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Brustkrebs-Studie: Darum ist Schlaf ein Risikofaktor

Brustkrebs-Studie: Darum ist Schlaf ein Risikofaktor

Forschende der ETH Zürich entdeckten, dass auch Krebszellen einem bestimmten Rhythmus folgen. So vermehrten sie sich nachts schneller als tagsüber. Welche Bedeutung die Entdeckung für die Forschung hat, erfährst du hier.

Studie: Krebszellen in der Blutbahn.
In der Studie konnten Wissenschaftler nachts mehr CTCs im Blut nachweisen. Bild: iStock

Bisher nahm die Wissenschaft an, dass Tumore völlig unabhängig von der Tageszeit immer gleich streuen. Doch auch Krebs folgt anscheinend einem Tag-Nacht-Rhythmus – wenn er auch im Kontrast zu unserem eigenen Rhythmus steht. Das fanden nun Forschende der Technische Hochschule Zürich (ETH) heraus.

In ihrer Studie konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass 80 Prozent der im Blut befindlichen zirkulierenden Tumorzellen (CTCs) in der Nacht produziert wurden. Grund dafür ist anscheinend das Schlafhormon Melatonin, welches abends und nachts vom Körper ausgeschüttet wird, um unseren Schlaf-Wach-Rhythmus zu regulieren.

Das sagt die Studie

Für die Studie entnahmen die Forschenden 30 Probandinnen mit Brustkrebs einmal eine Blutprobe um vier Uhr nachts während des Schlafs und einmal eine Blutprobe um zehn Uhr morgens. Heraus kam, dass 80 Prozent der gesamten zirkulierenden Tumorzellen in der nächtlichen Probe waren.

Weiterführende Studien mit Mäusen konnten zeigen, dass anscheinend das Hormon Melatonin für die Produktion von CTCs verantwortlich ist. Injizierten die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen an Brustkrebs erkrankten Mäusen Melatonin, stieg auch bei ihnen die Menge der CTCs. Hielten sie die Mäuse dagegen wach, blieben auch die CTCs geringer. Zudem konnten die Forschenden feststellen, dass die nächtlichen CTCs wesentlich aggressiver waren.

Was bedeutet dies für die Forschung?

Das Ergebnis war für die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen eindeutig: Da im Schlaf vor allem jene Gene aktiv sind, die sich für die Zellheilung und -vermehrung verantwortlich zeigen, trifft dies auch auf die CTCs zu.

Wissen Ärzte und Ärztinnen nun, dass die Menge der im Blut enthaltenen CTCs mit dem Tagesrhythmus variiert, könnten sie Blutproben nur noch zu festgelegten Zeiten entnehmen und so eine genauere Analyse des Fortschreitens von Brustkrebs erstellen. Zusätzlich könnten Therapien entwickelt werden, die ihre stärkste Wirkung während des Schlafs entfalten.

Ob die Erkenntnisse der Studie sich auch auf andere Krebsarten übertragen lassen, ist nun Gegenstand weiterer Forschung.

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Autor Profilbild

Alexander Scherb

Senior Online-Redakteur bei MeinSchlaf.de