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Bettwanzen bekämpfen: So wirst du die Parasiten los

Bettwanzen bekämpfen: So wirst du die Parasiten los

Du willst Bettwanzen bekämpfen, ohne einen Schädlingsbekämpfer holen zu müssen? Unser Artikel klärt über die lästigen Parasiten auf und gibt dir Tipps, wie du sie wieder loswirst. Vorausgesetzt, der Befall betrifft nicht die ganze Wohnung, sondern nur dein Bett!

Bettwanzen bekämpfen: Eine Bettwanze in einer Petrischale
Bettwanzen bekämpfen ist keine leichte Aufgabe. Bild: iStock

Bis in die 50er konnte man so erfolgreich Bettwanzen bekämpfen, dass sie in Deutschland fast als ausgerottet galten. Dann kam die Reiselust der Deutschen in ferne Länder und die Globalisierung. Und mit all den Reisenden und Containern kam auch die Bettwanze zurück.

Heutzutage spricht das Umweltbundesamt (UBA) von einer regelrechten Bettwanzen-Plage. Genaue Zahlen kennt das UBA anscheinend nicht, schon alleine, weil sich viele Betroffene schämen, einen Bettwanzenbefall zu melden. Die Verbreitung scheint aber so ernst zu sein, dass es einen downloadbaren Flyer über Bettwanzen gibt.

Was sind Bettwanzen?

Bettwanzen – auch Cimex lectularius – sind Insekten, die sich darauf spezialisiert haben warmblütige Lebewesen, vor allem den Menschen, zu befallen und sich von deren Blut zu ernähren. Sie gelten als klassische Parasiten. 16 verschiedene Arten von Wanzen sind bekannt. Nur zwei davon saugen Blut. Neben der hier heimischen Cimex lectularius ist das noch die tropische Cimex hemipterus.

An folgenden Merkmalen kannst du eine Bettwanze erkennen:

  • Eine Wanze ist zwischen 4 und 8,5 Millimeter groß.
  • Der Körper der Bettwanze ist stark abgeplattet.
  • Die Wanzen sind behaart und von rotbrauner Farbe.
  • Bettwanzen sind hauptsächlich nachtaktiv.
  • Bei starkem Befall tritt ein Geruch auf, der intensiv nach Bittermandel riecht.

Wenn du dir diese Merkmale einprägst, wirst du wahrscheinlich erfolgreich Bettwanzen bekämpfen können. Allerdings musst du die kleinen Insekten für eine erfolgreiche Bekämpfung sehr früh entdecken. Haben sie sich erst einmal in deiner Wohnung ausgebreitet, hilft nur noch ein Schädlingsbekämpfer, denn die robusten Parasiten bauen ihre Nester auch gerne unter Tapeten oder Laminat.

Woher kommen Bettwanzen?

Die Bettwanze ist ein regelrechter Kosmopolit. Ob in Russland, Brasilien oder Australien: Die kleine Wanze wurde schon überall gefunden. Sogar in den Alpen auf 2000 Metern Höhe musste man die Bettwanze bekämpfen. Einzig nördlich des 65. Breitengrades scheint es ihr zu kalt zu sein.

Bis vor ein paar Jahren nahmen Wissenschaftler an, die Bettwanze hätte sich bei Fledermäusen entwickelt und sei dann auf den Menschen übergegangen. Mittlerweile weiß man, dass die Blutsauger schon vor 115 Millionen Jahren existierten.

Wie sehen Bettwanzenstiche aus?

Den eigentlichen Stich einer Wanze wirst du wahrscheinlich gar nicht bemerken. Er ähnelt nämlich sehr dem einer Mücke. Zumal die gemeine Bettwanze nachtaktiv ist und dich höchstwahrscheinlich stechen wird, während du schläfst.

Daran erkennst du Bettwanzenstiche:

  • Gerötete Pusteln von wenigen Millimetern bis zu einigen Zentimetern Größe.
  • Starker Juckreiz.
  • Oftmals liegen mehrere Stiche eng nebeneinander.

In seltenen Fällen reagieren Menschen allergisch auf einen Bettwanzenstich. Dann können auch Blasen und Quaddeln an der Einstichstelle entstehen. Dagegen helfen üblicherweise Kortisonsalben. Nach circa einer Woche, verschwinden die Stiche generell.

Fun Fact: Streng genommen handelt es sich um Bisse und nicht um Stiche. Während viele andere Insekten, wie beispielsweise Mücken, stechen, beißen Wanzen. Allerdings sind die Bisse der kleinen Tiere nicht schlimmer als die Stiche anderer Insekten.

