Gesunder Schlaf

Wie beeinflussen Düfte unseren Schlaf?

Wie beeinflussen Düfte unseren Schlaf?

Wir haben schon darüber berichtet, wie Geräusche, Licht oder bestimmte Nahrungsmittel unseren Schlaf beeinflussen können. Aber Gerüche? Das mag auf den ersten Blick zwar etwas sonderbar klingen, doch es ist durchaus möglich. Wir gehen der Frage auf den Grund. 

Auch der Geruchssinn kann unseren Schlaf direkt beeinflussen. iStock/ DeanDrobot

Egal, ob frisch gewaschene Bettwäsche, Sonnencreme oder Orangenschalen —  bestimmte Düfte lösen bestimmte Reaktionen in unserem Körper aus. So verströmt der Geruch von Mandarinen, Orangen, Nelken oder Zimt eine gemütliche Weihnachtsstimmung, während uns der Duft von Sonnencreme in unseren letzten Urlaub zurückversetzt.

Biologen und Biologinnen gehen davon aus, dass die Wirkung von Gerüchen auf das Gehirn eine der grundlegendsten Funktionen des menschlichen Körpers ist. Denn während wir mit vielen Gerüchen Erinnerungen verbinden, hat der Geruchssinn jedoch auch die Aufgabe, über verdorbenen Nahrungsquellen zu informieren oder uns vor Gefahren zu schützen. So wirkt verdorbener Fisch von Natur aus abstoßend auf uns, der Geruch von Rauch wiederum warnt uns rechtzeitig vor möglichem Feuer. Insbesondere früher hatte die Fähigkeit, auf Gerüche zu reagieren, eine große Bedeutung und sicherte das Überleben.

Geruchssinn steht in enger Verbindung mit Gehirn

Unsere Riechzellen in der Nase sind direkt mit dem limbischen System verbunden. Das limbische System ist ein entwicklungsgeschichtlich sehr alter Teil des Gehirns, der vor allem unsere Gefühle, Verhaltensweisen und vegetative Regulation der Nahrungsaufnahme, aber auch unsere Verdauung, Fortpflanzung sowie unser Langzeitgedächtnis steuert. Es liegt also nahe, dass unser Geruchssinn fast jeden Aspekt unseres Lebens beeinflusst — auch unser Schlafverhalten

Das konnte vor ein paar Jahren auch von der Wissenschaft belegt werden. Im Jahr 2019 zeigte eine Untersuchung des Zentrums für Schlafstörungen an der Universität Heidelberg, dass bestimmte Gerüche definitiv unseren Schlaf beeinflussen. In der Studie wurden Teilnehmer einem der folgenden Gerüche ausgesetzt:  

  • dem Geruch von Blumen (angenehmer Geruch)  
  • dem Geruch von Schwefelwasserstoff (unangenehmer Geruch) und
  • gar keinem Geruch.  

Heraus kam, dass die Teilnehmer, die einem angenehmen Geruch ausgesetzt waren, vorwiegend positive Träume hatten, während der Schwefelgeruch zu schlechten Träumen oder sogar Albträumen führte.

Darüber hinaus gibt Hinweise darauf, dass eine Aromatherapie das Ein- und Durchschlafen fördern kann, indem sie im Schlafzimmer eine angenehme Umgebung schafft. So können Düfte wie Lavendel, Rose, Jasmin, Zedernholz im Schlaf eine entspannende Wirkung entfalten und teilweise auch den Herzschlag bzw. der Blutdruck senken. Düfte wie Kaffee, Rosmarin, Pfefferminze und Salbei dagegen können die Wachsamkeit erhöhen und eigenen sich eher zum wach werden.

Welche Düfte gegen Albträume helfen, kannst du in unserem Artikel Studie: Diese 4 Düfte vertreiben Albträume nachlesen.

Können wir von Gerüchen aufwachen?

Unser Geruchssinn ist nicht immer gleich stark. Denn neben einer Erkältung beeinflusst auch der zirkadiane Rhythmus unser Geruchssystem. Der zirkadiane Rhythmus steuert neben unserem natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus auch zahlreiche andere körperliche Prozesse. So fanden Forschende heraus, dass sich die Geruchsempfindlichkeit im Laufe des Tages verändert.

Während er am Abend gegen 21 Uhr am stärksten ist, riechen wir in der Nacht bis in die frühen Morgenstunden am wenigsten. In einer Studie, die Anfang der 2000er Jahre durchgeführt wurde, wurden die Teilnehmer in allen Schlafstadien nicht durch Gerüche gestört, egal wie stark sie waren. Nach einem lauten Geräusch wachten sie dagegen auf, unabhängig von ihrer Schlafphase. Die Abnahme der Geruchsempfindlichkeit in der Nacht könnte daher der Grund sein, warum Gerüche im Allgemeinen nicht dazu führen, dass wir aus dem Schlaf erwachen.

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