Gesunder Schlaf

Wie bekomme ich meine Therapiedecke auf Rezept?

Wie bekomme ich meine Therapiedecke auf Rezept?

Seit einiger Zeit machen Therapiedecken von sich reden. Sie können dabei helfen, besser einzuschlafen und länger durchzuschlafen. Auch in Stresssituationen und zur Beruhigung bei Angstzuständen können Therapie- oder Gewichtsdecken eine wertvolle Hilfe sein. Bekommt man eine Therapiedecke auf Rezept?

Therapiedecke auf Rezept: Ärztin füllt Unterlagen aus.
Eine Therapiedecke auf Rezept zu bekommen, würde einige Kosten sparen. Bild: adobestock

Leider sind diese Therapiedecken – auch Gewichtsdecken genannte – nicht billig. Wenn du an die Anschaffung einer Decke denkst, fragst du dich deswegen vielleicht: „Diese Decke hilft mir und unterstützt meine Gesundheit – kann ich die Therapiedecke auf Rezept bekommen?

Eine Auswahl empfehlenswerter Therapiedecken – auch Gewichtsdecken genannt – haben wir übrigens im Artikel „Therapiedecke: Welches Gewicht ist ideal?“ zusammengestellt.

Was ist eine Gewichtsdecke?

Eine Gewichtsdecke ist eine spezielle Bettdecke, die mehr Gewicht hat als eine normale Decke. Es gibt sie für Erwachsene, aber auch für Kinder. Meist ist eine Gewichtsdecke besonders gefüllt, etwa mit Glasperlen oder Plastikkugeln, welche die Decke schwerer machen. Es gibt auch Gewichtsdecken mit Füllungen aus Reis oder Linsen. Diese Bio-Bettdecken sollten allerdings regelmäßig gut gelüftet werden, um Schimmelbefall zu vermeiden.

Gewichtsdecken sollten immer auf das eigene Körpergewicht abgestimmt sein und ein Zehntel des Körpergewichts der nutzenden Person nicht überschreiten, damit ein erholsamer Schlaf und Entspannung gewährleistet sind. Zwei Beispiele: Bei einer Person mit einem Körpergewicht von 80 Kilogramm, sollte die Decke ein Gewicht von acht Kilogramm nicht überschreiten. Bei einem 40 Kilogramm schweren Kind, sollte eine Bettdecke nicht mehr wiegen als vier Kilogramm.

Kleine Materialkunde

Die meisten Therapiedecken sind zwar mit Glasperlen oder Plastikkugeln, je nach Hersteller besteht die Decke selbst aus Baumwolle oder einem Gemisch aus Baumwolle und einem synthetischen Stoff. Wer es natürlich mag, achtet auf eine Decke auf Baumwolle.

Wie funktioniert eine Therapiedecke?

Das Prinzip der Gewichtsdecke ist nicht neu. Schon lange werden solche speziellen Decken im therapeutischen Bereich zur Entspannung eingesetzt. Der sanfte Druck der Gewichtsdecke auf deinen Körper beruhigt und fördert die Ausschüttung von Serotonin und Melatonin, während die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol gehemmt wird. Durch das Gewicht wird Geborgenheit auf- und Stress abgebaut. Dein Schlaf wird ruhiger und erholsamer.

Gewichts- oder Therapiedecken können bei vielen gesundheitlichen Beschwerden enorm hilfreich sein. Betroffene mit Schlafstörungen beispielsweise, berichten oft, dass sie nach Jahren endlich wieder ruhig einschlafen und durchschlafen können. So können sie am Alltagsleben wieder ausgeruht teilnehmen und ihrer Arbeit produktiv und sicher nachgehen. Für viele ist das ein kleines Wunder, oft nach langen Jahren voller Beschwerden, Arztbesuche, Medikamenten und vielen andern Therapieversuchen.

Bei welchen Erkrankungen soll eine Therapiedecke helfen?

Ob es eine Therapiedecke auf Rezept gibt, hängt auch mit ihrem Anwendungsgebiet zusammen. Hilft sie unserem Körper überhaupt bei Erkrankungen oder ist eine Gewichtsdecke nur ein Gebrauchsmittel für den Alltag? Zu dieser Frage gibt es leider bis heute keine aussagekräftigen Studien. Genau die bräuchte es aber, um ins Hilfsmittelverzeichnis aufgenommen zu werden, ein Verzeichnis, das festlegt, für was Krankenkassen in Deutschland aufkommen müssen. Und nur mit einem Eintrag in dieses Verzeichnis gibt es die Therapiedecke auf Rezept. Helfen soll eine Gewichtsdecke bei folgenden Leiden:

Bei Kindern kann eine Therapiedecke bei folgenden Erkrankungen helfen:

  • ADHS
  • Autismus
  • Asperger-Syndrom

Doch Vorsicht: Bei Kindern, die unter Autismus oder Asperger-Syndrom leiden, kann eine Gewichtsdecke den Schlaf im besten Fall zwar erheblich verbessern, das Gewicht kann aber auch zu Unwohlsein führen. Du solltest vor allem dann auf eine Gewichtsdecke verzichten, wenn dein Kind unter Diabetes Typ 2, Skoliose, Asthma, einer Schlafapnoe oder einer Herz-Kreislauf-Erkrankung leidet.

Therapiedecken: Bezahlt die Krankenkasse?

