Gesunder Schlaf

Auf dem Boden schlafen: Gesund oder ungesund?

Auf dem Boden schlafen: Gesund oder ungesund?

In vielen asiatischen Ländern hat das Schlafen auf dem Boden eine lange Tradition. Doch wie gesund ist es wirklich? Wir gehen der Frage auf den Grund. 

Frau schläft auf Boden
In Japan hat das bodenebene Schlafen eine lange Tradition. Bild: iStock

Wenn man es genau betrachtet, ist das Schlafen in Betten ein relativ neues Phänomen – jahrtausendelang schliefen die Menschen auf dem Boden. In manchen Kulturen ist es jedoch immer noch üblich, auf dem Boden zu nächtigen. Sogenannte Futons, weiche, faltbare Matratzen, die auf dem Boden ausgelegt werden, haben in Japan eine lange Tradition und sind auch heute noch weit verbreitet. Die gesteppte Schlafunterlage wird in der Regel auf eine leicht abfedernde, in Holzrahmen aufgespannte Binsenmatte, gelegt. Diese Binsenmatte, auch Tatami-Matte genannt, besteht aus mehreren gepressten Lagen Reisstroh, welche isolierend und dämpfend wirken. Die wenigsten schlafen demnach sprichwörtlich auf dem Boden.

Das Besondere an einem Futon ist die Platzersparnis, die er bietet. Man kann ihn ohne Umstände zusammenrollen und wegstellen. Außerdem bietet er mehr Sitzgelegenheiten für Gäste. Ein weiteres Argument für den Bodenschlaf ist die Geldersparnis. Es fallen keine Kosten für ein Bettgestell, eine teure Matratze oder ein Lattenrost an — je nachdem, für welche Art von Schlafunterlage man sich entscheidet. 

Rückenschmerzen können gelindert werden

Befürworter des Bodenschlafens sagen darüber hinaus, dass er Rückenschmerzen lindern, die Körperhaltung verbessern und zu einem besseren Schlaf führen soll. Wissenschaftlich belegt sind diese Annahmen bislang allerdings nicht. 

Durch eine zu weiche Matratze kann jedoch eine schlechte Schlafhaltung entstehen, bei der die Wirbelsäule durchhängt und weder Becken noch Schultern ausreichend gestützt werden. Diese Fehlausrichtung kann den Druck auf die Wirbelsäule erhöhen und zu Rückenschmerzen führen. Eine festere Schlafunterlage kann dagegen die Körperhaltung korrigieren und Linderung verschaffen.

Die Ursachen für Rückenschmerzen sind jedoch vielfältig und können auch durch eine falsche Schlafposition entstehen. In unserem Artikel: Die beste Schlafposition bei Rückenschmerzen erklären wir, wie du durch einfache Änderungen deiner Liegeposition deinen Rücken entlasten kannst.

Aber: Eine zu harte Oberfläche erschwert es der Wirbelsäule, ihre natürliche Krümmung beizubehalten. Darüber hinaus werden Druckpunkte wie Hüften und Schultern nicht ausreichend gepolstert. Bei manchen Menschen kann dies zu Rückenschmerzen, Steifheit und Unbehagen führen. In einer Studie fanden Forschende heraus, dass von allen Matratzenarten mittelfeste Matratzen durchweg die stärkste Linderung von Rückenschmerzen sowie die beste Ausrichtung der Wirbelsäule und eine bessere Schlafqualität bieten.

Kühlere Temperaturen 

Da Wärme aufsteigt, bietet das Schlafen in Bodennähe ein kühleres Schlaferlebnis und angenehmere Temperaturen als das Schlafen in einem herkömmlichen Bett. Besonders in den heißen Sommermonaten kann dies von Vorteil sein und die Schlafqualität erheblich steigern. Auch Menschen, die zu Überhitzung neigen, profitieren von den kühleren Temperaturen. Doch Vorsicht: Im Winter kann sich eine bodennahe Schlafunterlage auch als Nachteil erweisen. Manche Menschen empfinden dann das Schlafen auf dem Boden als zu kalt.

Was du sonst noch tun kannst, wenn dir die Hitze den Schlaf raubt, erfährst du in unserem Artikel: Schlafen bei Hitze: Vermeide diese 4 Fehler

Kann Allergien auslösen

Wer unter einer Hausstauballergie leidet, für den ist das Schlafen auf dem Boden wahrscheinlich keine gute Idee. Schmutz, Milben und Hautzellen sammeln sich den Tag über an und können nachts zu Allergien führen. Insbesondere Teppichböden, auf dem sich die Allergene ansammeln, erhöhen das Risiko für eine allergische Reaktion. Darüber hinaus bergen Matratzen und Bettzeug, die auf dem Fußboden benutzt werden, ein erhöhtes Risiko für einen Wanzenbefall.

Woran du einen Bettwanzenbefall erkennst und wie sich die kleinen Tiere bekämpfen lassen, erfährst du in unserem Artikel: Bettwanzen bekämpfen: So wirst du die Parasiten los.

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Nele Jacobs

Online-Volontärin bei MeinSchlaf.de