Gesunder Schlaf

Ist früh schlafen gehen besser für die Gesundheit?

Ist früh schlafen gehen besser für die Gesundheit?

Musst du vor Mitternacht im Bett verschwinden, um erholsamen Schlaf zu finden? Die landläufige Meinung sagt: ja. Mediziner sehen das aber durchaus anders. Zumindest, wenn man die Zeitgrenze exakt um null Uhr verortet. Viel wichtiger sind hingegen die ersten vier Stunden des Nachtschlafs.

Fördert früh schlafen die Gesundheit? Wir klären auf. Bild: iStock

„Früh schlafen gehen“ ist subjektiv

Ausgesprochene Morgenmenschen schlüpfen zeitig aus den Federn und abends ebenso pünktlich wieder hinein. Für sie enden normale Schlafzeit um 22 Uhr. Nur alles, was davor liegt, gilt in ihren Augen als „früh“. Nachteulen kommen selten vor Mitternacht zur Ruhe. Aus ihrer Sicht bedeutet „früh“ lediglich, noch am selben Tag einzuschlafen.

Die Meinungen darüber, was als früher Bettgehzeitpunkt zu gelten hat, gehen also weit auseinander. Und damit sind wir schon beim springenden Punkt: Es gibt keine pauschale Uhrzeit, die für alle gleichermaßen zwischen früh und spät trennt. Denn so unterschiedlich die Ansichten darüber ausfallen, so vielfältig sind auch die Auswirkungen auf das eigene Wohlbefinden und die Gesundheit.

Die entscheidenden vier Stunden

Jeder tickt anders. Spätestens seit die US-Wissenschaftler Jeffrey Hall, Michael Rosbash und Michael Young für die Erforschung der inneren Uhr 2017 mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet wurden, weiß man: Es gibt tatsächlich Lerchen und Nachteulen sowie die große Mehrheit, die irgendwo zwischen diesen beiden Extremen liegt. Wer dauerhaft gegen diesen natürlichen Rhythmus ankämpft, fügt seiner Gesundheit auf lange Sicht Schaden zu.

Wichtig ist daher nicht so sehr, wann du tatsächlich zu Bett gehst, sondern wie lange und gut der folgende Schlaf ausfällt. Wie viel Schlaf ausreicht, ist dabei auch wieder individuell. Ganz allgemein lässt sich jedoch sagen, dass die ersten vier Stunden nach dem Einschlafen über Wohl und Wehe entscheiden. Diese Zeitspanne ist am erholsamsten, da sie im Schnitt die meisten Tiefschlafphasen umfasst.

Warum früh schlafen gehen manchmal doch gut ist

Wer also genug erholsamen Schlaf bekommt, muss nicht so sehr auf die exakte Schlafenszeit achten. Bei einem Schlafdefizit rät der Schlafforscher Ingo Fietze von der Berliner Charité dazu, auch einmal früher als gewohnt zu Bett zu gehen. Man brauche zwar einige Zeit zum Einschlafen, doch könne man sich währenddessen bereits entspannen. Durch die insgesamt längere Liegezeit lässt sich auch auf die erforderliche Schlafzeit kommen. Sollte es einmal mit dem Schlaf überhaupt nicht klappen, empfiehlt der Experte ein Nickerchen am folgenden Tag. Das kann einen Teil des Defizits ausgleichen.

Quellen:

Interview mit Schlafforscher Ingo Fietze

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