Schon allein die körperliche Entspannung und das erholsame Einschlafen, welches die Therapiedecken fördern, ist vielen Menschen die Investition wert. Trotzdem ist eine der häufigsten Fragen zu den Decken: „Gibt es die Therapiedecke auf Rezept? Erstattet mir die Krankenkasse die Anschaffungskosten?“

Wir haben dazu Frank Rudolf, Referent Heil- und Hilfsmittel im AOK-Bundesverband, gefragt. Seine Antwort: „Wie alle gesetzlichen Krankenkassen übernehmen auch die AOKs keine Kosten für Therapie- bzw. Gewichtsdecken, da es sich nicht um eine Leistung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) handelt. Dieses Produkt ist kein nach dem Hilfsmittelverzeichnis zugelassenes Hilfsmittel, da es weder den Erfolg einer Krankenbehandlung sichert noch einer drohenden Behinderung vorbeugt oder eine Behinderung ausgleicht.“

Das bedeutet: Dein Arzt kann dir keine Therapiedecke auf Rezept verschreiben. Auch dann nicht, wenn du schon Erfahrungen mit Therapiedecken gemacht hast und dein Arzt weiß, dass sie dir helfen. Die Decke ist kein von den Krankenkassen anerkanntes Hilfsmittel. Eine Therapiedecke auf Rezept gibt es deshalb nicht.

Krankenkassen übernehmen Kosten nicht

„Es handelt sich um einen Gebrauchsgegenstand des täglichen Lebens. Eine Kostenübernahme durch die GKV für solche Produkte ist nach § 33 Abs. 1 Satz 1 SGB V vom Gesetzgeber explizit ausgeschlossen. Wollte der Hersteller mit diesem Produkt in den GKV-Markt, müsste er beim GKV-Spitzenverband einen Antrag auf Aufnahme ins Hilfsmittelverzeichnis stellen. Dieser würde den Antrag dann prüfen.“, sagt Frank Rudolf.

Damit von den Krankenkassen eine Therapiedecke auf Rezept übernehmen, müssen die Hersteller der Decken beantragen, dass die Decken in das Hilfsmittelverzeichnis aufgenommen werden. Dem geht meist ein langes und aufwändiges Verfahren voraus, in dem die Sicherheit bestätigt und der tatsächliche medizinische Nutzen wissenschaftlich belegt werden. Einzelne Erfahrungsberichte von Menschen reichen hierfür nicht aus. Du musst die Kosten für deine Therapiedecke also selbst tragen.

Gibt es Zuschüsse für Therapiedecken?

Es gibt jedoch einige Möglichkeiten, die Kosten vielleicht doch noch zumindest teilweise erstattet zu bekommen. Manche Krankenkassen erstatten nämlich auch außerhalb der gesetzlichen Regelleistungen Kosten, die ihren Mitgliedern entstehen. Voraussetzung dafür ist eine Verordnung vom Arzt bzw. Facharzt. Er muss dir bestätigen, dass du beispielsweise ohne die Decke nicht schlafen kannst oder dass deine Angststörung mithilfe der Decke besser zu bewältigen ist. Am besten erkundigst du dich schon vor der Anschaffung deiner Therapiedecke bei deiner Krankenkasse, ob du mit einer Erstattung oder einem Zuschuss rechnen kannst und so zumindest einen Teil der Therapiedecke auf Rezept bekommst.

Hier findest du die besten Therapiedecken im direkten Vergleich.

Falls deine Krankenkasse nichts erstattet oder bezuschusst, kannst du die Rechnung aber zumindest im Rahmen deiner Steuererklärung geltend machen. Zu den „außergewöhnlichen Belastungen“, die die Steuerlast senken können, zählen nämlich auch die Ausgaben für Heil- und Hilfsmittel. Auch hier kann eine Verordnung oder eine entsprechende Bestätigung deines Arztes hilfreich sein. Die „außergewöhnlichen Belastungen“ müssen in der Gesamtsumme eine bestimme Grenze überschreiten, die für dein steuerpflichtiges Einkommen angesetzt wird; so soll verhindert werden, dass dir unzumutbare Kosten entstehen, eben etwa wegen einer Krankheit.

Genauere Informationen können dir dein zuständiges Finanzamt, dein Steuerberater oder ein Lohnsteuerhilfeverein geben.

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Kurz und knapp

Was ist eine Gewichtsdecke?

Eine Gewichtsdecke oder Therapiedecke ist eine spezielle Decke für Erwachsene und Kinder, die durch ihr Gewicht den Nutzer im Schlaf entspannt und beruhigt und so Schlafstörungen entgegenwirkt. Dabei muss das Gewicht der Decke auf dass Körpergewicht des Nutzers abgestimmt sein.

Wie funktioniert eine Gewichtsdecke?

Eine Gewichtsdecke ist mit meist Glasperlen oder Plastikkugeln gefüllt. Das Gewicht der Decke sorgt für eine angenehme Schwere auf deinem Körper, die eine beruhigende und stressabbauende Wirkung hat.

Bei welchen Erkrankungen soll eine Gewichtsdecke helfen?

Bei erwachsenen Menschen soll eine Therapiedecke bei Schlafstörungen, Angststörungen und Restless Legs helfen. Bei Kindern soll sie bei ADHS, Autismus und dem Asperger-Syndrom helfen. Damit es aber eine Therapiedecke auf Rezept gibt, muss dies wissenschaftlich nachgewiesen werden.

Wird eine Therapiedecke von der Krankenkasse bezahlt?

Leider nein. Therapiedecken müssten erst ins Hilfsmittelverzeichnis aufgenommen werden. Dafür müssten die Gewichtsdecken auf Sicherheit geprüft und der medizinische Nutzen bestätigt werden. Eine Therapiedecke auf Rezept ist also zur Zeit nicht möglich.

Gibt es Zuschüsse für Therapiedecken?

Ja, die gibt es. Wenn du es richtig anstellst. Dafür muss dein Arzt belegen, dass du ohne Therapiedecke nicht schlafen kannst oder dass eine Angststörung mithilfe einer Gewichtsdecke für dich besser zu bewältigen ist. Du kannst sie auch in deiner Steuererklärung geltend machen.

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