Gesunder Schlaf

So stärkt Schlaf dein Immunsystem

So stärkt Schlaf dein Immunsystem

Schlaf ist die beste Medizin — so heißt es im Volksmund. Doch nun konnten auch Wissenschaftler nachweisen, dass genügend Schlaf maßgebend für ein gut funktionierendes Immunsystem ist. 

So unterstützt Schlaf dein Immunsystem: Frau liegt krank im Bett
Schlaf ist essentiell für die Gesundheit des Immunsystems. Bild: iStock

Es ist eine allgemein anerkannte Tatsache, dass Schlaf für die Gesundheit und das Wohlbefinden entscheidend ist: Eine erholsame Nachtruhe hilft dem Körper, gesund zu bleiben und Krankheiten abzuwehren. Ein Schlafmangel hingegen kann das Immunsystem aus dem Gleichgewicht bringen. Das bestätigt nun auch eine Studie aus Deutschland. 

Schlaf steigert die Effektivität bestimmter Immunzellen

Forscher der Universitäten Tübingen und der Universität Lübeck konnten einen neuen Mechanismus nachweisen, mit dem unser Abwehrsystem im Schlaf unterstützt wird. Das Team um Dr. Luciana Besedovsky, Dr. Stoyan Dimitrov und Dr. Tanja Lange, fand mithilfe eines 24-Stunden-Experiments heraus, dass eine erholsame Nachtruhe die Wirksamkeit bestimmter spezialisierter Immunzellen, der sogenannten T-Zellen, erhöhen kann. 

Bereits drei Stunden Schlafmangel haben Auswirkungen auf den Körper

Für die Studie teilten die Wissenschaftler die Teilnehmer in zwei Gruppen ein. Die erste Gruppe durfte nachts acht Stunden schlafen, während die zweite Gruppe in diesem Zeitraum wach blieb. Während des Experiments wurde den Probanden regelmäßig Blut abgenommen — den Schlafenden über eine Kanüle im Arm, ohne die Probanden zu wecken.

Dabei stellen die Forscher fest, dass bereits drei Stunden ohne Schlaf ausreichend sind, um die Funktion wichtiger Immunzellen im Blut zu reduzieren. Diese sogenannten T-Zellen sind speziell für die Bekämpfung von Infektionen ausgelegt und im Körper dafür zuständig, Eindringlinge abzuwehren. Zu ihren Aufgaben gehört es, sich an die infizierten Zellen zu heften und sie anschließend abzutöten.

Zu wenig Schlaf hat Folgen für unser Immunsystem

Die T-Zellen der schlafenden Probanden wiesen ein deutlich höheres Maß an Integrinaktivierung (die Fähigkeit, sich an andere Zellen anzudocken) auf als die T-Zellen von wachen Probanden. In anderen Worten: Leiden wir unter Schlafmangel, ist unser körpereigenes Abwehrsystem nicht mehr intakt. Zu wenig Schlaf hat also direkte Folgen für unser Immunsystem, da der Körper sich nicht mehr ausreichend von infizierten Zellen befreien kann. 

Darüber hinaus zeigten die Forschungsergebnisse, dass die Stresshormone Adrenalin und Prostaglandine die Fähigkeit der T-Zellen, sich an andere Zellen zu heften, ebenfalls deutlich reduzieren. Eine Kombination aus Stress und zu wenig Schlaf in der Nacht stellt daher eine besondere Herausforderung für unsere körpereigenen Abwehrkräfte dar. 

Wie viel Schlaf brauchen wir für die Stärkung unseres Immunsystems? 

Die empfohlene Schlafmenge für die meisten Erwachsenen liegt bei sieben bis acht Stunden Schlaf pro Nacht. Teenager brauchen neun bis 10 Stunden, während Kinder im Schulalter über 10 Stunden Schlaf benötigen. Wie hoch dein individueller Schlafbedarf ist, erfährst du in unserem Artikel Schlafbedarf: So viel Schlaf brauchst du wirklich.

Übrigens: Anhaltender Schlafmangel hat nicht nur negative Auswirkungen auf unser Immunsystem, sondern auch auf unseren Hormonhaushalt, unsere Leistungsfähigkeit und den Blutdruck. Darüber hinaus erhöht unzureichender Schlaf auf lange Sicht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Fettleibigkeit, Depressionen und Alzheimer. 

Der Arbeitsalltag, alltägliche Stressfaktoren, eine störende Umgebung im Schlafzimmer oder Erkrankungen können uns jedoch daran hindern, ausreichend zu schlafen. Auf unserer Themenseite Gesunder Schlaf geben wir dir nützliche Tipps, wie du deine Schlafqualität verbessern kannst.

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Nele Jacobs

Online-Volontärin bei MeinSchlaf.de