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Ist Gähnen wirklich ansteckend? 

Ist Gähnen wirklich ansteckend? 

Normalerweise gähnen wir, wenn wir müde sind oder uns langweilig ist. Manchmal reicht sogar schon der bloße Gedanke daran, es auszulösen. Doch warum lassen wir uns so häufig von anderen gähnenden Menschen anstecken? Wir gehen der Frage auf den Grund. 

Warum gähnen wir? Eine Theorie besagt, dass das Gähnen ein weiterer Mechanismus ist, unser Gehirn abzukühlen. Bild: Unsplash

Warum gähnen wir? 

Warum Menschen gähnen, konnte bislang noch nicht eindeutig geklärt werden. Eine beliebte Theorie besagt, dass das Gähnen dem Körper hilft, mehr Sauerstoff aufzunehmen. Diese Vermutung ist jedoch größtenteils widerlegt worden. Heutzutage wird Gähnen häufig mit der Abkühlung des Gehirns in Verbindung gebracht, was der Grund dafür sein könnte, dass man bei einem Temperaturanstieg mehr gähnen muss. Einige Forschende gehen davon aus, dass der Körper Kühlmechanismen in Gang setzt, sobald der Kopf zu warm wird.

Das Einatmen von kühler Luft kann unser Blut und somit auch unser Gehirn abkühlen. Dies führt wiederum dazu, dass wir uns besser konzentrieren können. Untersuchungen konnten zudem feststellen, dass Leistungssportler und auch Fallschirmspringer kurz vor einem Wettkampf oder einem Sprung häufiger gähnen mussten. Diese Beobachtung unterstützt die These, dass wir gähnen, um unsere Konzentration zu fördern, indem wir unsere Gehirntemperatur regulieren. 

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Ist Gähnen ansteckend?

Doch nicht jeder, der gähnt, muss sich konzentrieren oder seine Temperatur regulieren. Häufig werden wir auch von unseren Mitmenschen angesteckt. Nach Ansicht der Forschenden ist Empathie der wahrscheinlichste Grund dafür.

Empathie bezeichnet die Bereitschaft und Fähigkeit, sich in die Einstellungen anderer Menschen einzufühlen. Im Gehirn sind dafür sogenannte Spiegelneuronen verantwortlich, die in uns spiegelbildlich die Gefühle oder Körperzustände des Gegenübers wachrufen. Diese Fähigkeit ist angeboren und bildet die neurobiologische Basis, Freude, Mitleid und Schmerz mitzuempfinden. Daher lassen sich besonders mitfühlende Menschen tendenziell eher vom Gähnen anstecken.

Auch steigt die Wahrscheinlichkeit vom Gähnen angesteckt zu werden, wenn wir eine enge bzw. positive Beziehung zu unserem Gegenüber haben. Denn das Spiegeln des Gähnens ist ein tief verwurzelter menschlicher Wunsch, die Bindung zu den Menschen, die uns nahe stehen, zu stärken. Menschen mit Autismus oder einer niedrigen Sozialkompetenz dagegen reagieren weniger empfindlich auf die Menschen in ihrer Umgebung und müssen daher in der Regel weniger gähnen.

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Nele Jacobs

Online-Volontärin bei MeinSchlaf.de