Gesunder Schlaf

Welche Schlafposition ist besonders gesund?

Welche Schlafposition ist besonders gesund?

Ein Drittel unseres Lebens verbringen wir im Land der Träume. Unbewusst legst du dich dabei jede Nacht auf deine Lieblingsseite. Zufällig? Nein! Die Schlafposition sagt einiges über deinen Gesundheitszustand aus und kann ihn im Gegenzug auch beeinflussen. Welche ist also die richtige für dich?

Ob auf dem Bauch oder auf der Seite. Welche Schlafposition ist eigentlich die gesündeste? Bild: iStock

Schlafposition Bauchlage

Wer Probleme mit den Lendenwirbeln oder Schmerzen im unteren Rücken hat, schläft vorzugsweise auf dem Bauch. Die Bauchlage entlastet den Druck auf die Bandscheiben, weshalb sich diese Position entspannend anfühlt. 

Doch Experten warnen: Die Bauchlage ist die Schlafposition, die deiner Gesundheit am meisten schaden kann. „Bei Bauchschläfern ist der Kopf immer in Drehstellung. In einem solchen Fall ist das Kräftedreieck Hals-Brustwirbel-Schulter im Ungleichgewicht“, erklärt Orthopäde Peter Olles, der auch weiß, dass Bauchschläfer am nächsten Morgen oft unter mehr Schmerzen aufwachen, als sie abends eingeschlafen sind. Bauchschläfer flachen nämlich die natürliche Kurve der Wirbelsäule ab.

Wer gerne auf dem Bauch schläft, könnte zudem unter Umständen ein Alkoholproblem haben. Eine US-Studie fand heraus, dass sich Menschen, die viel Alkohol trinken, oft mit dem Gesicht nach unten tief ins Kissen vergraben.

Seitenlage

Für eine gute Schlafposition hält Orthopäde Peter Olles die Seitenlage: „Sie ist gesünder als die Bauchlage.“ Besonders empfehlenswert ist sie für Menschen mit Rückenproblemen. Der Rücken kann hierbei wunderbar entspannen, die Wirbelsäule behält ihre natürliche Krümmung und du kannst Schmerzen ausweichen.

Fötushaltung für ein Gefühl der Geborgenheit

Wer nachts gerne in der sogenannten Fötushaltung liegt – also mit angezogenen Beinen wie ein Baby im Mutterbauch – vermisst möglicherweise in seinem Alltag ein Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit. Denn genau das vermittelt diese Schlafposition.

Was ist besser: links oder rechts?

Beim „Rechtsschläfer“ kann Magensäure leicht in die Speiseröhre zurückfließen. Dein Magen drückt auf die Bauchspeicheldrüse und erschwert ihr somit die Arbeit. Das heißt: Rechtsschläfer leiden häufig an Sodbrennen und Verdauungsproblemen.

Die logische Konsequenz in dem Fall: Der Wechsel auf die linke Seite. Die ist ohnehin gesünder. Linksschläfer haben nämlich seltener Herzprobleme. Denn die Hauptschlagader ist bei Linksschläfern nach links gebogen. Dein Blut wird also besser nach oben gepumpt als bei Rechtsschläfern.

Schlafposition Rückenlage

„Wer in Rückenlage schläft, tendiert zum Schnarchen“, erklärt Manualtherapeut Peter Olles, der die Rückenlage, nach der Bauchlage, für eine eher „suboptimale Schlafposition“ hält.

Menschen, die auf dem Rücken schlafen und gleichzeitig tagsüber müde sind, leiden häufig an Schlafapnoe. Das betrifft vor allem Menschen mit einem besonders weichen Gewebe oder einer überproportionalen Zunge. In der Rückenlage wirkt die Schwerkraft besonders stark. Dadurch verschließen sich teilweise die Atemwege.

So dringt zu wenig Sauerstoff in die Lunge ein und es kommt zu lautem Schnarchen. Und das ist vor allem für die Partnerin oder den Partner besonders nervig. Und ernst zu nehmen für dich! Denn Schnarchen ist eine Atemstörung, die nicht unterschätzt werden sollte.

Immerhin kann in der Rückenlage dein Blut ohne Probleme zirkulieren. Deine Organe werden nicht, wie das bei der Bauchlage der Fall ist, zusammengedrückt.

Wenn du dich morgens allerdings nicht erholt fühlst, könntest du unter Sodbrennen leiden. Die Rückenlage kann die Wirkung des Magensäureüberschusses verstärken.

Flexibel sein

„Während des Schlafes gibt es auch Wachphasen, die sogenannten REM-Phasen (rapid eye movement). Diese sind häufig verbunden mit einer Änderung der Schlafposition. Das Bett sollte deshalb optimalerweise keine Pritsche sein, sondern eine genügende Breite haben, um erholsam liegen zu können“, lautet der Rat von Peter Olles.

Und das ist auch schon die Krux an der Geschichte: Am gesündesten ist es, du schläfst flexibel. Natürlich gelingt es nicht, von heute auf morgen die Schlafposition zu wechseln. Deshalb: kein Stress! Wer beispielsweise auf dem Bauch einschläft (ganz schlecht!), kann sicher sein, dass er sich im Schlaf sowieso unbewusst bewegt. Um die 25 Mal wechseln wir jede Nacht die Position.

Doch ein kleines, wenn auch nur kosmetisches, Risiko birgt auch diese Schlafposition. Sie kann Falten ins Gesicht drücken. Wenn bei Frauen der Busen der Schwerkraft nachgibt, „zerknittert“ außerdem das Dekolleté.  

Der Facharzt für Orthopädie und Manualtherapeut Dr. med. Peter Olles unterstützt mit seiner großen Erfahrung in der konservativen Behandlung sowie orthopädischen und rheumatologischen Schmerztherapie das Gelenk- und Rheumazentrum Nordschwarzwald in Neuenbürg.

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