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Schlafen: 8 Schlafmythen und Wahrheiten

Schlafen: 8 Schlafmythen und Wahrheiten

Um unseren Schlaf ranken sich viele Geheimnisse und Mythen. Doch stimmen alle Schlafmythen, die man so hört oder steckt dahinter nur mittelalterlicher Aberglaube? Wir haben acht Schlafmythen auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft.

Schlafmythen: Der Mond scheint in ein leeres Schlafzimmer.
Bei Vollmond kann man schlecht schlafen. Eine von vielen Schlafmythen. Bild iStock

Jeder hat bestimmt schon einmal von bestimmten Schlafmythen gehört: Schlaf ist gesünder in einem kalten Zimmer, am besten schläft man sieben Stunden die Nacht und die Einwohner südlicher Länder schlafen durch ihre Siesta viel mehr. Was ist dran an diesen urbanen Legenden? Wir haben uns die bekanntesten Schlafmythen genommen und auf Herz und Nieren getestet.

1. Bei Vollmond kann man schlechter schlafen

Tatsächlich kann man diesen Schlafmythos nicht eindeutig bestätigen oder entkräften. Es gibt keinen Beweis dafür, dass die Mondphasen uns schlechter schlafen lassen, allerdings kann es durchaus sein, dass lichtsensible Menschen vom starken Licht des Vollmonds wachgehalten werden. Dieser Schlafmythos stimmt also halb. Unser Artikel „Schlafstörungen bei Vollmond: Mythos oder Wahrheit?“ setzt sich mit diesem Thema genauer auseinander.

2. Schlaf vor Mitternacht ist gesünder

Falsch. Zumindest trifft diese Aussage nicht auf alle Menschen zu. Hier kommt es stark auf deinen Chronotyp an. Bist du eher der Frühaufsteher, tut dir auch der Schlaf vor Mitternacht gut. Bleibst du lieber lange wach, schadet es dir auch nicht, erst später ins Bett zu gehen.

Viel wichtiger ist es, während des ersten Drittels der Nacht ruhig zu schlafen, da der Schlaf hier besonders erholsam ist. Wann dieses erste Drittel allerdings beginnt, bestimmt dein Schlaftyp. Wenn du mehr darüber wissen willst: in unserem Artikel „Eule oder Lerche: Welcher Schlaftyp bist du?“ erfährst du, zu welcher Kategorie du gehörst.

3. Siesta ist typisch für südliche Länder

Ob Spanien, Italien oder Griechenland. In südlichen Ländern wird gerne mittags geschlafen. Auch diese urbane Legende gehört zu den vielen falschen Schlafmythen. Wer ist der Europameister des Mittagsschlafs? Wir Deutschen! Rund 21 Prozent der deutschen Bevölkerung hält mittags regelmäßig ein Schläfchen. In Italien sind es nur ungefähr 16 Prozent und in Spanien sogar nur circa acht Prozent.

4. Frühaufsteher sind produktiver als Langschläfer

Falsch. Dieser Schlafmythos gründet sich zum Teil auch auf die üblichen Arbeitszeiten in unserer Gesellschaft. Die liegen nämlich in den meisten Berufen zwischen sieben Uhr morgens und 18 Uhr nachmittags. Dabei werden Frühaufsteher (Lerchen) bevorzugt, da deren Leistungshoch in der ersten Hälfte des Tages liegt.

Langschläfer (Eulen) haben ihr Leistungshoch oftmals erst am späten Nachmittag oder frühen Abend. Eine Zeit in der in unserer Gesellschaft meist schon wieder Feierabend gemacht wird. Viele Eulen müssen deshalb gegen ihren eigentlichen Schlafrhythmus aufstehen und leiden so häufig unter Schlafmangel.

5. Man kann verlorenen Schlaf nachholen

Leider nein. Ein weiterer der vielen falschen Schlafmythen. Der Schlafmangel vergangener Nächte kann nicht nachgeholt werden. Was einmal verloren wurde, bleibt verloren. Deswegen ist es so wichtig, regelmäßig gut und lange genug zu schlafen. Tragisch ist der Umstand, dass ein dauerhaftes Schlafdefizit sogar krank machen kann. Unser Immunsystem wird geschwächt, der Blutdruck steigt und es drohen Herzinfarkt und Depressionen. Das sieht auch die Stiftung Gesundheitswissen so, die in ihrem Check vor zu wenig Schlaf warnt.

6. Sieben Stunden Schlaf sind für die Gesundheit ideal

Stimmt! Endlich mal eine der wenigen korrekten Schlafmythen. Zumindest wurde das bisher in mehreren Studien nachgewiesen. Demnach erhöht sich die Lebenserwartung signifikant, wenn man auf diese Stundenanzahl pro Nacht kommt. Wer jede Nacht sechs Stunden schläft, hat also eine geringere Lebenserwartung. Noch schlimmer wird es bei weniger als sechs Stunden pro Nacht, wie eine neue Studie herausfand.

Aber auch wer mehr als sieben Stunden schläft, tut auf Dauer seinem Körper nichts Gutes. Auch hier verringert sich die Lebenserwartung. Wer zu viel schläft, riskiert Depressionen, Herzerkrankungen und Diabetes. Immerhin will der Körper auch bewegt werden.

7. Schäfchenzählen lässt einen besser Einschlafen

Richtig. Allerdings kommt es darauf an, ob du normalerweise Probleme mit dem Einschlafen hast. Kannst du dein Gedankenkarussell nicht abschalten? Dann solltest du es mit Schäfchenzählen versuchen. Denn das ist eintönig – was dich schneller müde macht – und lenkt dich zusätzlich noch von deinen Gedanken ab. Hast du generell keine Probleme mit dem Einschlafen, dann nützt dir auch das Schäfchenzählen nichts. Im schlimmsten Fall hält dich das monotone Zählen noch wach.

8. Schlaf ist gesünder in einem kalten Zimmer

Das kommt darauf an, was du als „kalt“ betrachtest. Schlafforscher empfehlen eine Raumtemperatur im Schlafzimmer von 16 bis 18 Grad. Bist du gewohnt, eine 25 Grad warme Wohnung zu haben, kommen dir diese Temperaturen wahrscheinlich kalt vor. Anders sieht es bei Leuten aus, die generell eher niedrige Temperaturen zum Wohnen bevorzugen.

Der Grund für die geringere Temperatur im Schlafzimmer ist die Regulation unseres Körpers. Liegt die Temperatur unter 16 Grad, regelt unser Körper trotz Bettdecke unsere Temperatur nach oben. Über 18 Grad fängt er auch ohne Decke an zu schwitzen. Beide Situationen stören einen erholsamen Schlaf.

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Alexander Scherb

Online-Redakteur bei MeinSchlaf.de