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Hilft Musik beim Einschlafen? Studie warnt

Hilft Musik beim Einschlafen? Studie warnt

Musik ist im Allgemeinen nicht hinderlich für den Schlaf. Eine Studie von 2021 relativiert das nun. Auf die Frage „Hilft Musik beim Einschlafen?“ lautet die Antwort laut Ergebnis dieser Befragung: nicht unbedingt. Vor allem Ohrwürmer sollen die Schlafqualität sogar verschlechtern.

Nicht immer hilft Musik beim Einschlafen. Vor allem auf Ohrwürmer sollte vor dem Schlafengehen besser verzichtet werden. Bild: Pexels

Keine Ohrwürmer vor dem Zubettgehen?

Das Team um den Psychologen Michael K. Scullin von der Baylor University im texanischen Waco hat herausgefunden, dass Ohrwurm-Musik in den Abendstunden den Schlaf beeinträchtigen kann. Zumindest war dies der Fall bei den knapp 200 Teilnehmern der Studie, die angaben, unter Ohrwürmern zu leiden.

Scullin schließt aus den vorgenommenen polysomnographischen Messungen, dass diese Musik, die sich in Endlosschleife im Kopf festsetzt, sowohl das Ein- als auch das Durchschlafen erschwert.

In einer Anschluss-Studie untersuchte er, inwieweit die Art der Musik eine Rolle spielt. Entgegen der vorherigen Annahme mindert Instrumentalmusik angeblich die Schlafqualität noch stärker als Lieder mit Gesangsstimmen.

Also hilft Musik beim Einschlafen tatsächlich nicht?

Das Ergebnis der Studie besagt nicht, dass Musik generell die Schlafqualität beeinträchtigt. Es bezieht sich explizit auf Ohrwürmer. Eben nur auf Melodien, die wir einfach nicht mehr aus dem Kopf bekommen.

Wie dramatisch sich solche Ohrwürmer generell auf unseren Schlaf auswirken, lässt sich allerdings nicht unbedingt aus den Untersuchungen an der Baylor University ablesen. „Letztlich ist es aber auch nur EINE Studie und kein ganzer Forschungszweig“, wie Schlaftrainerin Christine Dreyer betont. Man solle die Ergebnisse daraus also nicht überbewerten.

Ständige Musikberieselung führt zu Überreizung

Wer jedoch immer wieder mit Ohrwürmern zu kämpfen hat, sollte eventuell auch tagsüber den eigenen Musikkonsum etwas im Auge behalten. Betroffene können sich möglicherweise damit helfen, leichte körperliche Tätigkeiten auch mal gänzlich ohne Musik zu verrichten. „Sport, Fitnessstudio, Wegezeiten, Hausarbeit etc. wird bei extrem vielen Menschen dauerhaft mit Musik belgeitet“, präzisiert Christine Dreyer. „Das reizt den Geist sehr und führt zu Überreizung.“

Zusätzlich verbringen wir viel Zeit an digitalen Endgeräten und vor Bildschirmen. Das ist laut Christine Dreyer für das Gehirn eine Überforderung. Speziell kurz vor dem Zubettgehen ist dies auf keinen Fall förderlich für den Schlaf. Der Rat der Schlafexpertin: „Deshalb öfter Musik ausschalten und dem Geist eine Ruhepause gönnen.“

Christine Dreyer ist ausgebildete Schlaftherapeutin, Schlafexpertin und hält Vorträge über Schlaf.

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