Übrigens: Den Befall von Bettwanzen auf dem Menschen nennt man Cimikose.

Sind Bettwanzenbisse gefährlich?

Nein, glücklicherweise sind Bettwanzenbisse nicht gefährlich. Bisher sind keine Krankheiten bekannt, die von einen Bettwanzenbiss übertragen wurde. Da die Bisse aber einen starken Juckreiz verursachen, werden sie oftmals von den Betroffenen aufgekratzt, was zu Infektionen führen kann.

Auch die psychische Belastung ist nicht zu unterschätzen. Da Bettwanzen in unserer Gesellschaft als ekelerregend wahrgenommen werden, treten bei Betroffenen häufig Schlafstörungen und Angstzustände auf. Auch deshalb sollte man schnell Bettwanzen bekämpfen.

Wie verbreiten sich Bettwanzen?

Bettwanzen verbreiten sich in den meisten Fällen durch ältere Gegenstände. Beispielsweise durch Textilien, Möbel, Bilder oder DVDs vom Flohmarkt. Auch gebrauchte Gegenstände aus dem Internet sind häufig betroffen.

Die Tiere werden aber auch oft aus Hotels oder anderen Unterkünften ins Eigenheim eingeschleppt. Dabei reicht ein befruchtetes Weibchen. Eine weibliche Bettwanze kann bis zu 300 Eier legen. Bei sehr starkem Bettwanzenbefall können die Tiere durch die Räume auch in die Nachbarwohnung wandern. Alleine deshalb solltest du so früh wie möglich Bettwanzen bekämpfen. Im schlimmsten Fall ist am Ende das ganze Haus befallen.

Hier zusammengefasst die Orte, von denen man sich Bettwanzen einschleppen kann:

  • Hotels und Wohnheime
  • private Wohnungen, die untervermietet werden
  • Möbel und Textilien vom Flohmarkt
  • Flugzeuge und Bahnen
  • Altenheime und Kindergärten

Woran kann ich einen Bettwanzenbefall erkennen?

Bettwanzen halten sich normalerweise nur nachts zum Blutsaugen auf unserem Körper auf. Wir entdecken meist nur die Bisse an uns. Allerdings kann es bei extremem Bettwanzenbefall vorkommen, dass sich die Tiere auch tagsüber auf dem Menschen aufhalten. Beispielsweise wenn der Bewohner einer stark befallenen Wohnung in einem befallenen Sessel oder Ähnlichem sitzt. In solchen Fällen kann auch eine Verbreitung des Parasiten durch den Menschen stattfinden. Diese Form der Verbreitung ist allerdings sehr selten.

Zu Beginn lassen sich Bettwanzen nur schwer diagnostizieren. Das erste Indiz auf Bettwanzen sind Stiche am Körper, die zu einer Jahreszeit auftreten, in der keine Mücken existieren. Im Bett solltest du zwischen und unter den Matratzen nach Kotspuren und Häutungsresten suchen. Aber auch Spalten und Ritze des Bettkastens oder des Lattenrosts sind beliebte Verstecke. Wichtig ist auch das Untersuchen der umliegenden Tapete, Schalter und Steckdosen und Bodenbelag. Ist der Befall eindeutig, du kannst aber keine Bettwanze entdecken, kann dir nur noch der Fachmann beim Bettwanzen bekämpfen helfen.

Wie lassen sich Bettwanzen bekämpfen?

Wichtig: Der Kampf gegen Bettwanzen ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Unser Rat ist deshalb, dass du nur bei leichtem Befall Bettwanzen bekämpfen solltest. Hole bei mittlerem oder gar starkem Bettwanzenbefall einen professionellen Schädlingsbekämpfer. Bedenke, dass das mehrwöchige Verlassen der Wohnung (um den Parasiten die Nahrungsquelle zu nehmen) keine Alternative darstellt. Bettwanzen können Monate ohne Nahrung überleben.

