Gesunder Schlaf

Bettmilben: So wirst du die Spinnentiere los

Bettmilben: So wirst du die Spinnentiere los

Sie sind in jedem Schlafzimmer und in jeder Wohnung: Bettmilben. Eigentlich harmlos, können sie manchen Menschen das Leben schwer machen. Wir rücken dem kleinen Spinnentier auf den Leib und sagen dir, wie du es loswirst.

Bettmilben: Eine Frau saugt ihr Bett ab.
Allergiker haben mit Bettmilben zu kämpfen. Bild: adobestock

Die gute Nachricht vorweg: Die gemeine Bettmilbe – auch Hausstaubmilbe genannt – ist völlig ungefährlich. Sie kann dich weder beißen, noch stechen. Sie überträgt auch keine gefährlichen Krankheiten und verursacht keinen Hautausschlag. Und nun die schlechte Nachricht: Du wirst die Bettmilbe wahrscheinlich niemals ganz los.

Das macht aber auch nichts, denn die meisten Menschen haben mit Bettmilben überhaupt keine Probleme. Nur die wenigen Unglücklichen, die an einer Hausstauballergie leiden, werden sich über die kleinen Bewohner ihres Bettes Gedanken machen müssen.

Was sind Bettmilben?

Die Hausstaubmilbe (Dermatophagoides) oder auch Bettmilbe gehört zur Gattung der Spinnentiere. Sie ist zwischen 0,1 und 0,5 Millimeter groß und mit bloßem Auge eigentlich nicht sichtbar. Die Wissenschaft geht davon aus, dass die Hausstaubmilbe vor Jahrtausenden vom Vogel auf den Menschen überging. Heute ist sie völlig auf den Menschen angewiesen.

Die Bettmilbe ernährt sich von unseren abgefallenen Hautschuppen. Deswegen ist sie besonders im Bett und auf dem Sofa anzutreffen. Ein Mensch verliert im Schlaf 0,5 bis ein Gramm Hautschuppen. Mehr als genug für Bettmilben. Im Freien können die Spinnentiere nicht überleben. Im Bett liegt die Lebensdauer der Tiere zwischen 30 und 100 Tage.

Sind die Spinnentiere gefährlich?

Sind Milben im Bett etwa gefährlich? Nein, nicht wirklich. Zumindest nicht, wenn du an keiner Allergie leidest. Personen, die unter einer Hausstauballergie leiden, haben aber sehr wohl mit Bettmilben zu kämpfen. Noch schlimmer trifft es Menschen, die zudem noch unter Heuschnupfen leiden. Hausstaub kann ihn verstärken.

Was löst die Hausstauballergie aus?

Eine Hausstauballergie entwickelt sich oft im Kindes- oder Jugendalter und hält dann ein Leben lang an. Dabei ist es nicht die Milbe selbst, welche die allergische Reaktion beim Menschen auslöst, sondern ihr Kot, die Eier und die Überreste toter Bettmilben.

Vor allem Asthmatiker haben mit den Überresten der Hausstaubmilbe zu kämpfen. Rund 90 Prozent aller Asthmatiker reagieren allergisch. Aber auch viele Personen, die sonst keine Allergien aufweisen, leiden an einer Hausstauballergie. Rund zehn Prozent der Bevölkerung leidet darunter. Mittlerweile gibt es gute Ansätze, wie man diese Allergie therapieren kann. So könnte es bald Impfungen gegen sie geben. Mehr dazu findest du auf der Webseite des Informationsdiensts Wissenschaft.

Woran erkenne ich eine Allergie?

Vielleicht leidest du ja unter einer Hausstauballergie und weißt es gar nicht. Die Symptome können von sehr gering bis nahezu unerträglich schwanken. Eine Allergie kann sich durch folgende Anzeichen bemerkbar machen:

  • tränende oder juckende Augen
  • laufende oder verstopfte Nase
  • Anschwellen der Augenlider
  • Husten
  • pfeifende Atmung
  • Kurzatmigkeit
  • bei starken Beschwerden Müdigkeit und Abgeschlagenheit

Es müssen nicht alle Symptome auftreten, wenn man an einer Hausstauballergie leidet. Meist ist die allergische Reaktion nicht so stark, wie etwa bei Heuschnupfen. Da du mit Bettmilben aber das ganze Jahr zusammenlebst, treten auch die Symptome ganzjährig auf.

Bettmilben nicht mit Krätzmilben verwechseln!

Bevor wir darauf eingehen, wie du die kleinen Spinnentiere loswirst, hier eine Anmerkung, dass es sich bei Bettmilben nicht um die gefürchteten Krätzmilben handelt. Krätzmilben lösen Skabies aus, welches mundartlich auch Krätze genannt wird. Diese hochansteckende Hauterkrankung wird durch Körperkontakt übertragen. Eine Übertragung durch Bettwäsche oder Matratzen ist (fast) unmöglich.

