Gesunder Schlaf

Neben Steckdose schlafen: Ist das gefährlich?

Neben Steckdose schlafen: Ist das gefährlich?

In unserer schnelllebigen Zeit wird erholsamer Schlaf immer wichtiger. Deswegen wird auch immer häufiger auf störende Einflüsse geachtet. Ist die Steckdose neben dem Bett auch so eine Störquelle? Oder ist das Schlafen neben einem elektrischen Anschluss ungefährlich?

Eine Steckdose neben einem Bett.
Ist eine Steckdose neben dem Bett gefährlich? Bild: iStock/brizmaker

Smartphone, Tablet, Laptop: Die Anzahl der elektrischen Geräte, die mit uns im Schlafzimmer sind und uns nachts umgeben, ist ganz schön gewachsen. Inzwischen ist es für viele Menschen völlig normal, im Bett noch eine Serie zu schauen oder noch ein bisschen zu surfen. Natürlich werden die Geräte pflichtbewusst am Ende ausgemacht oder?

Grund für unser schlechtes Gewissen ist der sogenannte Elektrosmog. Man möchte nachts im Schlaf ja keinen elektromagnetischen Feldern ausgesetzt sein. Elektromagnetische Felder gehen aber auch von einer Steckdose aus (da hier ja Strom fließt). Sind solche Anschlüsse im Schlafzimmer und neben dem Bett also gefährlich für uns und unseren Schlaf?

Ist eine Steckdose neben dem Bett gefährlich?

Schon lange wird diskutiert, ob elektromagnetische Felder im Schlafzimmer für gefährlichen Elektrosmog verantwortlich sind und was für einen Einfluss die „Strahlung“ auf uns und unseren Schlaf hat. Und mittlerweile gibt es zahlreiche Studien zu diesem Thema. Beispielsweise vom Umweltbundesamt oder der Weltgesundheitsorganisation. Stets ist das Ergebnis gleich: Nach heutigem Wissensstand geht keine Gefahr von der Strahlung elektromagnetischer Felder für den Menschen aus. Zumindest nicht von den Feldern, die uns in unserem Alltag umgeben.

Und das gilt auch für die Steckdose neben dem Bett. Ihr niederfrequentes elektromagnetisches Feld ist viel zu schwach, um uns in irgendeiner Weise negativ zu beeinflussen. Dies bewies auch eine Studie des Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Naturschutz (BMUV). Leidest du also unter Schlafstörungen oder Einschlafproblemen, versuche lieber mit anderen Mitteln zur Ruhe zu finden, statt dir Gedanken über die Steckdose und den Strom zu machen. Das Grübeln darüber führt dann nachts nämlich tatsächlich zu Einschlafschwierigkeiten.

Was ist Elektrosmog?

Bei Elektrosmog handelt es sich um ein Kunstwort ähnlich wie beim Begriff Superfood. Elektrosmog ist nichts, was mit den Augen seh- oder den Händen greifbar wäre. Der Begriff steht für die (angebliche) Belastung des Menschen durch elektrische und elektromagnetische Felder und deren Strahlung. Beim „Smog“ in Elektrosmog handelt es sich selbst schon um ein Kunstwort aus den Wörtern Smoke (Rauch) und Fog (Nebel).

Der Begriff wurde Anfang des 20. Jahrhunderts geprägt, als in London die Luft teilweise so stark verschmutzt war, dass das Atmen schwerfiel. Elektrosmog beschreibt quasi das Verschmutzen der Luft mit elektromagnetischen Feldern. Wenn du mehr über Elektrosmog wissen willst, dann lies unseren Artikel: „Elektrosmog: Wie gefährlich ist er für unseren Schlaf?

Was ist mit Schaltern, Radioweckern und anderen Geräten?

Das, was für die Steckdose gilt, gilt auch für Schalter oder Radiowecker. Selbst, wenn der Wecker die Radiowellen empfängt, sind diese nicht stark genug, um einen Einfluss auf uns oder unseren Schlaf zu haben. Wenn du gerne von Musik geweckt wirst, kannst du also gerne deinen Radiowecker behalten.

Anders sieht es mit deinem Smartphone aus. Zwar beeinflusst auch dieses (wie der Radiowecker) nicht deinen Schlaf durch seine Strahlung, dafür ist man aber geneigt vor dem Schlafengehen hineinzuschauen. Und das hält dich nachts tatsächlich wach. Ein Smartphone hat also einen Einfluss auf deinen Schlaf, allerdings wegen des Lichts und der Dinge, die du auf ihm schaust und nicht wegen seiner Strahlung.

Vorsicht bei Fernsehern im Schlafzimmer

Fernseher sollten keinen Einzug ins Schlafzimmer finden, egal in welchem Abstand sie zum Bett stehen. Der Grund dafür ist simpel: Fernseher verhindern mit ihrem hellen Licht (ähnlich wie Handys oder ähnliche Geräte) nachts die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin. Dieses wird in der Nacht allerdings für einen erholsamen Schlaf benötigt.

Dabei spielt es keine Rolle, welchen Abstand die Geräte zu dir haben (selbst, wenn der Fernseher an der gegenüberliegenden Wand befestigt ist). Entscheidend ist, dass das Licht von deinem Auge aufgenommen wird. Dies signalisiert deinem Gehirn, dass es mit der Ausschüttung von Melatonin warten soll.

Beeinflusst Licht unsere Schlafqualität?

Ja, Licht kann Einfluss auf unsere Schlafqualität haben (im Gegensatz zur Steckdose). Das gilt sogar für so kleine Lichtquellen wie das Smartphone. Grund dafür ist, dass unser Schlaf-Wach-Rhythmus durch das Licht gestört werden kann und unser Körper daraufhin weniger oder gar kein Melatonin produziert. Das Schlafhormon ist an einem erholsamen Schlaf maßgeblich beteiligt.

Übrigens spielt es überhaupt keine Rolle, ob du blaues Licht oder das augenschonende Komfort-Licht nutzt. Für unseren Schlaf sind beide Lichtarten gleich schädlich. Das fand eine riesige US-amerikanische Vergleichsstudie heraus. Unser Artikel „Beeinflusst blaues Licht unseren Schlaf?“ geht näher auf diese Studie ein und erklärt die Zusammenhänge.

Das kannst du bei Schlafproblemen tun

Es gibt viele Gründe, warum wir nachts schlecht schlafen. Stress ist einer der Häufigsten. In unserem Artikel „Schlafstörungen: Ursachen und Hilfen“ gehen wir genauer auf verschiedene Ursachen für Ein- und Durchschlafschwierigkeiten ein. Hier folgen noch weitere Gründe für Probleme mit dem Schlaf in der Nacht:

Unser Artikel „11 Tipps für besseren Schlaf“ gibt dir wertvolle Tipps, wie du nachts deinen Schlaf verbessern kannst.

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Alexander Scherb

Senior Online-Redakteur bei MeinSchlaf.de