Gesunder Schlaf

Nackt schlafen: Gesund oder schädlich?

Nackt schlafen: Gesund oder schädlich?

Manche tun es grundsätzlich, andere nur ab und zu und wieder andere können überhaupt nicht nackt schlafen. Ist schlafen im Adam- oder Eva-Kostüm gesund oder vielleicht sogar schädlich für unsere Schlafgewohnheit? Wir klären auf.

Nackt schlafen: Frau liegt nackt im Bett und schläft.
Nackt schlafen ist aus mehrerlei Gründen gesund: Bild: iStock

In einer großen Umfrage des Möbelhaus IKEA gaben nur zwölf Prozent der 5.000 Befragten an, sie würden nackt schlafen. Mehr als 30 Prozent gaben an mit T-Shirt oder Oberteil und Unterhose zu schlafen, 22 Prozent tragen beim Schlafen einen Pyjama, 13 Prozent ein Nachthemd und 16 Prozent schlafen nur in Unterwäsche.

Das zeigt: Wirklich nackt schlafen nur die Wenigsten. Dabei soll nackt schlafen laut vielen Schlafforschern und Medizinern sehr gesund sein. Doch warum eigentlich? Kann ein Stückchen Stoff unseren Schlaf so verändern? Wir gehen der Frage auf den Grund.

Was bedeutet Schlaf für unseren Körper?

Für einen erholsamen Schlaf ist die Bekleidung (oder keine Bekleidung) erst einmal zweitrangig, viel wichtiger sind Faktoren wie Schlaftemperatur, die richtige Matratze oder ob du was Falsches gegessen hast.

Es kann sogar passieren, dass du beim nackt schlafen erst einmal Einschlafprobleme bekommst, wenn du gewohnt bist, mit Pyjama zu schlafen. Bevor du hinterher unter Schlafstörungen leidest, lass lieber den Versuch nackt zu schlafen. Denn Schlaf hat für unseren Körper eine sehr wichtige Funktion.

  1. In der Tiefschlafphase regeneriert sich dein Körper. Er baut Giftstoffe ab und tankt Kraft für den nächsten Tag. Muskeln und Gelenke erholen sich.
  2. In der REM-Phase verarbeitest du den vergangenen Tag. Dein Gehirn entscheidet, welche Erinnerung ins Langzeitgedächtnis wandert und welche gelöscht werden kann.

Erholsamer Schlaf ist also essenziell für unser Wohlbefinden. Schlafmangel und Schlafstörungen können ernste körperliche und psychische Folgen für uns haben.

Ist nackt schlafen schädlich?

Um es vorweg zu sagen: Nein, ist es nicht. Es gibt zwar Forscher, die behaupten, es könne einem Menschen zu kalt unter der Decke werden, aber diese Annahme ist in Zeiten der Heizung einfach falsch.

Andere Wissenschaftler geben zu bedenken, dass Püpse, die in der Nacht entweichen, Fäkalstoffe enthalten, die von einer Hose gestoppt werden. Schläft man nackt, könnten diese Fäkalstoffe ungehindert in die Bettwäsche dringen. Diese Behauptung wurde mittlerweile widerlegt. Die Fäkalstoffe sind in zu geringem Maße in unseren Püpsen enthalten, um irgendeinen Einfluss nehmen zu können.

5 Gründe für nacktes Schlafen

Dahingegen sind die Gründe, warum Nacktschlafen gesund ist, viel eindeutiger. Wir nennen fünf Gründe die eindeutig für das nackt schlafen sprechen.