Das Robert Koch-Institut geht näher auf Skabies ein. Hier die wichtigsten Unterschiede zwischen Bettmilben und Krätzmilben:

SymptomeBettmilbenKrätzmilben
starker JuckreizX
rote Streifen auf der HautX
juckende / tränende AugenX
laufende / verstopfte NaseX
HustenX

So wirst du Bettmilben los

Zunächst einmal: komplett milbenfrei wirst du weder deine Wohnung, noch dein Schlafzimmer, noch dein Bett bekommen. Milben lassen sich nicht nur im Bett oder der Couch finden, sondern auch im Teppich und in deiner Kleidung. Reagierst du also nicht allergisch, besteht für dich eigentlich kein Grund, die harmlosen Tierchen zu vertreiben – einfach weil der Aufwand den Effekt nicht rechtfertigt.

Leidest du aber unter einer Hausstauballergie, gibt es einige Tricks, wie du Bettmilben zumindest so reduzieren kannst, dass die allergische Reaktion abgeschwächt wird oder vielleicht sogar verschwindet.

  1. Kaufe dir eine neue Matratze.
    Vor allem, wenn deine alte schon ein paar Jahren auf dem Buckel hat. Mittlerweile dürften die Milben so tief in die Matratze eingedrungen sein, dass sie sich nur schwer entfernen lassen. Kannst oder möchtest du dir keine neue Matratze kaufen, kannst du versuchen deine Matratze abzusaugen. Oft kannst du so zumindest die obersten Schichten von Bettmilben befreien, was schon zur Linderung der Symptome führen kann.
  2. Wasche regelmäßig deine Bettwäsche
    Bettmilben sterben durch Waschen schnell ab. Wasche deswegen regelmäßig dein Bettlaken und dein Kopfkissen bei Temperaturen um 60 Grad. Das Ganze funktioniert auch bei Stofftieren und Kleidung (vorausgesetzt die Kleidung darf bei diesen Temperaturen gewaschen werden). Du kannst Milben auch durch Kälte abtöten. Lege die Bettwäsche für 48 Stunden bei -18 Grad in die Tiefkühltruhe. Auch dann sind die Milben abgestorben.
  3. Wechsle deine Bettbezüge regelmäßig
    Ebenso wie die Bettwäsche, lohnt es sich auch, die Bettbezüge regelmäßig zu waschen und zu wechseln. Auch hier empfiehlt sich das Waschen bei höheren Temperaturen.
  4. Benutze milbendichte Bettbezüge
    Milbendichte Bettwäsche ist so fein gewebt, dass sich Bettmilben nicht festhalten und Nester bauen können. Oft ist milbendichte Bettwäsche auch von der Innenseite mit atmungsaktiven Mikrofaser oder ähnlichen Stoffen ausgekleidet. Diese spezielle Anti-Milben-Bettwäsche wird unter die normalen Bezüge auf Matratze, Decke und Kopfkissen gespannt.
  5. Senke die Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer
    Bettmilben lieben Feuchtigkeit. Auch deswegen leben die meisten Milben im Kopfkissen – dort ist während des Schlafs die höchste Feuchtigkeit. Ein trockenes Schlafzimmer mögen Milben dagegen überhaupt nicht. Doch Vorsicht: zu trocken sollte es auch nicht sein, da sonst deine Nasenschleimhaut austrocknen kann und auch das verstopft die Nase (siehe auch: „3 Gründe, warum du nachts besser nicht mit warmer Heizung schläfst“). Eine Luftfeuchtigkeit von 50 Prozent ist ideal.
  6. Lüfte regelmäßig
    Das regelmäßige Lüften sollte sowieso zur Alltagsroutine gehören. Experten empfehlen zweimal täglich für 20 Minuten zu lüften, um Schimmelbefall vorzubeugen. Auch gegen Milben ist dieser Vorgang sinnvoll, denn er trägt ebenfalls zur Senkung der Luftfeuchtigkeit bei. Außerdem mögen Milben keine Temperaturschwankungen.
  7. Achte auf die richtige Temperatur
    Bettmilben fühlen sich in einem Temperatur-Bereich zwischen 20 und 23 Grad am wohlsten. Diese Temperatur ist laut Schlafforschern eh viel zu hoch für dein Schlafzimmer. Sorge dafür, dass die Temperatur immer unter 19 Grad liegt – das ist für Milben zu kalt und sie vermehren sich wesentlich langsamer. Mehr über die richtige Temperatur im Schlafzimmer findest du in unserem Artikel: „Besser schlafen: Das ist die optimale Schlaftemperatur“.
  8. Sauge mit einem speziellen Staubsauger-Filter
    Es gibt spezielle Allergiker-Staubsauger-Filter, die aufgesaugte Milben fest in ihren Lamellen behalten, sodass Bettmilben nicht wieder raus in die Raumluft gepustet werden können. HEPA-Filter nennen sich diese speziellen Einsätze. HEPA steht für High Efficiency Particulate Air und bedeutet so viel wie hocheffizient gereinigte Luft. HEPA-Filter gibt es für alle gängigen Staubsauger.

Quellen:

Gesundheitsinformationen: Hausstauballergie.
Informationsdienst Wissenschaft: Stoßlüften ist besser als gekippte Fenster.

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Alexander Scherb

Online-Redakteur bei MeinSchlaf.de