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Warum wir manchmal mit offenen Augen schlafen

Warum wir manchmal mit offenen Augen schlafen

Grundsätzlich schlafen wir mit geschlossenen Augen. Manche Menschen und Babys schlafen aber manchmal nachts mit offenen Augen. Was dahintersteckt, wenn der Lidschluss in der Nacht nicht funktioniert, erklären wir dir in diesem Artikel. 

Junge Frau liegt mit offenen Augen unter einer Decke.
Wer mit gereizten Augen aufwacht, hat vielleicht mit offenen Augen geschlafen. Bild: Unsplash/Alexandra Gorn

Warum schließen wir die Augen, wenn wir schlafen?

Das menschliche Auge ist nicht dafür geschaffen, in der Nacht geöffnet zu bleiben. Denn das Schließen der Lider während des Schlafes hat einen Sinn: Zum einen müssen wir regelmäßig blinzeln und die Augen schließen, um sie zu befeuchten. Dadurch verteilen wir Tränenflüssigkeit auf die Hornhaut, halten diese feucht und versorgen die Augen mit wichtigen Nährstoffen. Zum anderen dient das Schließen und Öffnen der Lider als Schutz vor Fremdkörpern

Eine weitere wichtige Funktion des Lidschlusses besteht darin, für ausreichend Dunkelheit zu sorgen. Sobald es dunkel wird, wird das schlaffördernde Hormon Melatonin gebildet, welches wir zum Einschlafen benötigen. Fällt jedoch Licht auf die Netzhaut (beim geöffneten Auge), wird die Melatoninproduktion gestoppt und wir werden wieder munter und wach.   

Eine ausführlichere Erklärung zu diesem Thema findest du in unserem Artikel Warum schlafen wir mit geschlossenen Augen?.

Mit offenen Augen schlafen: Ursachen

Würden wir nun mit geöffneten Augen schlafen, wären wir Fremdkörpern schutzlos ausgeliefert, unsere Augen würden austrocknen und unser Körper könnte nicht in den Schlaf finden. Doch warum gibt es Menschen, bei denen die Augen im Schlaf nicht vollständig geschlossen sind? 

In der Medizin und Augenheilkunde wird dieser Zustand als Lagophthalmus bezeichnet. Forschungsstudien zeigen, dass das Phänomen relativ häufig vorkommt. Etwa eine von 20 Personen schläft mit geöffneten Augen. Ein Lagophthalmus wird in der Regel durch eine Verkürzung oder Lähmung des siebten Hirnnervs (Nervus facialis) verursacht. Diese Beeinträchtigung betrifft auch den ringförmigen Augenmuskel, was zur Folge hat, dass die Augen nicht mehr vollständig geschlossen werden können. Betroffene Personen leiden jedoch nicht nur in der Nacht unter dieser Störung, auch tagsüber haben sie Probleme, zu blinzeln. 

Eine Schwächung oder Lähmung des Hirnnervs kann viele Ursachen haben. Einige Beispiele sind:

  • Gesichtslähmung
  • Trauma oder Verletzung
  • Schlaganfall
  • Tumor oder eine Operation zur Entfernung eines Tumors in der Nähe des Gesichtsnervs
  • neuromuskuläre Erkrankungen
  • kosmetische Augenlidoperation
  • Schilddrüsenüberfunktion
  • Konsum von Alkohol und/oder Schlaftabletten.

In einigen Fällen können jedoch auch Stress, ein Wachkoma oder eine Schlafparalyse zu einem unzureichenden Lidschluss führen. Auch Babys und Kleinkinder schlafen manchmal mit geöffneten Augen. Das hat damit zu tun, dass sie häufig vor sich hin dösen und nicht immer die Tiefschlafphase erreichen. Dann können die Augen leicht geöffnet sein. Dieser Zustand ist jedoch ungefährlich und hält in der Regel nicht lange an. 

Anzeichen eines nächtlichen Lagophthalmus  

Ohne ausreichende Benetzung kann das Auge jedoch austrocknen, beschädigt werden oder sich infizieren. Typische Symptome des nächtlichen Lagophthalmus am nächsten Morgen umfassen häufig: 

  • Rötungen
  • verschwommenes Sehen
  • Brennen
  • gereizte und trockene Augen
  • vermehrter Tränenfluss
  • Lichtempfindlichkeit
  • das Gefühl, dass etwas am Auge reibt
  • schlechte Schlafqualität

Wer den Verdacht hat, mit offenen Augen zu schlafen, sollte ihn unbedingt augenärztlich abklären lassen. In der Regel benötigt ein nächtlicher Lagophthalmus eine medizinische Behandlung. 

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Nele Jacobs

Online-Volontärin bei MeinSchlaf.de