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Darum werden wir nicht von unserem eigenen Schnarchen geweckt

Darum werden wir nicht von unserem eigenen Schnarchen geweckt

Auch wenn es dich selbst weiterschlummern lässt, hindert dein Schnarchen deinen Partner wahrscheinlich sehr wohl daran, gut zu schlafen.

Das Schnarchen des Partners kann zum Lärm werden. Bild:iStock

Jeder, der schon einmal in einem Raum mit einem lauten Schnarcher geschlafen hat, weiß, wie ärgerlich es ist: Während man selber aufgrund der lauten Geräusche kein Auge zumachen kann, schläft der Betroffene selig weiter. Doch warum wacht man von seinem eigenen Schnarchen nicht auf? Diese Frage klären wir hier. 

Untersuchungen zeigen, dass Partner von Menschen, die schnarchen, häufiger nachts aufwachen und doppelt so häufig über Müdigkeit und Tagesschläfrigkeit sowie erhöhte eheliche Unzufriedenheit berichten. Es gibt zahlreiche Belege dafür, dass die Schlafqualität dadurch sehr stark beeinträchtigt ist. Schnarchen wird durch das Ein- und Ausatmen von Luft durch einen teilweise blockierten oder verengten Atemweg verursacht. Wenn das passiert, vibriert die Luft, während sie am Gewebe im hinteren Teil des Rachens vorbei strömt, was das Schnarchgeräusch erzeugt.

Schnarchen ist lauter als gedacht

Diese Geräusche können sehr viel lauter sein als man denkt. Einige Schnarcher erzeugen dabei Lautstärken von über 90 Dezibel. Zum Vergleich: Die Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung schreibt einen Gehörschutz vor, wenn eine Person einer Lautstärke von 85 Dezibel oder mehr ausgesetzt ist. Schnarchen ist also laut genug, um dauerhafte Gehörschäden verursachen zu können. Und trotzdem wachen Schnarcher von ihren eigenen Geräuschen nicht auf. Warum ist das so?

Warum wecken sich Schnarcher nicht selbst?

Es gibt zwar eine Reihe von Gründen, die Menschen aus dem Schlaf reißen, die eigenen Schnarchgeräusche gehören jedoch nicht dazu. Der Grund ist einfacher als gedacht: Gewöhnung. Studien zufolge gewöhnt sich das Gehirn während des Schlafs an Geräusche, wie das jahrelange Summen des Kühlschrankes, die eigene Atmung oder eben das eigene Schnarchen. Die Schallwellen des Schnarchgeräusches werden zwar vom Ohr aufgenommen, das Gehirn klassifiziert den Sound jedoch als „nicht bedrohliches Signal“ und lässt uns daher weiterschlafen. Das Gehirn passt sich also der eigenen Geräuschkulisse an. Leider gilt dies nicht für Partner*innen, die diesen „Lärm“ ertragen müssen.

Übrigens: Laute Schnarcher können sich in einigen Fällen tatsächlich selbst mit ihren Schlafgeräuschen aufwecken, allerdings nur für ein paar Sekunden. Insofern können sie sich möglicherweise nicht mehr an die Schlafstörung erinnern, wenn sie am nächsten Morgen aufwachen.

Quellen: geo.de, schlafapnoe.de, sleepfoundation.org

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Nele Jacobs

Online-Volontärin bei MeinSchlaf.de