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Studie: Dieser Schlaffehler erhöht das Demenz-Risiko

Studie: Dieser Schlaffehler erhöht das Demenz-Risiko

Forscher fanden in einer Langzeitstudie einen Zusammenhang zwischen der Schlafdauer und dem individuellen Risiko im Alter an Demenz zu erkranken. Welcher Schlaffehler die Studienteilnehmer besonders gefährdete, kannst du in unserem Artikel lesen.

Schlaffehler: Mann sitzt auf Bett und schaut ernst aus dem Fenster.
Ein Schlaffehler laut Studie: Zu wenig Nachtruhe. Bild: iStock

Dass Demenzerkrankte unter Schlafstörungen leiden ist der Forschung bekannt. Auch, dass sich eine Demenz über mehrere Jahrzehnt hinweg entwickelt. Neu hingegen ist die Erkenntnis, dass Schlafmangel eine Demenz begünstigen kann.

Forscher untersuchten in einer Langzeitstudie über 25 Jahre bei 7.959 Studienteilnehmern verschiedene mögliche Auslöser, wie Nikotin- und Alkoholkonsum, Ernährung, körperliche Aktivität und eben auch den Schlaffehler zu wenig zu schlafen.

Welche Personen wurden untersucht?

Die nun vorliegenden Daten stammen von Personen, die an der sogenannten Whitehall-II-Studie seit Mitte der 1980er Jahre teilnahmen. Zwischen 1985 und 1988 gaben die Studienteilnehmer sechsmal ihre Schlafdauer an. Damals im Altersbereich zwischen 35 und 55 Jahren.

Zwischen 2015 und 2016, im Alter von 63 und 86 Jahren gaben die Probanden dann erneut sechsmal ihre Schlafdauer an. So konnten die Forscher die Dauer des Schlafes (und damit auch die Schlaffehler) im Alter von 50, 60 und 70 Jahren einschätzen.

Wie sind die Ergebnisse der Studie?

Die Ergebnisse sind einschneidend. Bei den 7.959 Studienteilnehmern entwickelten im Laufe der 25 Jahre 521 Personen eine Demenz. Das sind über sechs Prozent aller Studienteilnehmer. Die Ergebnisse zusammengefasst:

  • Das mittlere Alter bei Diagnosestellung betrug 77,1 (± 5,6 Jahre).
  • Menschen mit einer Durchschnittsschlafdauer von sieben Stunden hatten die niedrigste Demenz-Inzidenz.
  • Personen mit einer durchschnittlichen Schlafdauer von unter sechs Stunden hatten ein um 30 Prozent erhöhtes Risiko an Demenz zu erkranken.
  • Aber: Bei dieser Studie handelt es sich um eine Beobachtungsstudie, wodurch kein Kausalzusammenhang hergestellt werden kann.

Professor Peter Berlit, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Neurologie e.V. (DGN) gibt zu bedenken, dass diese Erkenntnisse nicht bedeuten, ein längerer Nachtschlaf könne der Demenzentwicklung vorbeugen.

Diesen Schlaffehler solltest du vermeiden

Auch wenn die Studie letztendlich nicht völlig belegen kann, dass es einen Kausalzusammenhang zwischen einer zu kurzen Schlafdauer und dem erhöhten Risiko einer Demenz-Erkrankung gibt, hat die Langzeitstudie doch relativ „robuste Daten“ hervorgebracht, wie DGN-Pressesprecher Professor Hans-Christoph Diener betonte.

Wenn die Studie aber eines gezeigt hat, dann, dass ausreichend Schlaf sehr wichtig für das Gehirn ist. Deswegen sollte man nicht den Schlaffehler begehen und über Jahre oder gar Jahrzehnte hinweg weniger als sechs Stunden die Nacht ruhen. Gerade im Alter zwischen 50 und 70 Jahren ist ausreichend Schlaf immens wichtig für die geistige Gesundheit.

Quelle:

Deutsche Gesellschaft für Neurologie: Zu wenig Nachtschlaf erhöht womöglich das Demenzrisiko.

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Alexander Scherb

Online-Redakteur bei MeinSchlaf.de