Gesunder Schlaf

Schimmel im Schlafzimmer: So wirst du ihn los

Schimmel im Schlafzimmer: So wirst du ihn los

Schimmel im Schlafzimmer ist nicht nur unangenehm, er kann auch schädlich für die Gesundheit sein. In unserem Artikel erklären wir, woher Schimmel im Schlafzimmer kommt, was du dagegen tun kannst und wie du ihm vorbeugst.

Schimmel im Schlafzimmer: Schimmel hinter einem Schrank.
Gerade hinter Schränken entdeckt man Schimmel im Schlafzimmer immer wieder. Bild iStock

Es ist eine Angst, die alle vereint. Hausbesitzer, Vermieter und Mieter: Sie alle zittern vor dem Schreckgespenst Schimmel. Denn ist er einmal da, wird man ihn oftmals nur schwer wieder los, dafür kehrt er aber ganz leicht zurück. Schimmel im Schlafzimmer hat dann noch einmal einen ganz besonderen Stellenwert.

Denn Schimmel im Schlafzimmer bleibt häufig nicht nur sehr lange unbemerkt, in keinem anderen Zimmer halten wir uns so lange auf wie im Schlafzimmer. Allerdings gibt es mit der Küche und dem Badezimmer prinzipiell zwei Zimmer in der Wohnung, in denen die Luftfeuchtigkeit höher ist als im Schlafzimmer. Warum findet sich dann Schimmel häufiger im Schlafzimmer als in der Küche oder im Bad? Wir klären auf.

Wie entsteht Schimmel im Schlafzimmer?

Schimmel entsteht häufig in den Ecken von Außenwänden. Kühlen sie zu stark aus, kondensiert an ihnen die feuchtwarme Luft, die durch Schwitzen und Ausatmen beim Schlafen entsteht. Diese abgesetzte Feuchtigkeit zieht in die Wand und bietet den Nährboden für Schimmel im Schlafzimmer.

Leider kollidiert die von Experten empfohlene optimale Schlaftemperatur von 16 bis 19 Grad mit der Schimmelvorsorge. Denn sie ist nicht warm genug, um die gesamte Feuchtigkeit aufzunehmen und auszutrocknen. Dadurch bleibt sie in der Luft und legt sich dann in kalten Ecken ab.

Im Winter wird häufig die Tür zum Schlafzimmer offengelassen, um zumindest etwas Luftzirkulation zu haben. Dies ist allerdings ein Fehler, da die warme Heizungsluft in die kühleren Räume zieht und das Schlafzimmer dadurch nicht ausreichend warm wird, um die Luftfeuchtigkeit komplett zu absorbieren.

Wo entsteht der Schimmel?

Schimmel entsteht bevorzugt dort, wo die Luft nicht zirkulieren kann. Also in erster Linie hinter Schränken, Kommoden oder dem Bett. Aber auch Ecken sind beliebte Punkte für Schimmelbefall. Dieser lässt sich aber recht schnell entdecken, es sei denn, Gardinen oder Vorhänge versperren die Sicht.

Wenn wir von Schimmel im Schlafzimmer reden, müssen wir auch auf die Matratze schauen. Auch sie ist häufig eine Quelle für Schimmel, da sie nicht vernünftig gelüftet wird. Vor allem, wenn die Bettwäsche nicht ausgeschüttelt wird und der Schweiß der zurückliegenden Nacht nicht verdunsten kann, besteht die Gefahr auf Schimmel.

Unser Artikel: „Matratze wenden: Warum und wie oft es sinnvoll ist“ nennt weitere Gründe, warum du deine Matratze regelmäßig lüften solltest.

Wie gefährlich ist Schimmel für die Gesundheit?

Schimmel gibt kontinuierlich Schimmelsporen ab. Je größer der Befall, desto mehr Sporen finden sich in der Luft. Problematisch wird Schimmel im Schlafzimmer besonders dann, wenn der Schimmel unbemerkt wachsen kann, etwa weil er sich hinter dem Schrank befindet. Dann sind Betroffene einer ständig wachsenden Menge an Sporen in der Luft die ganze Nacht ausgesetzt.

Gesundheitlich kann sich Schimmel wie folgt bemerkbar machen:

  • Reizung der Schleimhäute
  • Husten und Heiserkeit
  • Atemwegserkrankungen
  • allergische Reaktionen in Lunge und Rachen
  • im schlimmsten Fall kann Schimmel Krebs verursachen

Zwar gibt es zahlreiche Studien (unter anderem von der WHO), die einen Zusammenhang zwischen Schimmelpilzbelastung und Atemwegsbeschwerden belegen können, allerdings konnte bisher nicht festgestellt werden, ab welcher Belastung solche Beschwerden auftreten.