Mit diesen 5 Schritten kannst du Bettwanzenbekämpfen

Folgende Schritte solltest du unbedingt einhalten, wenn du Bettwanzen bekämpfen und langfristig und erfolgreich von deiner Matratze vertreiben willst:

  1. Finde heraus, wo die Bettwanzen ihr(e) Nest(er) haben. Untersuche ganz genau sämtliche Spalten und Ritzen an und um dein Bett. Es kann durchaus vorkommen, dass du dafür dein Bett auseinandernehmen musst.
  2. Besprühe das Bettgestell, das Lattenrost und die umgebenden Bereiche mit Insektiziden. Insektizide bekommst du online unter anderem bei Amazon. Beispielsweise das HANSE PRO Anti-Milben-Spray oder das Gerobug Anti Bettwanzen Spray. Aber auch im Baumarkt lassen sich verschiedene Insektizide finden, mit denen du Bettwanzen bekämpfen kannst.
  3. Es kann durchaus vorkommen, dass du nicht alle Bettwanzen-Nester findest. Es empfiehlt sich, eine Insektizid-Barriere an den genannten Stellen und Verstecken um dein Bett anzubringen. Insektizid-Barrieren können Klebestreifen, Schaum oder Pulver (Kieselgur) sein und verhindern eine Verbreitung der Bettwanzen außerhalb ihres Nestes. Dies ist vor allem wichtig, weil viele Insektizide nicht die Eier der Bettwanzen abtöten. Schaum oder Flüssigspray dürfen nach dem Eintrocknen nicht weggewischt werden.
  4. Wasche deine Bettwäsche bei 90 Grad in der Waschmaschine. Bettwanzen und deren Eier sterben in der Regel, wenn zehn Minuten Temperaturen von über 45 Grad erreicht werden. Andersherum töten auch Temperaturen unter minus 17 Grad Wanzen und Eier ab. Hier sollte die Abtötungszeit allerdings mindestens zwei Stunden betragen. Auch Wäschetrockner haben sich bewährt. Dabei empfiehlt sich eine Behandlung der befallenen Gegenstände von mindestens 30 Minuten.
  5. Deine Matratze kannst du mit einer langanhaltenden und tiefgehenden Dampfreinigung behandeln. Achte dabei auf die Hitze und den Dampfdruck. Auch hier muss eine Temperatur von über 45 Grad erreicht werden. Der Druck sorgt für eine tiefgehende Bedampfung der Matratze. Eine Reinigung sollte mindestens 10 Minuten in Anspruch nehmen. Mit den richtigen Dampfreinigern ist dies kein Problem. Auch hier bietet Amazon mit dem Kärcher Dampfreiniger SC 4 EasyFix und dem Handheld Druck-Dampfreiniger zwei hervorragend bewertete Dampfreiniger an.

Sollten all diese Schritte zu keinem Erfolg führen und sich die Bettwanzen in andere Räume ausbreiten, ist der Weg zu einem professionellem Schädlingsbekämpfer nicht zu umgehen. Er kann auch die letzten Verstecke der kleinen Insekten ausfindig machen und Tiere und Eier effektiv bekämpfen. Übrigens muss der Mieter die entstehenden Kosten selbst tragen, es sei denn, er kann beweisen, dass der Befall schon vor dem Einzug vorhanden war.

Wie beuge ich Bettwanzenbefall vor?

Damit es erst gar nicht dazu kommt, dass du Bettwanzen bekämpfen musst, empfiehlt es sich bei Reisen vorher das Hotelzimmer oder entsprechende Unterkünfte nach den Schädlingen zu untersuchen. Dies geschieht an den oben genannten Stellen, wie Matratzen, Bettkästen, Lattenroste, aber auch nahestehende Schränke und Steckdosen.

Gebraucht gekaufte Gegenstände oder Textilien kannst du vor der Heimkehr auf Befall untersuchen. Entdeckst du den Bettwanzenbefall des Möbelstücks, Koffers oder Kleidungsstückes erst in der Wohnung, musst du schnell handeln, damit du Bettwanzen bekämpfen kannst. Wickle das betroffene Teil in einen großen Plastiksack oder Tüte und verschließe sie luftdicht. So kann keine Wanze nach draußen dringen. Bringe es danach raus und behandle es dort mit einem Insektizid.

Beachtest du diese Tipps, kannst du die kleinen Fieslinge schon im ersten Schritt daran hindern, sich in deiner Wohnung anzusiedeln und musst gar nicht erst Bettwanzen bekämpfen.

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Quellen:

Ärzteblatt: Cimikose: Bettwanzen – Weltweit auf dem Vormarsch.
Informationsdienst Wissenschaft: Bettgenosse gesucht: Wer war der erste Wirt der Bettwanzen?
MSD Manual: Bettwanzen.

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Alexander Scherb

Senior Online-Redakteur bei MeinSchlaf.de