Gesunder Schlaf

Mit offenem Fenster schlafen? Besser nicht!

Mit offenem Fenster schlafen? Besser nicht!

Bei gekipptem Fenster schläft es sich doch gleich viel besser. Wirklich? Wissenschaftler sind da anderer Meinung. Denn die Angewohnheit kann auf Dauer tatsächlich krank machen. Warum das so ist und welche Krankheiten drohen, erfährst du in diesem Artikel

Mit offenem Fenster schlafen: Frau öffnet ein Fenster.
Ein gekipptes Fenster in der Nacht ist nicht so gesund, wie du denkst. Bild: iStock/brizmaker

Es soll Menschen geben, die das Schlafzimmerfenster nicht nur im Sommer geöffnet haben, sondern sogar im Herbst und im Winter. Ist ja schließlich auch nichts dabei. Glaubst du. Tatsächlich macht es sehr wohl einen Unterschied, ob du mit geschlossenem oder geöffnetem Fenster schläfst. Und nein, es hat nichts mit Einbrechern zu tun. Es geht um etwas viel Wichtigeres: Deine Gesundheit.

Mit offenem Fenster schlafen? Diese Gründe sprechen dagegen

Was ein geöffnetes Schlafzimmerfenster schon mit deiner Gesundheit zu tun haben kann, fragst du dich? Laut einer Studie der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz eine ganze Menge. Schuld ist der Verkehrslärm. Der hat nämlich auch in der Nacht einen großen Einfluss auf unser Wohlbefinden. Selbst dann, wenn wir tief und fest schlafen und die vorbei rauschenden Autos nicht bewusst bemerken. Was passiert in unserem Körper?

  1. Schon ein einzelnes vorbeifahrendes Auto setzt im Körper Stresshormone frei, die wiederum den Cholesterinspiegel sowie den Blutdruck in die Höhe schnellen lassen können. Und dadurch steigt beim Menschen das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle. Durch den auftretenden Lärm können auch andere Krankheiten, wie etwa Diabetes begünstigt werden.
  2. Auch die Psyche des Menschen hat unter dem Lärm zu leiden, wie die Studie bestätigt. So können etwa Depressionen und Angstzustände begünstigt werden. „Wir gehen davon aus, dass Lärm eine Stressreaktion induziert, charakterisiert durch eine Aktivierung des sympathischen Nervensystems, einer verstärkten Ausschüttung von Katecholaminen, Kortison und Angiotensin-II, die letztlich in einer Störung der Gefäßfunktion mündet“, so Professor Thomas Münzel gegenüber der ÄrzteZeitung.
  3. Die kühle Luft kann die Wohnung auskühlen. Sogar im Sommer wird es nachts sehr kühl. Dann kann es im Schlafzimmer ganz schon kalt werden. So kalt, dass sogar die ganze Wohnung auskühlen kann. Beim Aufwachen frierst du dann. So eine Nachtruhe ist alles andere als gesund, denn so schwächst du dein Immunsystem schon mit dem Aufwachen. Außerdem begünstigen kalte Wände Schimmel im Schlafzimmer.

Das Stresslevel, dem dein Körper durch ein geöffnetes Fenster in der Nacht ausgesetzt ist, unterscheidet sich natürlich von Region zu Region. Während auf dem Land meist kaum mit größeren Störungen in der Nacht zu rechnen ist, sieht es in der Stadt schon wieder ganz anders aus. Wohnst du in der Stadt, solltest du deiner Gesundheit zuliebe das Fenster also öfter mal geschlossen halten.

Die richtige Temperatur unterstützt den Schlaf

Du hast sicherlich schon gehört, dass die Raumtemperatur im Schlafzimmer eine andere sein soll als im Rest der Wohnung. Während im Wohnzimmer beispielsweise eine Temperatur zwischen 19 und 21 Grad liegen soll, liegt die empfohlene Raumtemperatur für das Schlafzimmer bei maximal 19 Grad. Genauer gesagt soll sie zwischen 16 und 19 Grad liegen. Das fanden Forscher in mehreren Studien heraus. Mehr dazu findest du in unserem Artikel: „Besser schlafen: Das ist die optimale Schlaftemperatur“.

Der Grund für eine gute Temperatur im Schlafzimmer ist eine optimale Erholung des Körpers. Unser Körper kann bei kühleren Temperaturen im Tiefschlaf besser regenerieren. Auch unser REM-Schlaf profitiert von der kühleren Raumtemperatur, denn unser Gehirn vollbringt zu dieser Zeit Höchstleistungen. Und die laufen bei einer Temperatur von 18 Grad am besten ab.

Auf Frischluft nicht verzichten

All diese Argumente gegen ein offenes Fenster bedeuten nicht, dass du nicht für Frischluft im Schlafzimmer sorgen sollst. Im Gegenteil, oft hilft die frische Luft, die durch ein geöffnetes Fenster in die Wohnung kommt, Raumtemperatur zu senken und vor allem abgestandene und feuchte Luft nach draußen abzutransportieren. Nicht umsonst empfehlen sämtliche Experten mindestens zweimal am Tag für 20 Minuten das Fenster zu öffnen, damit die Luft ausgetauscht und Schimmel vorgebeugt wird.

Nur solltest du das Fenster eben vor dem Schlafengehen zumachen, damit eventueller Verkehrslärm nicht deine Nachtruhe stört und du ruhig schlafen kannst. Dein Blutdruck und deine Psyche werden es dir danken! Übrigens: Im Winter musst du natürlich nicht auf Gedeih und Verderb das Fenster 20 Minuten geöffnet lassen. Bevor die kalte Luft das Zimmer zu sehr auskühlt und dich die anschließenden Heizkosten arm machen, schließe die Fenster wieder.

Du möchtest noch mehr über das Thema Schlaf erfahren? Dann folge uns auf Instagram, Facebook und Pinterest.

Das wird dich auch interessieren:

Quelle:

Johannes Gutenberg Universität Mainz: Verkehrslärm in der Nacht schädigt Herz mehr als am Tag.

Autor Profilbild

Isabell Stiller

Online-Redakteurin bei MeinSchlaf.de