Dadurch konnten bisher weder die WHO noch das Umweltbundesamt eine Empfehlung aussprechen. Beide Institutionen empfehlen deshalb das Vorsorgeprinzip, bei dem der Schimmelbefall so schnell wie möglich beseitigt werden sollte, bevor gesundheitliche Schäden entstehen.

Was kann ich gegen Schimmel im Schlafzimmer tun?

Zwar kommt es stark auf die Größe des Befalls an, aber hast du Schimmel im Schlafzimmer entdeckt, ist das prinzipiell erst einmal kein Grund zur Panik. Dabei kommt es aber auch darauf an, wo der Schimmel ist.

  1. An Möbelstücken
    Tritt der Schimmel im Schlafzimmer an Möbelstücken auf oder ist bereits auf Möbelstücke übergegangen (beispielsweise die Rückseite des Kleiderschranks) lässt er sich häufig mit einem nassen Lappen und etwas Spülmittel entfernen.
  2. In der Matratze
    Entdeckst du Schimmel in der Matratze, wirst du wohl nicht drumherum kommen, eine neue Matratze zu kaufen. Zwar kann man Schimmel auch aus der Matratze entfernen lassen, dies ist häufig aber genauso teuer oder sogar teurer als eine neue Matratze.
  3. An der Wand
    Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, bei denen es auf die Größe des Befalls ankommt. Ist der Fleck nicht zu groß, kannst du ihn mit speziellen Schimmelentfernen selbst zu Leibe rücken. Ist der Fleck aber schon sehr groß, solltest du einen Fachmann holen. Achte beim Kauf eines Schimmelentferners darauf, dass er für den Einsatz in Innenräumen geeignet ist.

So behandelst du einen Schimmelfleck

Hast du den passenden Schimmelentferner gekauft, ziehe dir vor dem Einsatz Gummihandschuhe an. Idealerweise ziehst du dir auch eine Atemmaske auf, denn einige Schimmelentferner sind sehr aggressiv und können bei großzügigem Einsatz die Atemwege reizen.

Besprühe den Schimmel mit dem Entferner und entferne ihn mit einem großen Schwamm oder einer Bürste. Behandle die Stelle so lange, bis kein Schimmel mehr zu sehen ist. Anschließend trockne die Stelle mit einem Tuch.

Sorge während des Einsatzes für eine gute Belüftung des Raums. Öffne mindestens das Schlafzimmerfenster, noch besser schaffst du Durchzug. Das Fenster sollte auch möglichst lange nach dem Einsatz geöffnet bleiben. Kannst du den Fleck erst abends behandeln oder hast keine Möglichkeit das Fenster geöffnet zu lassen, schlafe in der ersten Nacht am besten nicht im Schlafzimmer.

Sollte der Schimmel im Schlafzimmer wiederkehren, hole dir am besten einen Experten.

Hat die Farbe des Schimmels eine Bedeutung?

Die Farbe des Schimmels bestimmt nur seine Art, an der Schädlichkeit ändert es nichts. Alle Schimmelarten sind für unseren Körper auf Dauer schädlich, manche allerdings mehr als andere. Für eine bessere Einordnung, sollen an dieser Stelle die verschiedenen Schimmeltypen erklärt werden.

  • Weißer Schimmel: Bleibt häufig unentdeckt, da er gerade auf Raufasertapeten nur durch genaues Hinsehen zu erkennen ist. Aus weißem Schimmel wird im Verlauf der bekannte schwarze Schimmel.
  • Gelber Schimmel: Tritt in Deutschland glücklicherweise nur selten auf. Er gilt als stark gesundheitsschädigend, da er den giftigen Stoff Aflatoxin abgibt. Er mag besonders Baumwollstoffe und Polyester.
  • Grüner Schimmel: Die weit verbreitetste Schimmelart. Er ist weniger Gesundheitsschädlich als andere Schimmelarten, sollte deshalb aber nicht vernachlässigt werden. Er entsteht häufig in Brot oder Obst und kann dann bei genügend Zeit in die naheliegenden Wände ziehen. Da er vor allem organische Nährböden bevorzugt, ist er häufig auf Holz, Papiertapeten und Naturfarben zu finden.
  • Roter Schimmel: Liebt Zellulose und damit Tapeten und ist deshalb häufig nur an Wänden zu finden. Wobei er auch gerne von der Tapete in die Matratze wandert. Auch roter Schimmel ist sehr aggressiv.
  • Schwarzer Schimmel: Sehr aggressiv, sehr schädlich und leider auch sehr verbreitet. Schwarzer Schimmel mag jeglichen Untergrund und ist deswegen überall zu finden, wo es feucht und nicht zu warm ist.

Wie beuge ich Schimmel vor?

Du kannst Schimmel im Schlafzimmer vorbeugen, indem du auf verschiedene Dinge achtest. Hier die wichtigsten Punkte, die du zur Vorbeugung von Schimmel einhalten solltest.