  1. Nackt schlafen verkürzt die Einschlafzeit
    Nachts ist unsere Körpertemperatur bis zu einem Grad niedriger als tagsüber. Das ist überhaupt nicht schlimm – ganz im Gegenteil hilft dieses „Herunterregeln“ unserem Körper besser zu schlafen. Wer nur von einer Decke umgeben ist, erreicht schneller die optimale Schlaftemperatur und schläft so auch schneller ein.
  2. Es erhöht die Fruchtbarkeit beim Mann
    Hitze ist Gift für die Spermien eines Mannes. Und gerade bei enger Unterwäsche kann es zu einem Hitzestau kommen. Wird die Hitze dann noch von einer Bettdecke gehalten, kann das auch gerne mal ein paar Millionen Spermien das Leben kosten. Eine Studie der Stanford University und des National Institute of Child Health and Human Development (NICHD) kommt sogar zu dem Schluss dass Schlafen ohne Unterwäsche förderlich für die Spermienqualität sein kann. Demnach ist es für Männer wohl am besten, tagsüber Boxershorts und nachts gar nichts untenherum zu tragen.
  3. Du schläfst stressfreier
    Wer kennt es nicht: Das T-Shirt oder der Pyjama verrutscht beim Umdrehen und muss umständlich wieder zurechtgezupft werden. Diesen Stress ersparst du dir natürlich, wenn du nackt schläfst. Außerdem kann Kleidung die Vermehrung von Pilzen und Bakterien beschleunigen. Klar, je wärmer und feuchter die Umgebungstemperatur, desto wohler fühlen sich die kleinen Übeltäter. Wer also nackt schlafen geht, erschwert Pilzen und Bakterien das Vermehren.
  4. Wer nackt schläft hat ein besseres Körpergefühl
    Frische Bettwäsche fühlt sich herrlich auf nackter Haut an. Und nicht nur das: Nackt schlafen fördert das Selbstbewusstsein und damit das Körpergefühl. Wer im Adams- oder Eva-Kostüm schläft, fühlt sich sexy und hat auf Dauer mehr Selbstbewusstsein.
  5. Nackt schlafen ist gut für die Beziehung
    Zuletzt noch eine gute Nachricht für alle Pärchen. Nackt schlafen ist gut für die Beziehung, denn schlafen beide nackt, kommt es häufiger zum Geschlechtsverkehr. Und das tut jeder Beziehung gut. Aber: Eine kaputte Beziehung wirst du wohl auch mit nackt schlafen nicht mehr retten können.

Nackt schlafen: Das gilt es zu beachten

Auch wenn nackt schlafen generell gut für dich, deinen Partner oder deine Partnerin und deine Gesundheit ist, gibt es doch ein paar Punkte, auf die du achten solltest, um das Schlaf-Erlebnis noch weiter zu verbessern.

  • Auch, wenn wir es oben schon ausgeschlossen haben. Trotzdem: Vermeide eine Unterkühlung. Vor allem, wenn du mit offenem Fenster schlafen solltest. Die optimale Schlaftemperatur liegt eigentlich zwischen 16 und 19 Grad. Frierst du nackt unter deiner Decke allerdings, dann drehe die Heizung höher. Sollte das auch nicht funktionieren, dann kannst du dir natürlich ohne schlechtes Gewissen Kleidung zum Schlafen anziehen. Übrigens nennen wir dir hier gute Gründe, warum die besser nicht mit offenem Fenster schläfst.
  • Wasche häufiger die Bettwäsche. Was normalerweise der Pyjama oder das Shirt und die Hose auffangen, landet nackt natürlich ohne Hindernisse in den Laken. Damit sind nicht, wie oben schon genannt, Fäkalstoffe gemeint, sondern Hautschuppen und Schweiß. Deshalb solltest du die Bettwäsche mindestens einmal die Woche wechseln. Unser Artikel „Wie oft sollte man die Bettwäsche wechseln?“ nennt dir die Wechsel-Abstände von Bettwäsche, wenn du nicht nackt schläfst.
  • Achte auf das Material der Bettwäsche. Wichtig für Nacktschläfer: Das Material der Bettwäsche. Seide und Satin mögen sich ja wunderbar glatt auf der Haut anfühlen, sind aber gerade im Winter oft empfindlich kühl und brauchen lange, um warm zu werden. Im Sommer sind sie dagegen perfekt für einen erholsamen Schlaf. Im Winter empfiehlt es sich dagegen Baumwolle oder Materialen zu nehmen, die die Wärme gut halten können. Zudem sollte gute Bettwäsche atmungsaktiv sein. Welche Bettwäsche im Winter am besten ist, erfährst du in unserem Ratgeber.

Quelle:

IKEA Schlafreport: Von Einschlafen bis Aufwachen.

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Alexander Scherb

Senior Online-Redakteur bei MeinSchlaf.de