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Dawn-Syndrom: Ursachen, Symptome, Hilfe

Dawn-Syndrom: Ursachen, Symptome, Hilfe

Das Dawn-Syndrom, auch Dawn-Phänomen genannt, bezeichnet einen anormalen Anstieg des Blutzuckerspiegels am frühen Morgen – in der Regel zwischen 4 und 8 Uhr. Insbesondere für Menschen mit Diabetes ist dieses Phänomen in der Morgendämmerung problematisch. Unser Artikel geht den Ursachen auf den Grund, nennt Symptome und bietet Hilfe.  

Das Dawn-Phänomen bezeichnet den Anstieg der Blutzuckerwerte in den frühen Morgenstunden. Bild:iStock

Was ist die Ursache des Dawn-Syndroms?

Das Dawn-Syndrom verdankt seinen Namen dem wiederholten Auftreten eines erhöhten Blutzuckerspiegels um die Zeit des Aufwachens, etwa zwischen 4 und 8 Uhr morgens. Obwohl die genauen Ursachen für die Erkrankung noch nicht eindeutig erforscht sind, weiß man, dass die verstärkte Ausschüttung bestimmter Hormone in der Nacht sowie am frühen Morgen eine große Rolle für den Blutzuckeranstieg spielen. Dazu gehören zum Beispiel Wachstumshormone, Cortisol, Adrenalin und Glukagon.

Hormonausschüttung am frühen Morgen führt zu einem Blutzuckeranstieg

Diese Hormone folgen einem zirkadianen Rhythmus, d. h. einem täglichen Zyklus, der unter anderem auch unseren Schlaf-Wach-Rhythmus steuert. Wenn der Spiegel dieser Hormone in der zweiten Nachthälfte auf natürliche Weise ansteigt, wird die Leber angeregt, Glukose in den Blutkreislauf abzugeben. Dadurch erhält der Körper einen Energieschub, der dich auf das morgendliche Aufwachen vorbereitet. 

Dieser natürliche Blutzuckeranstieg veranlasst die Zellen der Bauchspeicheldrüse, Insulin zu produzieren, um den Blutzuckerspiegel im Gleichgewicht zu halten. Menschen, die an Diabetes leiden, produzieren möglicherweise nicht genug Insulin oder sind zu insulinresistent, um dem Anstieg des Blutzuckerspiegels entgegenzuwirken. In diesem Fall reagieren die Körperzellen nicht angemessen auf das Insulin. Es resultiert folglich ein hoher Nüchternblutzucker am Morgen.

Bei Nicht-Diabetikern kann der Körper gegensteuern und als natürliche Reaktion vermehrt Insulin produzieren, damit er den Anstieg ausgleichen kann. Es handelt sich daher um ein Phänomen, welches nur bei Diabetikern vorkommt. Da neben Cortisol, Adrenalin und Glukagon auch Wachstumshormone für den hohen Blutzuckerspiegel am Morgen verantwortlich sind, ist das Dawn-Syndrom vor allem in der Pubertät und bei Kindern der Grund für hohe Nüchternblutzuckerwerte. Schätzungen zufolge tritt das Dawn-Syndrom bei etwa 50 Prozent der Menschen mit Diabetes auf. 

Blutzuckerwerte

Als Nüchternblutzucker bezeichnet man den Gehalt von Traubenzucker (Glukose) im Blut nach acht bis zehn Stunden ohne Nahrungsaufnahme. Bei einem gesunden Menschen sollte der Nüchternblutzucker bei einem Wert von unter 100 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) beziehungsweise unter 5,5 Millimol pro Liter (mmol/l) bleiben. Nach einer Mahlzeit steigt der Blutzucker im Körper gewöhnlich nicht über 140 mg/dl (7,8 mmol/l). Ab einem Wert über 126 mg/dl (7,0 mmol/l) spricht man von Diabetes.

Schlafqualität beeinflusst das Syndrom

Einige Forschungsergebnisse zeigen zudem, dass die Schlafqualität das Dawn-Phänomen beeinflussen kann. Eine Studie aus dem Jahr 2017 mit Typ-2-Diabetikern, ergab, dass das Ausmaß des Dawn-Syndroms bei denjenigen mit einer schlechten Schlafqualität höher war als bei denjenigen mit einer guten Schlafqualität. Demnach können Schlafstörungen den Effekt verstärken

Schlafstörungen sind lästig und können sich negativ auf die Gesundheit auswirken. Eine deutliche Linderung des Problems können Betroffene bereits erzielen, indem sie ihre Schlafhygiene auf den Prüfstand stellen und verbessern. In unserem Artikel Schlafhygiene geben wir Tipps zur Verbesserung der Schlafqualität.

Blutzuckeranstieg hat Auswirkungen auf die Gesundheit

Selbst kleine Anstiege des Blutzuckerspiegels können Auswirkungen auf die Gesundheit haben und mit einem erhöhten Risiko für Diabetes-Komplikationen in Verbindung gebracht werden. Dazu gehören beispielsweise Herzerkrankungen und Nierenschäden. Daher kann die Bewältigung des Dawn-Syndroms ein wichtiger Schritt sein, um diesen Risiken entgegenzuwirken.  

Wir geben 3 Tipps, die einen hohen Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie) am Morgen vermeiden oder korrigieren können.

Dawn-Phänomen vermeiden: 3 Tipps gegen eine nächtliche Überzuckerung

1. Frühzeitig zu Abend essen

Wer spätabends noch viel isst, insbesondere kohlenhydrathaltige Snacks, dessen Blutzuckerwerte können im Schlaf ansteigen und die Auswirkungen des Dawn-Syndroms somit verschlimmern. Um einem hohen Blutzuckerspiegel vorzubeugen, solltest du darauf achten, nicht zu spät zu Abend zu essen und vor dem Schlafengehen auf kohlendydratreiche Mahlzeiten verzichten

2. Nach dem Abendessen aktiv werden

Moderate Bewegung in den Abendstunden kann helfen, den Blutzuckerspiegel zu senken. Achte jedoch darauf, es nicht zu übertreiben, da du sonst Gefahr läufst, in der Nacht eine Hypoglykämie (Unterzuckerung) zu erleiden. Konzentriere dich auf Aktivitäten wie spazieren gehen, Yoga oder Fahrrad fahren. 

3. Regelmäßige Kontrolle des morgendlichen Blutzuckerspiegels 

Wenn dein Blutzucker mehr als dreimal in einem Zeitraum von zwei Wochen zu hoch ist, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Dieser kann anhand der Werte feststellen, ob es sich um das Dawn-Syndrom handelt oder ob eine andere Ursache dahintersteckt. Darüber hinaus können auch die Insulin- oder Diabetes-Medikamente angepasst oder gewechselt werden. Eine Insulinpumpe kann beispielsweise so programmiert werden, dass sie in den frühen Morgenstunden mehr Insulin abgibt, um dem Dawn-Phänomen entgegenzuwirken.

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Quellen:

Deutsche Diabetes Hilfe: Dawn-Phänomen
Diabetes.help: Dawn Phänomen
National Library of Medicine: Poor Sleep Quality Is Associated with Dawn Phenomenon and Impaired Circadian Clock Gene Expression in Subjects with Type 2 Diabetes Mellitus

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Nele Jacobs

Online-Volontärin bei MeinSchlaf.de