  1. Lüfte regelmäßig
    Ja, es klingt nach der bekannten Floskel, aber tatsächlich ist regelmäßiges Lüften das A und O im Kampf gegen Schimmel. Das Bundesgesundheitsamt empfiehlt täglich zweimal täglich für mindestens 20 Minuten zu lüften. Ist es draußen besonders kalt oder windig, so dass die feuchte Luft schneller ausgetauscht wird, kann der Zeitraum allerdings auch kürzer sein. Und keine Sorge, die Zimmer kühlen durch das Lüften auch im Winter nicht aus.
  2. Richtig heizen
    Achte darauf, dass die Temperatur im Schlafzimmer nie unter 18 Grad fällt. Das gilt natürlich vor allem im Winter. Halte die Tür zum Schlafzimmer zudem geschlossen. So kann sich der Raum aufheizen und du kannst die Heizung auf niedriger Einstellung heizen lassen. Das spart Kosten.
  3. Halte Möbel auf Abstand
    Lasse zwischen Möbeln und Wand mindestens zehn Zentimeter. So verhinderst du, dass sich die Luft hinter den Möbeln staut und sich Feuchtigkeit absetzen kann.
  4. Trockne Wäsche nicht im Schlafzimmer
    Gerade in innerstädtischen Wohnungen kann der Platz begrenzt sein. Trotzdem solltest du auf das Trocknen der Wäsche im Schlafzimmer verzichten. Hast du die Möglichkeit, lass die Wäsche draußen trocknen, dort trocknet sie sogar im Winter schneller.
  5. Hole dir einen Luftentfeuchter
    Solltest du trotz aller anderen Maßnahmen den Schimmel im Schlafzimmer nicht in den Griff kriegen, überlege dir einen Luftentfeuchter zuzulegen. Es gibt elektronische Luftentfeuchter und Luftentfeuchter, die mit Trockentüchern oder Streu arbeiten, welche die Feuchtigkeit aus der Luft ziehen.

Was muss der Vermieter tun?

Taucht der Schimmel im Schlafzimmer immer und immer wieder auf, sollte sich ein Experte das Problem anschauen. Es kann durchaus sein, dass du die Kosten für den Fachmann selbst zahlen oder zumindest vorstrecken musst. Denn prinzipiell wird erst einmal davon ausgegangen, dass der Schimmel durch falsche Handhabung entsteht.

Kannst du allerdings nachweisen, dass der Schimmel im Schlafzimmer durch äußere Einflüsse entsteht, beispielsweise weil die Regenrinne undicht ist und das Wasser an der Außenwand entlang läuft, muss der Vermieter die Kosten für die Schimmelentfernung bezahlen. Manchmal sind auch undichte Wasserleitungen Schuld an feuchten Wänden und damit Schimmel. Im schlechtesten Fall kann ein Sachverständiger nicht schaden, der die Ursache für den Schimmel untersucht. Doch Achtung: Die Kosten musst du selbst tragen.

Was ist mit Badezimmer und Küche?

Im Badezimmer herrscht prinzipiell das gleiche Problem wie im Schlafzimmer. Hier ist es sogar noch eine Spur feuchter, als im Schlafzimmer. Besonders betroffen sind im Badezimmer vor allem die Fugen und die Dichtungen bei Badewannen und Spülbecken. Die Tipps sind hier die Gleichen wie für das Schlafzimmer. Einziger Trost: im Badezimmer halten wir uns nur einen Bruchteil der Zeit auf.

In der Küche tritt aus zwei Gründen weniger häufig Schimmel auf als im Badezimmer und Schlafzimmer. Zum einen ist es oft beheizt, da die Küche zum belebten Wohnraum gehört und man es dort lieber warm mag. Zum anderen ist die Küche durch das regelmäßige Kochen häufig gut gelüftet, weil beim Kochen das Fenster aufgemacht wird.

Sind Babys und Kinder besonders gefährdet?

Leider ja. Da bei Babys und Kindern das Immunsystem noch nicht vollständig ausgebildet ist, leiden sie schneller unter Husten, Atemwegsbeschwerden und allergischen Reaktionen. Alleine deshalb solltest du das Entfernen von Schimmel keinesfalls aufschieben.

Sollte der Schimmel im Kinderzimmer auftauchen, lasse dein Kind nicht mehr darin schlafen, bis der Schimmel entfernt wurde. Bei Schimmel im Schlafzimmer ist dies natürlich kniffliger, weswegen du hier besonders schnell handeln solltest.

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Quellen:

Stiftung Warentest: So vermeiden Sie Schimmel in Ihren Räumen.
Verbraucherzentrale: Schimmel in der Wohnung.
Umweltbundesamt: Häufige Fragen bei Schimmelbefall.

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Alexander Scherb

Online-Redakteur bei MeinSchlaf.de