt, solltest du unter einer Insomnie leiden. Hast du regelmäßig mit Schlafstörungen zu kämpfen, brauchst du dringend ärztliche Hilfe.

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Alexander Scherb

Online-Redakteur bei MeinSchlaf.de