Gesunder Schlaf

Wie lange sollte man schlafen?

Wie lange sollte man schlafen?

Jeder hat sich schon mal die Frage nach der optimalen Schlafdauer gestellt. Aber wie lange sollte man denn nun genau schlafen? Wir haben mit einer Expertin gesprochen.

Schlafdauer und -qualität beeinflussen unsere Gesundheit maßgeblich. Aber wie viel sollte es eigentlich genau sein?

Die einfachste Antwort auf die Frage „wie lange sollte man schlafen?“ lautet: Jeder sollte so viel schlafen, bis er ausgeschlafen ist. Das ist ein bisschen so, wie es dicke und dünne Menschen gibt. Die einen haben Kleidergröße S, die anderen XL. Wem XL passt, der fühlt sich in S unwohl und umgekehrt. Mit dem Schlafbedürfnis ist es genauso. Einer ist nach sechs Stunden ausgeschlafen und fit, der andere braucht acht Stunden Schlaf. Deshalb beantwortet die Schlafmedizinerin Dr. Kathrin Frank die Frage mit dem Satz: „Die Schlafmenge ist von Mensch zu Mensch verschieden.“

Wie lange sollte man schlafen?

„Während sehr wenige Menschen tatsächlich mit vier bis fünf Stunden Schlaf pro Nacht am nächsten Tag fit und leistungsfähig sind (so soll es übrigens bei Napoleon gewesen sein), brauchen andere über acht, sehr wenige sogar mehr als neun Stunden Schlaf  (so soll es bei Einstein gewesen sein), um gut durch den Tag zu kommen“, berichtet Dr. Kathrin Frank, die in Karlsruhe ein Schlaflabor leitet und darüber hinaus weiß: „Der Großteil der Menschen benötigt in der Tat zwischen sechs und acht Stunden Schlaf pro Nacht, um ausgeruht und leistungsfähig zu sein.“

Die Expertin Dr. Kathrin Frank konstatiert: „Der individuelle Schlafbedarf ist außerdem genetisch bedingt und kann sich von Mensch zu Mensch sehr stark unterscheiden.“ Die gute Nachricht lautet also: Alle haben irgendwie recht – sowohl die Kurz- als auch die Langschläfer. Denn das Schlafbedürfnis ist individuell verschieden. Deshalb ist die Frage „Wie lange sollte man schlafen?“ weniger entscheidend als vielmehr die Frage „Wie lange solltest du schlafen?“.

Es ist einzig und allein wichtig, dass du deine optimale Schlafdauer kennst. „Wie viel Schlaf ich individuell brauche, kann ich an meiner Tagesbefindlichkeit beurteilen. Man sollte so viel schlafen, dass man tagsüber leistungsfähig und fit ist, sich wohlfühlt und ausgeglichen ist, am Abend beim Zubettgehen aber ausreichend müde, um gut in den Schlaf zu kommen. Manche Menschen profitieren von einem kurzen Mittagsschlaf, das ist erlaubt, wenn man abends noch gut einschlafen kann“, lautet zusammenfassend der Rat von Schlafmedizinerin Kathrin Frank (lies dazu auch Schlafbedarf: So viel Schlaf brauchst du wirklich).

Wie finde ich meine optimale Schlafmenge?

„Leider fällt es nicht wenigen Menschen in unserer hektischen Gesellschaft schwer, zu merken, wie viel Schlaf sie brauchen. Die meisten haben im Alltag ein Schlafdefizit aufgebaut. Dies gilt es zunächst abzubauen, was im Urlaub meist gelingt“, rät Schlafmedizinerin Kathrin Frank.

Seine optimale Schlafmenge kann man am besten im Urlaub herausfinden. Dr. Kathrin Frank weiß auch wie: Man sollte im Urlaub ab der zweiten Urlaubswoche einmal darauf achten, wie lange man nachts geschlafen hat, wenn man sich am nächsten Tag rundum erholt und fit fühlt. „Das ist die optimale Schlafmenge“, weiß Schlafmedizinerin Kathrin Frank.

Zu viel Schlaf

Kann man auch zu viel schlafen? Ja! Zu viel Schlaf beeinträchtigt ebenfalls deine Schlafqualität. Wer mehrere Nächte hintereinander zu viel schläft, der verbringt unruhige Nächte, wacht häufiger auf und fühlt sich am nächsten Tag nicht etwa topfit, sondern müde und gerädert.  

Warum schlafe ich so viel?

Obwohl du „eigentlich“ genug schläfst, fühlst du dich tagsüber permanent müde und schlapp? In dem Fall lohnt sich ein ärztlicher Check, der feststellen kann, was hinter deiner ständigen Müdigkeit steckt. Vielleicht sind eine Schilddrüsenunterfunktion oder Eisenmangel dafür verantwortlich? Letzteres kommt vor allem bei Frauen besonders häufig vor. Mehr dazu liest du auch unter Müde trotz ausreichend Schlaf – was können die Gründe sein?.

Mittagsnickerchen: wie lange sollte man schlafen?

Bei aller Begeisterung für das Schläfchen zwischendurch: Zu lange sollte es nicht ausfallen, da ansonsten womöglich dein Nachtschlaf beeinträchtigt wird. Experten raten zu 20 Minuten als Richtwert für die Länge deines Mittagsschlafs. Denn nach 20-minütigem Abschalten bist du konzentrierter, aufmerksamer und hast dein Mittags-Tief überwunden.

Dr. Kathrin Frank ist Fachärztin unter anderem für Schlafmedizin und Leiterin eines Schlaflabors in Karlsruhe (www.schlaflabor-durlach.de).

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