Gesunder Schlaf

Herzfrequenz im Schlaf: Welche Werte sind normal?

Herzfrequenz im Schlaf: Welche Werte sind normal?

Die Herzfrequenz ist eine der wichtigsten Indikatoren für unseren Gesundheitszustand. Abgesehen vom Ruhepuls, kann die Herzfrequenz tagsüber stark schwanken, die Herzfrequenz im Schlaf gilt aber als relativ stabil. Doch ist das so? Welcher Herzschlag gilt denn in der Nacht als normal?

Herzfrequenz im Schlaf: Arzt malt einen Puls mit Herz.
Ist die Herzfrequenz im Schlaf gleichbleibend oder wechselhaft? Bild: iStock/BrianAJackson

Durchschnittlich schlägt das Herz eines Menschen am Tag ungefähr 100.000 Mal, wobei ein Puls von knapp 70 (Ruhepuls) als Grundlage genommen wird. Tatsächlich liegt die normale Herzfrequenz aber zwischen 60 und 80 Schlägen pro Minute. Kinder haben einen etwas höheren Puls und auch wenn wir rauchen, Alkohol trinken oder Sport treiben, erhöht sich unser Herzschlag.

Man sollte davon ausgehen, dass die Herzfrequenz im Schlaf durchgehend stabil bleibt. Doch ist das so? Was ist mit dem Tiefschlaf, währenddessen sich unser Körper regeneriert? Oder mit der REM-Phase, in der unser Gehirn geistige Höchstleistungen vollbringt? Wir nennen die Normalwerte der Herzfrequenz im Schlaf.

Herzfrequenz im Schlaf messen: Das ist normal

Dass die Herzfrequenz im Schlaf gleichbleibend niedrig ist – da wir ja schlafen – ist ein weit verbreiteter Irrglaube. Tatsächlich schnellt die Herzfrequenz bei den allermeisten Menschen in der Nacht – während der verschiedenen Schlafphasen – mehrmals nach oben und fällt dann wieder zügig ab.

Der Grund dafür: Die schon oben genannte REM-Phase. Während unser Gehirn Höchstleistungen vollbringt, arbeitet auch unser Körper und damit das Herz kräftig und treibt den Puls in die Höhe. Umgekehrt ist es in der Tiefschlaf-Phase. Hier erreicht unser Puls den Tiefpunkt. So sieht der Puls während des Schlafs aus:

  • Einschlafphase: Ruhepuls zwischen 60 bis 80 Schlägen pro Minute.
  • Leichtschlafphase: Ebenfalls eine Herzfrequenz zwischen 60 bis 80 Schlägen pro Minute.
  • Tiefschlafphase: Ein Puls von 45 bis 55 Schläge pro Minute gilt hier als Normalwert.
  • REM-Phase: Hier kann der Puls sehr unterschiedlich sein. Wilde Ausschläge mit einer Herzfrequenz von bis zu 130 Schlägen pro Minute sind durchaus üblich. Bei Albträumen kann es sogar zu einem Puls von bis zu 200 Schlägen pro Minute kommen. Allerdings sind diese Phasen sehr kurz.

Problematisch wird es, wenn deine Herzfrequenz im Schlaf selbst in Leichtschlafphasen und Tiefschlafphasen nicht unter 100 sinkt. Betroffene Menschen leiden dann häufig an Beschwerden wie Schwindel, Brustschmerz oder Ohrensausen beim Aufwachen. Kommt dies bei dir vor, solltest du dringend einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen und die Ursache für den erhöhten Puls abklären lassen.

Exkurs: Was ist eine Bradykardie?

Bei einer Bradykardie handelt es sich um einen verlangsamten Herzschlag. Ab einem Ruhepuls von unter 60 Schlägen pro Minuten spricht man von einer Bradykardie. Eine Bradykardie muss nicht immer gefährlich sein. So sinkt unsere Herzfrequenz im Schlaf – wie oben schon beschrieben – völlig natürlich unter 60 Schläge. Auch Sportler haben häufig niedrigere Normalwerte. Mehr über eine Bradykardie findest du hier.

Diese Krankheiten sorgen für einen erhöhten Puls

Wenn der Ruhepuls und der Puls im Schlaf grundsätzlich erhöht ist, können verschiedene versteckte Erkrankungen dahinterstecken. Es gibt einige Leiden am Herzen, die den Puls gefährlich hochtreiben: Beispielsweise:

  • Herzmuskelentzündung (Myokarditis)
    Eine Herzmuskelentzündung geht leider nicht mit eindeutigen Symptomen einher. Häufig sind jedoch eine ungewohnte Müdigkeit, plötzlich auftretende Ödeme, ein hoher Ruhepuls bis zum Herzrasen, starkes Herzklopfen und ein holpriger Herzschlag eindeutige Anzeichen für eine Herzmuskelentzündung. Hauptsächlich wird eine Entzündung des Herzmuskels durch eine Virusinfektion ausgelöst, allen voran Erkältungs-, Grippe-, Herpes-, oder Hepatitisviren.
  • Herzrhythmusstörungen (Arrhythmie)
    Auch hier gehören Herzstolpern, Herzrasen und starkes Herzklopfen im Ruhepuls zu den eindeutigen Symptomen. Grund für eine Arrhythmie können zu hoher Blutdruck, übermäßiger Konsum von Koffein, Nebenwirkungen von Medikamenten, eine Schilddrüsenüber- oder -unterfunktion sein. Ebenfalls kann eine Schlafapnoe eine Herzrhythmusstörung auslösen.
  • Herzklappenerkrankung
    Ein Herzklappenfehler kann durch verschieden Ursachen auftreten. In westlichen Ländern kommt es im Alter häufig zu Verkalkungen der Herzklappe durch falsche Ernährung. Auch eine bakterielle Entzündung kann einen Herzklappenfehler auslösen. Die Symptome sind – wie so oft – nicht eindeutig. Sie können von Schwäche über Ödeme an den Unterschenkeln bis hin zu Atemnot und Husten, einem erhöhten Blutdruck, unregelmäßiger Ruhepuls, einem Engegefühl in der Brust oder Ohnmachtsanfällen reichen.

Nicht nur Erkrankungen des Herzens sorgen für eine erhöhte Herzfrequenz im Schlaf, auch andere Erkrankungen und Leiden können den Puls vom Normalwert abweichen lassen. Unter anderem folgende:

  • Schilddrüsenüberfunktion
  • Entzündungen im Körper
  • Starkes Übergewicht (Adipositas)
  • Flüssigkeitsmangel
  • Allergien
  • Medikamente (Blutdrucksenker, Psychopharmaka)
  • Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck

Bei Verdacht auf eine der Aufgezählten Erkrankungen ist Besuch beim Arzt oder der Ärztin und ein Monitoring der Herzfrequenz im Schlaf, des Ruhepuls und des Herzens allgemein dringend zu empfehlen. Bei der Überwachung können sogenannte Schlaftracker helfen. Diese wie Uhren anmutenden Geräte überwachen die Herzfrequenz im Schlaf und zeichnen jedes Herzrasen, jeden Herzschlag und den Blutdruck auf. Unser Artikel „Der beste Schlaftracker im Vergleich“ stellt verschiedene Geräte vor.

Du möchtest noch mehr rund um das Thema Schlaf erfahren? Dann folge uns auf Instagram, Facebook und Pinterest.

Das wird dich auch interessieren:

Quellen:

MSD Manual: Übersicht über Arrhythmien.
Gesundheitsinformation: Herzklappenfehler.

Autor Profilbild

Alexander Scherb

Senior Online-Redakteur bei MeinSchlaf.de