Gesunder Schlaf

Wie bekomme ich meine Therapiedecke auf Rezept?

Wie bekomme ich meine Therapiedecke auf Rezept?

Seit einiger Zeit machen Therapiedecken von sich reden. Sie können dabei helfen, besser einzuschlafen und länger durchzuschlafen. Auch in Stresssituationen und zur Beruhigung bei Angstzuständen können Therapie- oder Gewichtsdecken eine wertvolle Hilfe sein. Eine Auswahl empfehlenswerter Therapiedecken haben wir im Artikel „Welche Therapiedecke für welches Gewicht?“ zusammengestellt.

Therapiedecke auf Rezept – ist das möglich?
Eine Therapiedecke auf Rezept zu bekommen, würde einige Kosten sparen. Bild: Pexels

Leider sind diese Decken nicht billig. Wenn du an die Anschaffung einer Therapiedecke denkst, fragst du dich deswegen vielleicht: „Die Decke hilft mir und unterstützt meine Gesundheit – kann ich die Therapiedecke vielleicht auf Rezept bekommen?“

Therapiedecken: Bezahlt die Krankenkasse?

Gewichts- oder Therapiedecken können bei vielen gesundheitlichen Beschwerden enorm hilfreich sein. Betroffene mit Schlafproblemen beispielsweise berichten oft, dass sie nach Jahren endlich wieder durchschlafen können. So können sie am Alltagsleben wieder ausgeruht teilnehmen und ihrer Arbeit produktiv und sicher nachgehen. Für viele ist das ein kleines Wunder, oft nach langen Jahren voller Beschwerden, Ärztebesuche, Medikamenten und vielen andern Therapieversuchen.

Auch bei Krankheitsbildern wie etwa Angststörungen können die Decken geeignete Helfer sein. Der sanfte Druck der Gewichtsdecke beruhigt und fördert die Ausschüttung von Serotonin, während die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol gehemmt wird. Geborgenheit wird aufgebaut, Stress abgebaut.

Schon allein die körperliche Entspannung, die die Therapiedecken fördern, ist vielen Menschen die Investition wert. Trotzdem ist eine der häufigsten Fragen zu den Decken: „Gibt es die Therapiedecke auf Rezept? Erstattet mir die Krankenkasse die Anschaffungskosten?“

Wir haben dazu Frank Rudolf, Referent Heil- und Hilfsmittel im AOK-Bundesverband, gefragt. Seine Antwort: „Wie alle gesetzlichen Krankenkassen übernehmen auch die AOKs keine Kosten für Therapie- bzw. Gewichtsdecken, da es sich nicht um eine Leistung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) handelt. Dieses Produkt ist kein nach dem Hilfsmittelverzeichnis zugelassenes Hilfsmittel, da es weder den Erfolg einer Krankenbehandlung sichert noch einer drohenden Behinderung vorbeugt oder eine Behinderung ausgleicht.“

Das bedeutet: Dein Arzt kann dir keine Therapiedecke verschreiben, und zwar auch nicht dann, wenn du schon Erfahrungen mit Therapiedecken gemacht hast und dein Arzt weiß, dass sie dir helfen. Die Decke ist kein von den Kassen anerkanntes Heilmittel und wird deswegen nicht von der Krankenkasse bezahlt.

Krankenkassen übernehmen Kosten für Therapiedecke nicht

„Es handelt sich um einen Gebrauchsgegenstand des täglichen Lebens. Eine Kostenübernahme durch die GKV für solche Produkte ist nach § 33 Abs. 1 Satz 1 SGB V vom Gesetzgeber explizit ausgeschlossen. Wollte der Hersteller mit diesem Produkt in den GKV-Markt, müsste er beim GKV-Spitzenverband einen Antrag auf Aufnahme ins Hilfsmittelverzeichnis stellen. Dieser würde den Antrag dann prüfen.“, sagt Frank Rudolf.

Damit von den Krankenkassen also die Kosten für eine Therapiedecke übernommen werden, müssten die Hersteller der Decken beantragen, dass die Decken in das Hilfsmittelverzeichnis aufgenommen werden. Dem geht meist ein langes und aufwändiges Verfahren voraus, in dem die Sicherheit bestätigt und der tatsächliche medizinische Nutzen wissenschaftlich belegt werden. Einzelne Erfahrungsberichte reichen hierfür nicht aus. Du musst die Kosten für deine Therapiedecke also selbst tragen.

Gibt es Zuschüsse für Therapiedecken?

Es gibt jedoch einige Möglichkeiten, die Kosten vielleicht doch noch zumindest teilweise erstattet zu bekommen. Manche Krankenkassen erstatten nämlich auch außerhalb der gesetzlichen Regelleistungen Kosten, die ihren Mitgliedern entstehen. Voraussetzung dafür ist eine Verordnung vom Arzt bzw. Facharzt. Er muss dir bestätigen, dass du beispielsweise ohne die Decke nicht schlafen kannst, oder dass deine Angststörung mithilfe der Decke besser zu bewältigen ist. Am besten erkundigst du dich schon vor der Anschaffung deiner Therapiedecke bei deiner Krankenkasse, ob du mit einer Erstattung oder einem Zuschuss rechnen kannst.

Hier findest du die besten Therapiedecken im direkten Vergleich.

Falls deine Krankenkasse nichts erstattet oder bezuschusst, kannst du die Rechnung aber zumindest im Rahmen deiner Steuererklärung geltend machen. Zu den „außergewöhnlichen Belastungen“, die die Steuerlast senken können, zählen nämlich auch die Ausgaben für Heil- und Hilfsmittel. Auch hier kann eine Verordnung oder eine entsprechende Bestätigung deines Arztes hilfreich sein. Die „außergewöhnlichen Belastungen“ müssen in der Gesamtsumme eine bestimme Grenze überschreiten, die für dein steuerpflichtiges Einkommen angesetzt wird; so soll verhindert werden, dass dir unzumutbare Kosten entstehen, eben etwa wegen einer Krankheit o. ä.

Genauere Informationen können dir dein zuständiges Finanzamt, dein Steuerberater oder ein Lohnsteuerhilfeverein geben.

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